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RBI will Addiko Bank um 23,05 Euro je Aktie übernehmen

Raiffeisen Bank International plant freiwilliges Übernahmeangebot für alle Addiko-Anteile

8. April 2026 um 21:31
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Die Raiffeisen Bank International kündigt ein Übernahmeangebot für die Addiko Bank zu 23,05 Euro je Aktie an - 20% über dem Schätzwert.

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) hat ihre Absicht angekündigt, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der Wiener Addiko Bank AG zu unterbreiten. Das Angebot sieht einen Kaufpreis von 23,05 Euro je Aktie vor, was einer beträchtlichen Prämie entspricht.

Übernahmeangebot mit 20 Prozent Aufschlag

Der angebotene Preis von 23,05 Euro je Addiko-Aktie (cum Dividende 2025) entspricht dem volumengewichteten durchschnittlichen Aktienkurs der letzten sechs Monate bis zum 7. April 2026. Besonders bemerkenswert ist, dass dieser Preis eine Prämie von etwa 20 Prozent über dem inneren Wert der Aktie darstellt, der in einem externen Bewertungsbericht von Ernst & Young Wirtschaftsprüfungsgesellschaft m.b.H. ermittelt wurde.

Das geplante Übernahmeangebot unterliegt einer Mindestannahmeschwelle von mehr als 75 Prozent aller ausgegebenen und ausstehenden Addiko-Aktien. Es handelt sich dabei nicht um ein Delisting-Angebot im Sinne des österreichischen Börsegesetzes.

Regulatorische Hürden und Zeitplan

Die Vollendung des beabsichtigten Angebots steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher und regulatorischer Genehmigungen sowie anderer Abschlussbedingungen. Nach der Einreichung des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots, dessen Prüfung durch die österreichische Übernahmekommission und der Veröffentlichung des Angebotsdokuments durch die RBI wird die Annahmefrist zehn Wochen betragen.

Die erfolgreiche Vollendung des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots wird für das vierte Quartal 2026 erwartet, während der Abschluss der geplanten Ausgliederung für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen ist.

Transaktionsvereinbarung mit Alta Group

Parallel zu dem Übernahmeangebot plant die RBI eine Transaktionsvereinbarung mit der Alta Group d.o.o. aus Serbien, einem der Addiko-Aktionäre. Diese Vereinbarung sieht den geplanten Verkauf (Carve-Out) von vier Addiko-Tochtergesellschaften vor:

  • Addiko Bank a.d. Beograd (Serbien)
  • Addiko Bank d.d. Sarajevo (Bosnien und Herzegowina)
  • Addiko Bank d.d. Banja Luka (Bosnien und Herzegowina)
  • Addiko Bank A.D. Podgorica (Montenegro)

Der Verkaufspreis für diese Ausgliederung wird mindestens dem fairen Marktwert der verkauften Tochtergesellschaften entsprechen. Die Vollendung des Carve-Out unterliegt üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich kartellrechtlicher und regulatorischer Genehmigungen.

Strategische Neuausrichtung in Südosteuropa

Die RBI beabsichtigt, drei Addiko-Tochtergesellschaften zu behalten: Addiko Bank d.d. Zagreb in Kroatien, Addiko d.d. Ljubljana in Slowenien und die Addiko Bank AG in Österreich. Mit dieser Transaktion würde die RBI ihren Marktanteil in Kroatien stärken und zur viertgrößten Bank nach Bilanzsumme werden.

Besonders interessant ist die geplante Rückkehr der RBI nach Slowenien, wo das Unternehmen Potenzial im Corporate und Investment Banking sowie im Markt für kleine und mittlere Unternehmen sieht. Dies markiert eine strategische Neuausrichtung der RBI in der Region Südosteuropa.

Finanzielle Auswirkungen auf die RBI

Die erfolgreiche Vollendung des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots hätte zunächst eine negative CET1-Auswirkung von etwa 45 Basispunkten (bei einer angenommenen 75-prozentigen Beteiligung) auf die RBI-Gruppe ohne Russland. Nach einer erfolgreichen Ausgliederung würde sich die endgültige Auswirkung der kombinierten Transaktionen auf etwa minus 10 Basispunkte reduzieren.

Hintergrund zur Addiko Bank

Die Addiko Bank AG ist eine in Wien ansässige Bank, die in mehreren südosteuropäischen Märkten tätig ist. Das Unternehmen ist an der Wiener Börse notiert und verfügt über Tochtergesellschaften in Kroatien, Slowenien, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro.

Die Bank konzentriert sich hauptsächlich auf Konsumentenkredite und Retail-Banking in den Märkten Südosteuropas. Mit der geplanten Übernahme durch die RBI würde sich die Eigentümerstruktur grundlegend ändern und neue strategische Perspektiven eröffnen.

Bedeutung für den österreichischen Bankenmarkt

Die geplante Übernahme der Addiko Bank durch die RBI ist ein bedeutender Schritt in der Konsolidierung des österreichischen und südosteuropäischen Bankensektors. Die Transaktion würde die Position der RBI als eine der führenden Banken in der Region weiter stärken.

Für Anleger stellt das Übernahmeangebot eine attraktive Exitgelegenheit dar, insbesondere angesichts der 20-prozentigen Prämie über dem ermittelten inneren Wert der Aktie. Die Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent zeigt, dass die RBI eine klare Mehrheitskontrolle anstrebt.

Nächste Schritte und Ausblick

In den kommenden Monaten wird die RBI das formelle Übernahmeangebot bei der österreichischen Übernahmekommission einreichen. Parallel dazu müssen die notwendigen regulatorischen Genehmigungen eingeholt werden, was in mehreren Jurisdiktionen erforderlich ist.

Die Aktionäre der Addiko Bank werden nach Veröffentlichung des Angebotsdokuments zehn Wochen Zeit haben, über das Angebot zu entscheiden. Der Erfolg der Transaktion hängt maßgeblich davon ab, ob die erforderliche Mindestannahmequote von 75 Prozent erreicht wird.

Mit dieser strategischen Akquisition würde die RBI ihre Präsenz in Südosteuropa selektiv ausbauen und gleichzeitig durch den geplanten Verkauf bestimmter Tochtergesellschaften ihre regionale Ausrichtung optimieren. Dies könnte ein wichtiger Baustein für das weitere Wachstum der Bank in den kommenden Jahren darstellen.

Schlagworte

#RBI#Addiko Bank#Übernahme#Banking#Südosteuropa

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