15.000 Euro steuerfrei - Korosec kritisiert Benachteiligung der Frauen
Ministerrat beschließt steuerliche Entlastung für arbeitende Pensionisten. Seniorenbund sieht Verbesserungsbedarf bei Frauen-Regelung.
Die Bundesregierung hat heute im Ministerrat eine steuerliche Entlastung für arbeitende Pensionistinnen und Pensionisten beschlossen. Ab 1. Jänner 2027 gilt ein Freibetrag von 15.000 Euro pro Jahr, zusätzlich entfallen die Dienstnehmerbeiträge zur Pensionsversicherung.
Seniorenbundpräsidentin Ingrid Korosec sieht darin die Erfüllung einer langjährigen Forderung: "Ich habe lange und hart dafür gekämpft, dass freiwilliges Arbeiten in der Pension attraktiver wird. Mit dem heute beschlossenen Freibetrag ist meine Forderung nach mehr Netto vom Brutto endlich umgesetzt. Das ist ein Meilenstein für freiwillig arbeitende Pensionistinnen und Pensionisten."
Auch das "Älterenbeschäftigungspaket" wird von Korosec begrüßt: "Nur im Schulterschluss mit den Betrieben kann es gelingen, ältere Menschen länger im Erwerbsleben zu halten."
Kritisch sieht Korosec jedoch die unterschiedlichen Voraussetzungen für Männer und Frauen. Während Männer 40 Versicherungsjahre benötigen, reichen für Frauen 2027 zunächst 34 Jahre. Dieser Bonus von 2,5 Jahren wird jedoch jährlich abgeschmolzen, sodass ab 2033 auch Frauen 40 Versicherungsjahre brauchen.
"Das ist eine klare Benachteiligung der Frauen, weil ihre Situation zu wenig berücksichtigt wird", kritisiert Korosec. Sie führt gesellschaftliche Gründe an: mangelnde Akzeptanz für berufstätige Frauen, unzureichende Karenzregelungen, fehlende Kindergartenbetreuung und Pflegeverpflichtungen hätten zu weniger Versicherungsjahren geführt.
"Diese Frauen haben deshalb eine niedrige Pension. Und gerade sie brauchen den Freibetrag, um ihre Lebenssituation trotz steigender Kosten zu erhalten. Mit diesem Modell werden viele von ihnen vom Freibetrag ausgeschlossen", so Korosec.
Die Seniorenbundpräsidentin kündigt an, sich während der Begutachtungsphase für Verbesserungen einzusetzen: "Das Gesetz geht jetzt in Begutachtung - und ich werde alle diese wichtigen Argumente einbringen und mich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass der Freibetrag für Frauen fair gestaltet wird."