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Lange Nacht der Forschung 2026: MedUni Wien öffnet Türen

Über 200 Stationen bieten Einblicke in die Zukunft der Medizin

15. April 2026 um 06:52
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Am 24. April 2026 lädt die MedUni Wien zur Medizinischen Forschungsmeile mit Live-OPs, KI-Rekonstruktionen und innovativen Behandlungsmethoden.

Am 24. April 2026 verwandelt sich der 9. Wiener Gemeindebezirk rund um das AKH Wien in eine faszinierende Wissenschaftslandschaft. Die Medizinische Universität Wien lädt von 17 bis 23 Uhr zur "Langen Nacht der Forschung" und präsentiert an 15 Standorten über 200 Stationen, die Einblicke in die Zukunft der Medizin gewähren.

Spektakuläre Live-Operationen als Höhepunkt

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die drei Live-Operationen, die direkt aus dem Operationssaal übertragen werden. Um 19 Uhr können Besucher mitverfolgen, wie Herzchirurgen ein Aneurysma der Hauptschlagader operieren. Eine halbe Stunde später zeigen Neurochirurgen die mikrochirurgische Behandlung eines Hirnaneurysmas mittels Clipping-Verfahren. Den Abschluss bildet um 20 Uhr eine Nierentransplantation, die mithilfe eines hochmodernen OP-Roboters durchgeführt wird.

Diese einmaligen Einblicke in die Spitzenmedizin ermöglichen es Laien, die Komplexität und Präzision moderner chirurgischer Eingriffe hautnah zu erleben. Für viele Besucher dürfte dies eine völlig neue Erfahrung darstellen, die das Verständnis für die Leistungen der modernen Medizin erheblich erweitert.

Interaktive Erfahrungen für alle Altersgruppen

Das Motto "Mitmachen erwünscht" steht bei der Medizinischen Forschungsmeile im Vordergrund. An verschiedenen Hands-on-Stationen können sich Besucher selbst als Chirurgen versuchen. Der Da-Vinci-OP-Roboter-Simulator ermöglicht es, Operationen zu steuern und chirurgische Techniken wie Nähen, Knüpfen, Laparoskopie und Elektrochirurgie auszuprobieren.

Bereits um 16 Uhr eröffnet Bestsellerautor Thomas Brezina das Event mit einer speziellen Präsentation für Familien. Aus seinem neuen Buch "Was dein Körper sagen würde, wenn er sprechen könnte", das in Kooperation mit der MedUni Wien entstanden ist, teilt er spannende Erkenntnisse über den menschlichen Körper mit Kindern und Eltern.

Faszinierende Einblicke in die Neurowissenschaften

Die Gehirnforschung präsentiert sich besonders vielfältig: Von der Untersuchung fluoreszierender Hirnschnitte über die Simulation der Gehirnentwicklung mit Organoiden bis hin zum digitalen Demenzscreening reicht das Spektrum. Diese Stationen verdeutlichen eindrucksvoll, wie eng moderne Forschung, innovative Technologie und klinische Praxis miteinander verzahnt sind.

Besucher erhalten die seltene Gelegenheit, selbst Gehirnforschung zu betreiben und dabei zu verstehen, wie das komplexeste Organ des menschlichen Körpers funktioniert und erforscht wird.

Krebsforschung und Notfallmedizin im Fokus

Gleich zwei Standorte widmen sich umfassend der Krebsforschung: Das Zentrum für Krebsforschung in der Borschkegasse 4A und die St. Anna Kinderkrebsforschung am Zimmermannplatz präsentieren aktuelle Entwicklungen in Vorbeugung, Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen.

Am Standort "Alles Notfall" nahe dem AKH-Haupteingang steht die Akut- und Notfallmedizin im Mittelpunkt. Bei realistischen Simulationen können Besucher in verschiedene Rollen schlüpfen und dabei erfahren, wie entscheidend Teamarbeit und schnelle Entscheidungen in lebensbedrohlichen Situationen sind.

Modernste Bildgebung und Zahnmedizin der Zukunft

Das Exzellenzzentrum Hochfeld-MR beherbergt den stärksten MR-Scanner Österreichs und ermöglicht außergewöhnliche Einblicke in das Innere des menschlichen Körpers. Die hochauflösenden Bilder zeigen Details, die mit herkömmlichen Methoden nicht sichtbar wären.

In der Universitätszahnklinik Wien werden an diesem Abend keine Zähne behandelt, dafür aber faszinierende Einblicke in die digitale Zahnmedizin der Zukunft geboten. Besucher können entdecken, wie 3D-Technologie und künstliche Intelligenz die Zahnheilkunde revolutionieren.

Immunsystem erforschen und Gustav Klimt neu entdecken

Das Institut für Immunologie lädt zu einer spannenden Entdeckungsreise durch die komplexe Welt der körpereigenen Abwehr ein. Gerade nach den Erfahrungen der Pandemie dürfte das Interesse an den Mechanismen des Immunsystems besonders groß sein.

Ein kultureller Höhepunkt findet sich hinter der Gustav Klimt-Fassade "Die Medizin": Die verlorengegangene Farbgestaltung des berühmten Fakultätsbildes wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz und der Expertise führender Klimt-Experten der Österreichischen Sammlung Belvedere rekonstruiert. Diese Verbindung von Kunst, Technologie und Medizin zeigt, wie vielfältig moderne Forschungsansätze sind.

Blick in die Zukunft der Medizin

Besonders interessant ist der Besuch des derzeit im Bau befindlichen Zentrums für Translationale Medizin. Auf über 14.000 Quadratmetern entsteht hier ein innovativer Ort, an dem Forschung, Lehre und Klinik noch enger zusammenwachsen sollen. Die moderne Infrastruktur schafft optimale Bedingungen für den Austausch, Innovation und die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die medizinischen Fortschritt ermöglicht.

Historische Schätze und medizinische Geschichte

Neben all der modernen Technologie kommt auch die medizinische Geschichte nicht zu kurz. Der "Narrenturm" mit den pathologisch-anatomischen Sammlungen bietet faszinierende Einblicke in die Entwicklung der Medizin. Stationen zu Ignaz Semmelweis und Sigmund Freud würdigen bedeutende Wiener Mediziner und ihre bahnbrechenden Erkenntnisse.

Passend dazu wurde am 26. März 2026 im Josephinum, dem medizinhistorischen Museum der MedUni Wien, die Ausstellung "Gustav Klimt und die Medizin. Bilder zum Fluss des Lebens" eröffnet, die noch bis zum 28. Juni besucht werden kann.

Praktische Informationen für Besucher

Die Medizinische Forschungsmeile ist am 24. April 2026 von 17 bis 23 Uhr geöffnet. Der Einstieg erfolgt bereits um 16 Uhr mit Thomas Brezinas Familienprogramm. Die 15 Standorte sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar:

  • U6 Station Michelbeuern für den MedUni Campus AKH
  • Straßenbahnlinien 5 und 21, Station Lazarettgasse
  • Verschiedene Eingänge am Währinger Gürtel, in der Spitalgasse und Lazarettgasse

Die Veranstaltung ist kostenlos und richtet sich an alle interessierten Bürger, unabhängig vom medizinischen Vorwissen. Familien mit Kindern sind besonders willkommen, da viele Stationen speziell für junge Besucher konzipiert wurden.

Wissenschaft zum Anfassen

Die Lange Nacht der Forschung 2026 an der MedUni Wien verspricht ein außergewöhnliches Erlebnis für alle, die sich für medizinische Innovationen interessieren. Von spektakulären Live-Operationen über interaktive Experimente bis hin zu historischen Schätzen bietet die Medizinische Forschungsmeile ein umfassendes Programm, das Wissenschaft greifbar und verständlich macht.

Die Veranstaltung verdeutlicht eindrucksvoll, wie die Medizin der Zukunft aussehen könnte und welche wichtige Rolle Wien als Medizinstandort dabei spielt. Für Besucher bietet sich die einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen einer der renommiertesten medizinischen Universitäten Europas zu blicken.

Schlagworte

#Medizin#Forschung#MedUni Wien#Innovation#Live-OP

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