Vertriebspartner warten auf Millionen-Provisionen
Ein problematisches Vertriebssystem führt dazu, dass über 100 Vertriebspartner ihre Provisionen nicht erhalten. Experte fordert Direktzahlungen.
Ein über zehn Jahre gewachsenes Vertriebssystem im Energiebereich sorgt für erhebliche Probleme. Monatliche Provisionen in Millionenhöhe werden nach Darstellung des OTS von einem Handelsvertreter vertrags- und rechtswidrig einbehalten, während die Stadtwerke Klagenfurt untätig bleiben.
Das kritisierte System funktioniert folgendermaßen: Ein Ein-Personen-Unternehmen agiert als Handelsvertreter für einen Energielieferanten und bündelt sämtliche Vertriebspartner unter sich. Direkte Vertragsbeziehungen zum Energielieferanten wurden dabei systematisch vermieden. Die Provisionen fließen gesammelt an den Intermediär, der sie anschließend weiterverteilte.
Bereits im zweiten Monat in Folge fehlt die Abrechnungsgrundlage. Vertriebspartner, die ihre Leistung ordnungsgemäß erbracht haben, können ihre Provisionen nicht korrekt abrechnen und müssen auf veraltete Daten zurückgreifen.
Für die betroffenen Vertriebspartner hat das schwerwiegende Konsequenzen. Provisionen sind ihr Einkommen - wenn diese ausbleiben, fehlen liquide Mittel für laufende Kosten, Kredite und den täglichen Lebensunterhalt. Familien geraten unter Druck, obwohl die zugrunde liegende Leistung längst erbracht wurde.
Gleichzeitig wurde für Neuverträge seit Jänner 2026 bereits ein Direktmodell ohne Handelsvertreter etabliert, was zeigt, dass alternative Lösungswege bekannt sind.
Es werden zwei konkrete Schritte gefordert: Erstens unmittelbare Direktzahlungen durch die Stadtwerke an die betroffenen Vertriebspartner, um die akute Situation zu entschärfen. Zweitens eine klare strukturelle Trennung vom bestehenden System durch Entfernung des Handelsvertreters aus der Abwicklung.
Ein funktionierender Energiemarkt braucht klare Verantwortlichkeiten, transparente Abrechnungen und faire Bedingungen für alle Beteiligten.