River Claure thematisiert koloniale Geschichte am Praterstern
Im Rahmen der Klima Biennale Wien 2026 gestaltet der bolivianische Künstler River Claure eine eindrucksvolle Fassade in Wien-Leopoldstadt.
Der bolivianische Foto- und Videokünstler River Claure hat die Fassade des Wohnobjekts in der Nordbahnstraße 51 in Wien-Leopoldstadt gestaltet. Das Projekt entsteht im Rahmen der Klima Biennale Wien 2026 und wird vom Kunst- und Kulturverein NOVOart unterstützt.
"Das Projekt von River Claure zeigt, wie Kunst globale Zusammenhänge verständlich machen kann – gerade im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen", sagt NOVOart-Obmann Franz Binderlehner. NOVOart-Obfrau Kerstin Robausch-Löffelmann hebt die Unterstützung des Projekts im Rahmen der Klima Biennale Wien 2026 hervor.
Die Fassadengestaltung ist Teil von River Claures Projekt "A cuenta de tres, lo destruimos todo" ("Auf drei machen wir alles kaputt"). Dafür rekonstruierte der Künstler die Puerta del Sol von Tiwanaku – ein zentrales Monument einer präkolumbianischen Hochkultur. In einer filmisch und fotografisch dokumentierten Inszenierung wird dieses Tor von Kindern durch die Landschaft des Andenhochlands getragen, aufgestellt und schließlich gesprengt. In den begleitenden Texten des Projekts wird diese Szene mit historischen Prozessen in Verbindung gebracht, etwa mit Verlusten von Land, Wissen und ökologischen Lebensgrundlagen indigener Gesellschaften.
Die großformatigen Fotografien aus dieser Arbeit werden an mehreren Standorten in Wien gezeigt. Die Arbeit an der Nordbahnstraße 51 versteht sich als visuelle Reflexion über Ausbeutung von Natur, koloniale Kontinuitäten und darüber, wie ein zukünftiges Zusammenleben neu gedacht werden kann.
NOVOart betont sein Engagement für kulturelle Impulse an der Schnittstelle von Kunst, Stadt und Bewohner:innen. Die Fassade an der Nordbahnstraße 51 wird bis 31.05.2026 zu sehen sein.
Das Projekt wurde in Kooperation mit der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft BWSG realisiert.