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Kulturpool Forum 2026: Digitales Erbe im Fokus in Klagenfurt

Neuseeländische Museologin Sarah Kenderdine eröffnet wegweisendes Event

13. April 2026 um 09:51
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Das wichtigste Treffen der Digital Community österreichischer Museen gastiert erstmals in Kärnten und diskutiert Sprache, Macht und Daten.

Das Kulturpool Stakeholder Forum 2026 macht erstmals Station in Kärnten und bringt die österreichische Digital Community von Museen, Archiven und Bibliotheken nach Klagenfurt. Unter dem Motto "Sprache, Macht und Daten" werden am 5. und 6. Mai im kärnten.museum zentrale Fragen zum digitalen Kulturerbe diskutiert.

Renommierte Expertin eröffnet das Forum

Den Auftakt macht die neuseeländische Museologin Sarah Kenderdine mit ihrer Keynote am 5. Mai. Kenderdine, die an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) das Labor für Experimentelle Museologie leitet, erforscht, wie Virtual Reality, Künstliche Intelligenz und Datenvisualisierung die museale Vermittlung revolutionieren können. In ihrem Vortrag zeigt sie auf, wie Institutionen neue Technologien nutzen können, um verantwortungsvoll mit verschiedenen Zielgruppen zu kommunizieren.

"Das gemeinsame Erleben von Kultur ist in der Demokratie fundamental", betont Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler. "Die Öffnung kultureller Teilhabe in den digitalen Raum bietet einen einzigartigen niederschwelligen Zugang zu Kultur. Der Kulturpool bietet verlässliches Datenmaterial, das zur kritischen Reflexion und zur innovativen Gestaltung des Lebens einlädt."

Vernetzung als Schlüssel zum Erfolg

Für Kärntens Kulturreferentin LHStv.in Gaby Schaunig steht die Qualität der Vernetzung im Mittelpunkt: "Gerade im digitalen Raum entscheidet die Qualität der Vernetzung darüber, wie Wissen entsteht und weitergegeben wird. Wenn Daten aus Museen, Archiven und Bibliotheken zusammengeführt und zugänglich gemacht werden, entsteht daraus ein gemeinsamer Wissensraum, der weit über einzelne Institutionen hinauswirkt."

Das vom Bundesministerium für Kunst und Kultur (BMWKMS) gemeinsam mit dem Kulturpool, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Topothek und dem kärnten.museum organisierte Event bringt Expert*innen, Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen zusammen, um über digitale Datenqualität, interdisziplinäre Forschung und verantwortungsvolle Vermittlung zu diskutieren.

Digitale Herausforderungen im Fokus

Wer Daten sammelt, speichert und modelliert, beeinflusst maßgeblich, wie Wissen entsteht und welche Perspektiven für die Öffentlichkeit sichtbar werden. Angesichts von Deep Fakes, Cyberattacken und politischen Einflussversuchen auf Forschungs- und Kulturdaten steigt europaweit die Notwendigkeit für authentische und verifizierte Daten sowie nachhaltige Infrastrukturen.

"Bildungsstätten wie Museen, Archive und Bibliotheken müssen verstärkt darauf achten, wie sie mit ihren Daten ethisch und rechtlich verantwortungsvoll umgehen", erklärt Katrin Vohland, Generaldirektorin des Naturhistorischen Museums Wien. "Zugleich eröffnen die steigenden Datenmengen und neuen Technologien großartige Möglichkeiten für die Erschließung, Erforschung und Vermittlung."

Hochkarätige Keynote-Speaker

Neben Sarah Kenderdine werden zwei weitere renommierte Experten das Forum mit ihren Keynotes bereichern. Clemens Apprich, Vizerektor der Universität für Angewandte Kunst Wien, spricht über die Auswirkungen digitaler Infrastrukturen auf Machtverhältnisse und kulturelle Praktiken. Der Medienwissenschaftler plädiert für eine neue Form der Kritik, bei der Daten nicht als immateriell, sondern als gestaltbare Basis für öffentliches Engagement betrachtet werden.

Sören Auer, Direktor der TIB an der Leibniz Universität Hannover, erklärt in seiner Keynote zum Thema "Linked Open Data", welche Vorteile offene, standardisierte, verlinkte und maschinenlesbare Daten bieten. "Je besser die sogenannten Metadaten eines Objekts sind, desto leichter können sie für Forschung, Bildung oder Vermittlung genutzt werden", so Auer.

Praktische Umsetzung im Fokus

Das Konzept der Linked Open Data wird beim Forum nicht nur theoretisch behandelt. Mehrere Lightning Talks zeigen die praktische Umsetzung auf. Dabei wird beispielsweise der Name einer Künstlerin mit einem kontrollierten Vokabular verknüpft, wodurch das Werk eindeutig einer bestimmten Person zugeordnet werden kann – sowohl von Menschen als auch von Algorithmen. So wird ein digitalisiertes Bild aus dem Römermuseum Tulln auch für Forschende in Trient sichtbar.

Workshops und Vernetzung

Ein einleitender Workshop der FFG beschäftigt sich damit, wie digitales Kulturerbe im EU-Programm Horizon Europe konzeptualisiert wird. Dabei spielen Prinzipien wie Open Science, FAIR Data und Partizipation eine zentrale Rolle. Am Beispiel des Projekts MEMORISE wird diskutiert, wie Datensammlung und -modellierung historische Perspektiven formen und wie Daten kontextualisiert werden können, um neue Zugänge zum kollektiven Erinnern zu ermöglichen.

Erstmals folgen auch Vertreter*innen von über 300 lokalen Online-Archiven, den sogenannten Topotheken, der Einladung nach Klagenfurt. Diese werden unter der Schirmherrschaft des Vereins ICARUS betrieben und stellen wertvolles lokales Wissen zur Verfügung. Im Fokus steht dabei das Zusammenspiel von ehrenamtlicher Arbeit mit institutioneller Forschung und Vermittlung.

Beeindruckende Zahlen des Kulturpools

Der Kulturpool kann bereits beeindruckende Zahlen vorweisen: Auf kulturpool.at sind aktuell 2.456.740 Objekte von der Urgeschichte bis heute online verfügbar. Mehr als 2.500 davon sind im 3D-Format zugänglich. Über 130 Partnerinstitutionen österreichweit sind am Kulturpool angebunden. Besonders bemerkenswert: Rund ein Viertel aller Objekte ist unter den offenen Lizenzen "Public Domain" und "CC0" verfügbar und kann einfach weitergenutzt werden.

Bedeutung für die digitale Zukunft

Das Stakeholder Forum, das nach Wien (2024) und Linz (2025) nun erstmals im Süden Österreichs stattfindet, gilt als eines der wichtigsten Treffen der Digital Community österreichischer Kulturinstitutionen. Es trägt maßgeblich dazu bei, Chancen und Risiken der Digitalisierung auszutarieren und gemeinsam Voraussetzungen für einen souveränen Umgang mit digitalen Kulturdaten zu schaffen.

Das zweitägige Event beginnt am 5. Mai mit Grußworten von LHStv.in Gaby Schaunig und einer Begrüßung von Wolfgang Muchitsch, wissenschaftlichem Direktor des kärnten.museum. Für Teilnehmer*innen bietet das Forum nicht nur fachlichen Input, sondern auch wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten in der österreichischen Kulturlandschaft.

Schlagworte

#Kulturpool#Digitales Kulturerbe#Museen#Klagenfurt#Sarah Kenderdine

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