Förderungen von 5,3 Millionen Euro verfügbar bis Juli 2026
Tourismusbetriebe können durch Energieeffizienz und erneuerbare Energien ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Energiegemeinschaften bieten neue Chancen.
Die österreichische Tourismusbranche steht vor einem Wendepunkt: Während steigende Energiekosten und volatile Märkte die Betriebe unter Druck setzen, eröffnet die Energiewende gleichzeitig neue Chancen für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit. Das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) setzt mit der Initiative klimaaktiv gezielt auf Energieeffizienz als Schlüssel zum Erfolg.
"Gerade angesichts der volatilen Energiekosten sind energieeffiziente Systeme und klare Energiestrategien ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Resilienz von Tourismusbetrieben", erklärt Energie- und Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Sie sieht in Energiegemeinschaften zusätzliche Chancen für Betriebe und Regionen, die die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Österreich stärken.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In den vergangenen 15 Jahren konnte der Anteil erneuerbarer Energieträger in Beherbergung und Gastronomie von 37 Prozent auf beeindruckende 66 Prozent gesteigert werden. Parallel dazu sank der Energieverbrauch pro Nächtigung drastisch von 18,1 kWh im Jahr 2008 auf nur noch 6,3 kWh im Jahr 2023, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen.
Ein zentraler Baustein der österreichischen Energiestrategie sind Energiegemeinschaften. Diese innovative Form der Energieversorgung ermöglicht es Tourismusbetrieben, Gemeinden und Privatpersonen, gemeinsam nachhaltige und kosteneffiziente Energielösungen zu entwickeln. Besonders für Tourismusregionen eröffnen sich dadurch neue Perspektiven: Bereits mit wenigen Partnern können lokale Lösungen für eine stabile und leistbare Energieversorgung umgesetzt werden.
Die Vorteile sind vielfältig: Energiegemeinschaften stärken die regionale Wertschöpfung, bieten finanzielle Vorteile für alle Beteiligten und erhöhen die Versorgungssicherheit. Für Tourismusbetriebe bedeutet dies konkret niedrigere Energiekosten und eine unabhängigere Energieversorgung – wichtige Faktoren in Zeiten schwankender Energiepreise.
Um die Entwicklung von Energiegemeinschaften gezielt voranzutreiben, stellt das BMWET im Rahmen des Förderprogramms "Energiegemeinschaften 2025" bis zu 5,3 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung konzentriert sich auf die Weiterentwicklung bestehender Energiegemeinschaften durch verschiedene Maßnahmen:
Unternehmen und Gemeinden können ihre Anträge noch bis zum 16. Juli 2026 einreichen. Förderfähig sind sowohl Dienstleistungen als auch unterstützende Anschaffungen zur Umsetzung entsprechender Maßnahmen.
Neben den finanziellen Förderungen bietet die Initiative klimaaktiv auch praktische Hilfestellung. Ein speziell entwickelter Leitfaden für Energiemanagement in der Hotellerie und Gastronomie hilft Betrieben dabei, Einsparpotenziale systematisch zu erkennen und rasch umzusetzen.
Das transparente Bewertungssystem des Leitfadens unterstützt Unternehmen dabei, Maßnahmen nach Nutzen, Aufwand und Wirkung zu priorisieren. So können Investitionen gezielt dort eingesetzt werden, wo sie den größten wirtschaftlichen Effekt erzielen. Dieser systematische Ansatz ist besonders für kleinere Betriebe wertvoll, die oft nicht über eigene Energiemanagement-Abteilungen verfügen.
Die klimaaktiv-Initiative geht über reine Förderungen hinaus und bietet ein umfassendes Beratungsangebot. Expertinnen und Experten stehen Unternehmen, Gemeinden und Privatpersonen mit vielfältigen Informations- und Unterstützungsangeboten zur Seite. Schwerpunkte liegen dabei auf Energiesparen, klimafitten Gebäuden, erneuerbaren Energieträgern und umweltfreundlicher Mobilität.
Über den klimaaktiv Newsletter "Unternehmen Zukunftsfit" erhalten Interessierte regelmäßig aktuelle Informationen zu Fördermöglichkeiten, Best Practices und neuen Entwicklungen im Bereich nachhaltiger Energielösungen.
Trotz der positiven Entwicklung der letzten Jahre sieht das BMWET weiterhin Handlungsbedarf. Der Ausbau erneuerbarer Energieträger im Tourismus muss weiter verstärkt werden, um die Klimaziele zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche langfristig zu sichern.
Besonders in touristischen Regionen bieten Energiegemeinschaften die Chance, lokale Ressourcen optimal zu nutzen. Sonnige Gebiete können Photovoltaik-Anlagen entwickeln, bergige Regionen Wasserkraft nutzen, und windreiche Standorte Windenergie erzeugen. Diese dezentrale Energieerzeugung reduziert nicht nur die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, sondern schafft auch neue Arbeitsplätze in der Region.
Für Tourismusbetriebe wird Nachhaltigkeit zunehmend auch zu einem wichtigen Marketingfaktor. Gäste werden immer umweltbewusster und wählen bevorzugt Hotels und Restaurants, die einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen demonstrieren. Energiegemeinschaften und erneuerbare Energien können daher auch als Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb um umweltbewusste Touristen dienen.
Die Investition in Energieeffizienz und erneuerbare Energien zahlt sich somit gleich mehrfach aus: durch niedrigere Betriebskosten, erhöhte Versorgungssicherheit, positive Umweltwirkung und verbesserte Marktpositionierung.
Mit der Förderung von Energiegemeinschaften setzt Österreich auf einen zukunftsweisenden Ansatz, der sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bietet. Die verfügbaren 5,3 Millionen Euro Fördergelder und die Laufzeit bis Juli 2026 geben Betrieben und Gemeinden ausreichend Zeit, innovative Energieprojekte zu entwickeln und umzusetzen.
Interessierte Unternehmen und Gemeinden können sich über die verschiedenen Online-Plattformen des BMWET und der klimaaktiv-Initiative informieren und Beratung in Anspruch nehmen. Die Kombination aus finanzieller Förderung, praktischen Leitfäden und professioneller Beratung schafft optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewende im österreichischen Tourismus.