Kolm warnt vor Gefährdung der Eigentumsfreiheit und demokratischer Grundrechte
FPÖ-Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm sieht in diskutierten Vermögensobergrenzen einen Angriff auf verfassungsrechtlich geschützte Grundrechte.
Die FPÖ-Wirtschaftssprecherin Dr. Barbara Kolm übt Kritik an SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer. Anlass ist eine Veranstaltung des Momentum Instituts, bei der Marterbauer teilnahm. "Wenn ein amtierender SPÖ-Finanzminister einer offen geforderten Vermögensobergrenze nicht widerspricht, ist das demokratiepolitisch alarmierend", erklärte Kolm nach der Veranstaltung.
Die freiheitliche Politikerin sieht in der Diskussion um Vermögensobergrenzen eine fundamentale Verschiebung der politischen Debatte. Statt über die Art der Besteuerung zu diskutieren, stehe nun die grundsätzliche Frage im Raum, ob Eigentum überhaupt noch erlaubt sei. "Es geht nicht mehr um die Frage 'Wie besteuern wir?', sondern um die Frage 'Ist Eigentum überhaupt noch erlaubt?'", so Kolm.
Kolm betont die verfassungsrechtliche Dimension der Eigentumsfreiheit in Österreich. Das Eigentumsrecht sei aus gutem Grund als Grundrecht verfassungsrechtlich geschützt. Eine Vermögensobergrenze bedeute letztendlich eine Eigentumsbegrenzung, bei der der Staat politisch festlege, wie viel Vermögen ein Bürger maximal besitzen dürfe - auch wenn dieses durch Eigenleistung erworben wurde.
"Wenn linke Akteure über Eigentumsbegrenzungen schwärmen, sägen sie in so gravierender Weise am Grundrecht auf Eigentum, dass sie sich damit außerhalb des Verfassungsbogens bewegen", warnt die FPÖ-Politikerin. Es gehe nicht um ein Detail, sondern um ein zentrales Fundament der Demokratie.
Die Wirtschaftssprecherin der FPÖ argumentiert, dass Eigentum als Freiheitsrecht institutionell staatliche Macht begrenze. Es schaffe einen privaten, staatlich nicht verfügbaren Gestaltungsspielraum, der für eine unabhängige Teilhabe an der Demokratie notwendig sei. "Ohne Eigentumsfreiheit sind politische Freiheiten nicht abgesichert, sondern vom Staat lediglich geduldet", so Kolm.
Kolm widerspricht dem Argument, dass hohe Vermögen eine Gefahr für die Demokratie darstellen könnten. "Hohe Vermögen gefährden keine Demokratie", stellt Kolm klar.
Stattdessen sieht sie andere Faktoren als demokratiegefährdend: "Demokratie wird durch Regelbrüche und Intransparenz untergraben oder durch übermächtige außerparlamentarische Strukturkartelle wie die Sozialpartnerschaft ausgehöhlt." Nicht privater Reichtum, sondern konzentrierte staatliche Macht sei das größte Risiko für Freiheit und Demokratie.
Die FPÖ-Politikerin warnt vor den Folgen einer verstärkten staatlichen Kontrolle über private Vermögen. "Eine Vermögensobergrenze reduziert keine Macht, sondern konzentriert sie beim Staat – genauer gesagt bei einer kleinen Gruppe an der Staatsspitze", argumentiert Kolm weiter.
Neben den verfassungsrechtlichen und demokratiepolitischen Aspekten führt Kolm auch wirtschaftliche Gründe gegen Vermögensobergrenzen an. "Eigentum ist kein ungerechter Luxus, sondern die wirtschaftliche Grundlage für Investition, Innovation und Wohlstand", betont sie.
"Jeder soll so viel Eigentum besitzen dürfen, wie ihm legal an Vermögen zufällt", fordert Kolm abschließend. Niemand habe grundsätzlich ein Recht auf das Geld anderer. Zukunftsgerichtete Politik müsse sich auf die Schaffung neuen Wohlstands konzentrieren.