Raiffeisen Bank International plant freiwilliges Übernahmeangebot für alle Addiko-Anteile
Die Raiffeisen Bank International kündigt ein Übernahmeangebot für die Addiko Bank zu 23,05 Euro je Aktie an - 20% über dem Schätzwert.
Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) hat ihre Absicht angekündigt, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der Wiener Addiko Bank AG zu unterbreiten. RBI bietet einen Kaufpreis von 23,05 Euro je Aktie (cum Dividende 2025) an.
Der angebotene Preis von 23,05 Euro je Addiko-Aktie entspricht dem volumengewichteten durchschnittlichen Aktienkurs der sechs Monate bis zum 7. April 2026. Dieser Preis entspricht einer Prämie von ungefähr 20 Prozent gegenüber dem in einem externen Bewertungsbericht von Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. ermittelten inneren Wert.
Das geplante Übernahmeangebot unterliegt einer Mindestannahmeschwelle von mehr als 75 Prozent aller ausgegebenen und ausstehenden Addiko-Aktien und stellt nach Angaben von RBI kein Delisting-Angebot im Sinne des österreichischen Börsegesetzes dar.
Die Vollendung des beabsichtigten Angebots steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher und regulatorischer Genehmigungen sowie anderer Abschlussbedingungen. Nach Einreichung des Angebots, dessen Prüfung durch die österreichische Übernahmekommission und der Veröffentlichung des Angebotsdokuments durch RBI wird die Annahmefrist zehn Wochen betragen.
RBI erwartet, dass die erfolgreiche Vollendung des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots im vierten Quartal 2026 erfolgen könnte; der Abschluss der geplanten Ausgliederung (Carve-Out) wird für die zweite Jahreshälfte 2027 angegeben.
RBI beabsichtigt, eine Transaktionsvereinbarung mit Alta Group d.o.o. (Serbien), einem der Addiko-Aktionäre, einzugehen. Diese Vereinbarung sieht den geplanten Verkauf (Carve-Out) der folgenden Addiko-Tochtergesellschaften vor:
Der Verkaufspreis für die Ausgliederung soll mindestens dem fairen Marktwert der verkauften Tochtergesellschaften entsprechen. Die Vollendung des Carve-Out ist ebenfalls von üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich kartellrechtlicher und regulatorischer Genehmigungen, abhängig.
RBI beabsichtigt, Addiko Bank d.d. Zagreb (Kroatien), Addiko d.d. Ljubljana (Slowenien) und Addiko Bank AG (Österreich) zu behalten. RBI gibt an, dass sie damit ihren Marktanteil in Kroatien stärken und in Slowenien tätig werden würde.
RBI nennt als erwartete anfängliche CET1-Auswirkung bei erfolgreichem Übernahmeangebot rund minus 45 Basispunkte (bei angenommener 75-prozentiger Teilnahme) auf die RBI-Gruppe ohne Russland. Nach einem erfolgreichen Carve-Out wird die endgültige Auswirkung der kombinierten Transaktionen mit rund minus 10 Basispunkten angegeben.
Die Addiko Bank AG ist in Wien ansässig und an der Wiener Börse notiert. Das Unternehmen hat Tochtergesellschaften in Kroatien, Slowenien, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro.
RBI wird nach eigenen Angaben das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot einreichen und das Angebot anschließend der Prüfung durch die österreichische Übernahmekommission unterziehen. Nach Veröffentlichung des Angebotsdokuments werden die Aktionäre von Addiko zehn Wochen Zeit haben, über das Angebot zu entscheiden.