Bäckerei 4.0: Traditionsbetrieb nutzt Digitalisierung für Wettbewerbsvorteile
192 Wiener Unternehmen erhielten waff-Innovationsförderung. Bäckerei Szihn zeigt mit KI und neuen Produkten den Weg zur modernen Backstube.
Der Wiener Arbeitnehmer*innen Förderungsfonds (waff) setzt verstärkt auf die Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben bei ihren Innovationsprojekten. Mit dem Programm "Innovation und Beschäftigung" wurden bereits 192 Wiener Unternehmen mit insgesamt 10,3 Millionen Euro gefördert – ein Erfolgsmodell, das sowohl die Wettbewerbsfähigkeit stärkt als auch neue Arbeitsplätze schafft.
"Die Wiener Klein- und Mittelbetriebe sind das Herzstück der Wiener Wirtschaft und der Motor des anhaltenden Beschäftigungswachstums", erklärt waff-Vorstandsvorsitzender Christian Meidlinger. "Der waff fördert mit der Innovationsförderung die Transformation von Wiener Klein- und Mittelbetrieben und stärkt so ihre Wettbewerbsfähigkeit. Das schafft neue Arbeitsplätze bzw. sichert bestehende ab und stärkt den Standort Wien."
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Von 2021 bis 2025 haben die geförderten Unternehmen 267 Innovationsassistent*innen neu eingestellt und über 140 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Insgesamt beschäftigen die in den vergangenen fünf Jahren vom waff unterstützten Betriebe mehr als 3.200 Arbeitnehmer*innen.
Das Förderprogramm "Innovation und Beschäftigung" bietet Unternehmen eine durchdachte Unterstützungsstruktur. Josef Angelmayer, waff-Vorstandsmitglied, betont: "Gerade für Klein- und Mittelbetriebe ist die Innovationsförderung des waff eine entscheidende Unterstützung, um Neuerungen im betrieblichen Alltag, Digitalisierungsprojekte bzw. neue Produkte einzuführen. Hier werden die Grundlagen gelegt, um im Wettbewerb zu bestehen."
Die Förderung umfasst verschiedene Bereiche:
Unternehmen können maximal 59.000 Euro erhalten, bei zusätzlichen Gleichstellungsmaßnahmen sogar bis zu 64.000 Euro. Allein 2025 erhielten 44 Unternehmen mit rund 700 Mitarbeiter*innen Förderzusagen und stellten bereits 45 Innovationsassistent*innen neu ein.
Ein besonders anschauliches Beispiel für gelungene Innovation zeigt die Bäckerei Szihn in Wien-Liesing. Das Familienunternehmen nutzt die waff-Förderung, um sich als handwerklicher Qualitätsbetrieb in einer "Backstube 4.0" neu zu positionieren. Dabei verbinden Alexandra und Stefan Szihn erfolgreich traditionelles Handwerk mit modernster Technologie.
"Durch den gezielten Einsatz von KI und Digitalisierung erlebt das Handwerk eine beeindruckende Renaissance, bei der moderne Technik den Berufszweig attraktiver macht und Arbeitsabläufe deutlich vereinfacht", erklären die Betriebsinhaber. "Die intelligente Vernetzung ermöglicht höchste Produktqualität und innovative Lösungen für Kunden, wodurch sich handwerkliche Betriebe klar von Industrie und Handel abheben und ihre einzigartige Wettbewerbsfähigkeit unterstreichen."
Die Transformation der Bäckerei Szihn umfasst mehrere Bereiche:
Zwei Innovationsassistentinnen treiben die Veränderungen systematisch voran. Das Ergebnis: Bisher konnten drei zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Gerade im intensiven Wettbewerb mit Supermärkten und Bäckereiketten erweisen sich diese Innovationen als wesentlicher Erfolgsfaktor.
"Gut ausgebildete Fachkräfte sind die Basis für Innovationen und wirtschaftlichen Erfolg", unterstreicht waff-Geschäftsführer Marko Miloradović. "Der waff ermutigt und fördert nicht nur die Wiener*innen bei ihren Aus- und Weiterbildungen, sondern auch Unternehmen, damit neue Beschäftigung entsteht."
Diese doppelte Strategie – Qualifizierung von Arbeitskräften einerseits und Innovationsförderung bei Unternehmen andererseits – soll Wien als Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken. Die Förderung trägt dazu bei, dass sich heimische Betriebe im internationalen Wettbewerb behaupten können und gleichzeitig attraktive Arbeitsplätze vor Ort entstehen.
Das Beispiel der Bäckerei Szihn zeigt exemplarisch, wie Digitalisierung auch in traditionellen Handwerksbetrieben gewinnbringend eingesetzt werden kann. Die intelligente Vernetzung von Produktionsprozessen, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Qualitätssicherung und die Entwicklung neuer Produktlinien schaffen klare Wettbewerbsvorteile.
Besonders bemerkenswert ist dabei der Ansatz, moderne Technologie nicht als Ersatz für handwerkliches Können zu sehen, sondern als Verstärkung der traditionellen Stärken. Die Bäckerei kann sich so deutlich von industriell gefertigten Backwaren abheben und ihre Einzigartigkeit unterstreichen.
Die waff-Innovationsförderung zeigt deutliche positive Effekte auf den Wiener Arbeitsmarkt. Die Schaffung von 267 Stellen für Innovationsassistent*innen und über 140 weiteren Arbeitsplätzen in den geförderten Unternehmen trägt spürbar zur Beschäftigungsentwicklung bei.
Dabei entstehen nicht nur quantitativ mehr Arbeitsplätze, sondern auch qualitativ hochwertige Positionen, die eine langfristige berufliche Perspektive bieten. Die Verbindung von Innovation und Beschäftigung schafft Win-Win-Situationen für Unternehmen und Arbeitnehmer*innen.
Die nächste Antragsrunde für die Förderung "Innovation und Beschäftigung" findet vom 25. Juni bis 27. August 2026 statt. Interessierte Unternehmen können sich bereits jetzt unter 01 21748-516 oder auf der waff-Website über die Fördermöglichkeiten informieren.
Das Programm hat sich als wichtiger Baustein der Wiener Wirtschaftsförderung etabliert und wird auch in Zukunft dazu beitragen, dass Klein- und Mittelbetriebe ihre Innovationskraft entfalten können. Die Kombination aus finanzieller Unterstützung und strategischer Beratung schafft optimale Voraussetzungen für nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Die Bäckerei Szihn steht exemplarisch für viele Wiener Betriebe, die den Mut haben, traditionelle Geschäftsmodelle zu überdenken und mit innovativen Ansätzen zu verbinden. Ihre Erfolgsgeschichte zeigt, dass die waff-Förderung genau dort ansetzt, wo sie am meisten bewirken kann: bei der praktischen Umsetzung von Innovationen, die sowohl Unternehmen als auch Arbeitsplätze stärken.