"Her mit Leer II" soll falsche Entsorgung von Lithium-Akkus stoppen
Jährlich landen 3 Millionen Lithium-Akkus im Restmüll und verursachen Brände in Entsorgungsbetrieben. Eine neue Kampagne soll aufklären.
Die unsachgemäße Entsorgung von Lithium-Akkus entwickelt sich in Österreich zu einem immer größeren Problem. Jährlich landen rund drei Millionen dieser Batterien fälschlicherweise im Restmüll, was zu schwerwiegenden Folgen führt. Die Zahl droht sich durch die wachsende Menge an Altgeräten auf sechs Millionen zu verdoppeln.
Die Auswirkungen der falschen Entsorgung sind alarmierend: Allein im Jahr 2025 wurden 36 schwere Brände in österreichischen Entsorgungsbetrieben verzeichnet, die oft durch unsachgemäß entsorgte Lithium-Akkus ausgelöst wurden. Diese Batterien, die in Einweg-E-Zigaretten, Laptops, kabellosen Kopfhörern oder elektrischen Zahnbürsten verbaut sind, bergen im Abfall enorme Risiken.
Die Gefahr entsteht, wenn beschädigte oder unsachgemäß entsorgte Lithium-Akkus überhitzen oder mechanisch beschädigt werden. Dies kann zu schwer löschbaren Bränden führen, die nicht nur Sachschäden verursachen, sondern auch die Sicherheit der Mitarbeiter in Entsorgungsbetrieben gefährden.
Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) reagiert auf diese Entwicklung mit der Fortsetzung einer erfolgreichen Informationskampagne. Nach dem Erfolg der ersten Runde in den Jahren 2021 bis 2024 startet nun "Her mit Leer II".
Die bundesweite Kampagne zielt darauf ab, die österreichische Bevölkerung eingehend für die fachgerechte Entsorgung von Lithium-Akkus und Batterien zu sensibilisieren. Dabei geht es nicht nur um die Minimierung von Brandrisiken, sondern auch um die Sicherung wertvoller Rohstoffe durch ordnungsgemäßes Recycling.
Am Dienstag, den 14. April 2026, um 10:00 Uhr wird Bundesminister Norbert Totschnig gemeinsam mit anderen Experten die neue Kampagne im Pressezentrum am Stubenring 1 in Wien vorstellen. Neben dem Minister werden auch Johannes Pressl, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, Robert Pfarrwaller, Obmann des Bundesgremiums Elektro- und Einrichtungsfachhandel, sowie Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle, sprechen.
Die Problematik betrifft nahezu jeden Haushalt in Österreich. Lithium-Akkus sind heute in unzähligen Alltagsgegenständen verbaut und machen das Leben praktischer. Von Smartphones über Tablets bis hin zu elektrischen Zahnbürsten, kabellosen Kopfhörern und sogar Einweg-E-Zigaretten – überall finden sich diese leistungsstarken Energiespeicher.
Die Bequemlichkeit dieser Technologie führt jedoch oft zu Nachlässigkeit bei der Entsorgung. Viele Verbraucher sind sich nicht bewusst, dass diese Akkus spezielle Entsorgungswege erfordern und keinesfalls in den normalen Hausmüll gehören.
Neben den Sicherheitsrisiken führt die falsche Entsorgung auch zu erheblichen ökonomischen und ökologischen Nachteilen. Lithium-Akkus enthalten wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und seltene Erden, die bei unsachgemäßer Entsorgung unwiederbringlich verloren gehen.
Diese Materialien sind nicht nur teuer, sondern oft auch unter problematischen Bedingungen abgebaut. Eine ordnungsgemäße Sammlung und das anschließende Recycling könnten dazu beitragen, den Bedarf an neu abgebauten Rohstoffen zu reduzieren und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.
Die erste "Her mit Leer"-Kampagne, die von 2021 bis 2024 lief, konnte bereits wichtige Erfolge erzielen. Sie trug dazu bei, das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen und die Sammelquoten zu verbessern. Die nun startende Fortsetzung "Her mit Leer II" baut auf diesen Erfahrungen auf und soll die Bemühungen intensivieren.
Die Kampagne wird sich verschiedener Kommunikationskanäle bedienen, um alle Bevölkerungsschichten zu erreichen. Dabei sollen nicht nur die Risiken der falschen Entsorgung aufgezeigt, sondern auch praktische Lösungen und Sammelstellen bekannt gemacht werden.
Die Teilnahme verschiedener Organisationen und Institutionen an der Pressekonferenz unterstreicht die Bedeutung einer gemeinsamen Anstrengung. Der Österreichische Gemeindebund, das Bundesgremium Elektro- und Einrichtungsfachhandel sowie die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle bringen ihre jeweilige Expertise ein.
Diese Zusammenarbeit ist entscheidend für den Erfolg der Kampagne, da sie verschiedene Aspekte der Entsorgungskette abdeckt – von der kommunalen Sammlung über den Handel bis hin zur professionellen Koordinierung des Recyclings.
Für Verbraucher ist es wichtig zu wissen, dass Lithium-Akkus und Batterien an speziellen Sammelstellen abgegeben werden müssen. Dazu gehören Elektrofachhändler, Supermärkte mit entsprechenden Sammelboxen oder kommunale Wertstoffhöfe.
Besonders bei beschädigten Akkus ist Vorsicht geboten. Diese sollten möglichst schnell und sicher entsorgt werden, da sie ein erhöhtes Brandrisiko darstellen. Keinesfalls sollten sie mechanisch belastet oder unsachgemäß gelagert werden.
Die neue Kampagne "Her mit Leer II" wird voraussichtlich konkrete Anleitungen und Hinweise für die sichere Handhabung und Entsorgung von Lithium-Akkus bereitstellen. Damit soll jeder Österreicher in die Lage versetzt werden, seinen Beitrag zur Sicherheit und zum Umweltschutz zu leisten.