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Pelletheizungen überholen Ölheizungen in Niederösterreich

4.800 Haushalte wechselten 2024 von Öl auf Pellets und sparen dabei Millionen

8. April 2026 um 08:11
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In Niederösterreich heizen erstmals mehr Haushalte mit Pellets als mit Öl. Die Umsteiger sparen dabei jährlich 152 Millionen Euro Heizkosten.

Ein historischer Wendepunkt in der niederösterreichischen Heiztechnik: Erstmals sind 2024 mehr Pellet- als Ölheizungen in Betrieb. Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Schritt in der Energiewende des größten österreichischen Bundeslandes und zeigt, wie sich das Heizverhalten der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher fundamental wandelt.

Pellets überholen Öl bei den Heizsystemen

Die aktuellen Zahlen des Branchenverbands proPellets Austria sprechen eine deutliche Sprache: 63.344 Haushalte heizen mittlerweile mit Pellets, während 54.354 Haushalte nach wie vor auf Öl setzen. Besonders beeindruckend ist die Dynamik des Wandels: Allein 2024 sind 4.829 Haushalte auf eine Pelletheizung umgestiegen – das entspricht 6,3 neuen Heizungen pro 1.000 Haushalte und stellt einen österreichischen Spitzenwert dar.

Die Entwicklung wird noch deutlicher, wenn man einen Blick in die Vergangenheit wirft: Vor wenigen Jahren waren in Niederösterreich noch 100.000 Ölheizungen in Betrieb. Diese Zahl hat sich in den vergangenen Jahren halbiert – ein klares Zeichen dafür, dass sich die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher bewusst für nachhaltige Heizsysteme entscheiden.

Massive Kosteneinsparungen für die Haushalte

Der Umstieg auf Pelletheizungen macht sich nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell deutlich bemerkbar. Die 4.829 Haushalte, die 2024 von Öl auf Pellets umgestiegen sind, sparen auf Basis der aktuellen Preise beachtliche 11,5 Millionen Euro pro Jahr. Rechnet man alle niederösterreichischen Pellet-Haushalte zusammen, ergibt sich eine jährliche Ersparnis von 152 Millionen Euro gegenüber dem Heizen mit Öl.

"Wer bei den aktuellen Preisen auf eine Pelletheizung umsteigt, spart 2.400 Euro oder ein 15. Monatsgehalt", erklärt Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets Austria. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Umstieg auf Pellets nicht nur eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung darstellt.

Energieunabhängigkeit als strategisches Ziel

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf sieht in dieser Entwicklung einen wichtigen Baustein für die Energieunabhängigkeit Niederösterreichs: "Wir können uns nicht abkapseln von weltweiten Krisen, aber wir müssen im Inland die richtigen Entscheidungen treffen, um die Versorgung zu sichern und das Leben leichter zu machen."

Besonders betont Pernkopf den strategischen Aspekt der Energieunabhängigkeit: "Wir heizen lieber mit heimischer Energie als mit teuren Importen aus Krisengebieten. Das stärkt unsere heimische Wirtschaft und macht uns unabhängiger von Russland und dem arabischen Raum."

Österreichweiter Trend zu nachhaltigen Heizsystemen

Die positive Entwicklung in Niederösterreich spiegelt einen österreichweiten Trend wider. Insgesamt wurden 2024 in ganz Österreich 18.032 neue Pelletheizungen installiert. Diese Zahlen zeigen, dass sich die Pelletheizung als ernstzunehmende Alternative zu fossilen Brennstoffen etabliert hat.

"Zusätzlich verringert jede neue Pelletheizung die fossile Abhängigkeit vom Ausland", betont Doris Stiksl von proPellets Austria. "Die Energiekrise zeigt einmal mehr, wie dringend wir raus müssen aus Öl und Gas. Mit regionaler Biomasse sichern wir Arbeitsplätze und halten die Wertschöpfung im Land."

Massive CO2-Einsparungen durch den Heizungstausch

Neben den wirtschaftlichen Vorteilen spielt auch der Klimaschutz eine zentrale Rolle beim Umstieg auf Pelletheizungen. Eine aktuelle Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Steiermark zeigt beeindruckende Zahlen: Eine Pelletheizung spart über ihren gesamten Lebenszyklus – von der Herstellung über den Betrieb bis zur Entsorgung – 197 Tonnen CO2 im Vergleich zu einer Ölheizung.

Hochgerechnet auf die 18.032 im Vorjahr neu installierten Pelletheizungen ergibt sich für die kommenden 20 Jahre eine CO2-Einsparung von 3,5 Millionen Tonnen. Diese Zahlen unterstreichen den bedeutenden Beitrag, den der Heizungstausch für den Klimaschutz leistet.

Regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze

Ein oft übersehener Aspekt der Pelletheizung ist die regionale Wertschöpfung. Anders als bei importierten fossilen Brennstoffen bleibt das Geld für Pellets größtenteils in der Region. Die Pelletproduktion schafft Arbeitsplätze in der Holzverarbeitung und stärkt die ländlichen Strukturen.

"Mit regionaler Biomasse sichern wir Arbeitsplätze und halten die Wertschöpfung im Land", so Stiksl. Diese regionale Verankerung macht Pelletheizungen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor, der über den reinen Heizeffekt hinausgeht.

Förderungen als wichtiger Hebel für den Umstieg

Die positive Entwicklung bei den Pelletheizungen ist auch das Ergebnis gezielter Förderpolitik. "Deshalb ist es wichtig, dass es weiterhin verlässliche Förderungen für den Heizungstausch gibt", betont Doris Stiksl. Diese Förderungen helfen dabei, die anfänglichen Investitionskosten zu senken und machen den Umstieg für viele Haushalte erst möglich.

Zukunftsaussichten für nachhaltige Heizsysteme

Die aktuellen Entwicklungen in Niederösterreich zeigen exemplarisch, wie die Energiewende im Heizungssektor gelingen kann. Der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv.

Die Kombination aus Kosteneinsparungen, Klimaschutz und regionaler Wertschöpfung macht Pelletheizungen zu einer attraktiven Alternative für viele Haushalte. Mit der steigenden Anzahl an Pelletheizungen wächst auch die Infrastruktur und das Bewusstsein für nachhaltige Heizsysteme.

Die niederösterreichischen Zahlen zeigen: Der Wandel zu nachhaltigen Heizsystemen ist nicht nur möglich, sondern bereits in vollem Gange. Wenn dieser Trend anhält, könnte Niederösterreich ein Vorreiter für andere Regionen werden und demonstrieren, wie erfolgreich die Energiewende im Heizungssektor umgesetzt werden kann.

Schlagworte

#Pelletheizung#Niederösterreich#Energiewende#Heizkosten#Umweltschutz

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