Raiffeisen Bank International kündigt freiwilliges Übernahmeangebot an
Die RBI will die Addiko Bank für 23,05 Euro je Aktie übernehmen und damit ihre Position in Kroatien und Slowenien stärken.
Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) hat am Dienstag ihre Absicht bekannt gegeben, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche ausgegebenen und ausstehenden Aktien der Addiko Bank AG zu unterbreiten. Das Angebot sieht einen Barpreis von 23,05 Euro je Addiko-Aktie vor.
Der gebotene Preis von 23,05 Euro je Aktie entspricht dem volumengewichteten durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen sechs Monate bis zum 7. April 2026. Laut einem von Ernst & Young erstellten Bewertungsgutachten liegt der Angebotspreis rund 20 Prozent über dem in diesem Gutachten ermittelten Wert des Eigenkapitals der Addiko Bank.
Das Übernahmeangebot unterliegt einer Mindestannahmequote von mehr als 75 Prozent sämtlicher ausgegebenen und ausstehenden Addiko-Aktien. Es handelt sich dabei nicht um ein Delisting-Angebot im Sinne des Börsegesetzes. Nach der Einreichung und Prüfung durch die österreichische Übernahmekommission wird die Annahmefrist zehn Wochen betragen.
Parallel zum Übernahmeangebot beabsichtigt die RBI, mit der Alta Group d.o.o. (Serbien), einer Aktionärin der Addiko, eine Vereinbarung abzuschließen, die unter anderem den geplanten Verkauf (Carve-out) der Addiko Bank a.d. Beograd (Serbien), der Addiko Bank d.d. Sarajevo und der Addiko Bank d.d. Banja Luka (beide Bosnien und Herzegowina) sowie der Addiko Bank A.D. Podgorica (Montenegro) durch die Addiko Bank AG vorsieht.
Der Verkaufspreis für diesen Carve-out wird zumindest dem Verkehrswert der zu veräußernden Tochtergesellschaften entsprechen. Das Closing dieses Verkaufs ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant und unterliegt marktüblichen Abschlussbedingungen sowie kartell- und aufsichtsrechtlichen Genehmigungen.
Die RBI beabsichtigt, die Addiko Bank d.d. Zagreb (Kroatien), die Addiko d.d. Ljubljana (Slowenien) sowie die Addiko Bank AG (Österreich) zu behalten. Mit dieser Transaktion würde die RBI ihren Marktanteil in Kroatien stärken und gemessen an der Bilanzsumme zur viertgrößten Bank aufsteigen sowie erneut in den slowenischen Markt eintreten.
Der erfolgreiche Abschluss des Übernahmeangebots würde bei einer Annahmequote von 75 Prozent einen anfänglichen Effekt von rund minus 45 Basispunkten auf die harte Kernkapitalquote des RBI-Konzerns ohne Russland haben. Nach erfolgreichem Abschluss des Carve-outs wird der endgültige Effekt beider Transaktionen insgesamt voraussichtlich bei rund minus 10 Basispunkten liegen.
Das Closing des freiwilligen Übernahmeangebots wird vorbehaltlich kartellrechtlicher und regulatorischer Genehmigungen sowie weiterer Abschlussbedingungen im vierten Quartal 2026 erwartet. Zuvor muss die österreichische Übernahmekommission das Angebot prüfen und die Angebotsunterlage veröffentlicht werden; nach Veröffentlichung beginnt die zehnwöchige Annahmefrist für die Addiko-Aktionäre.