Kooperation mit VERBUND stärkt Netzstabilität und Wärmemanagement
Die Lenzing AG hat eine innovative Power-to-Heat-Anlage mit 14 Megawatt Leistung in Betrieb genommen, die Österreichs Stromnetz stabilisiert.
Die Lenzing AG hat erfolgreich eine neue Power-to-Heat-Anlage (P2H) mit einer elektrischen Leistung von 14 Megawatt in Betrieb genommen. Die innovative Anlage wandelt erneuerbare Elektrizität direkt in Prozesswärme um und ist vollständig in das bestehende Wärmenetz des Industriestandorts integriert. Das Projekt stellt einen wichtigen Baustein für eine fossilfreie Wärmeversorgung dar.
Als Projektpartner übernahm VERBUND die energiewirtschaftliche Integration und betreibt die Anlage für die Vermarktung von Ausgleichsenergie. Dies ermöglicht es, flexibel auf kurzfristige Schwankungen im Stromnetz zu reagieren. Die P2H-Anlage zählt zu den leistungsstärksten ihrer Art im österreichischen Industriesektor und trägt zur Stabilisierung des Elektrizitätssystems bei, indem sie überschüssige erneuerbare Energie in nutzbare Prozesswärme umwandelt.
"Die neue Power-to-Heat-Anlage zeigt auf, wie industrielle Dekarbonisierung in der Praxis umgesetzt werden kann – technologisch anspruchsvoll, wirtschaftlich tragfähig und mit einem klaren positiven Einfluss auf den Standort", erklärt Georg Kasperkovitz, Vorstandsmitglied der Lenzing Group.
Die Anlage wird primär in Zeiten eingesetzt, in denen Wind- und Solarenergieerzeugung das Netz stark belasten und die Strompreise fallen. In solchen Situationen kann sie innerhalb kürzester Zeit hochfahren, erneuerbaren Strom absorbieren und direkt ins Wärmenetz des Standorts einspeisen. Dies entlastet das österreichische Stromnetz, reduziert die Abregelung erneuerbarer Stromerzeugung und verbessert gleichzeitig die Versorgungssicherheit am Lenzing-Standort.
Durch den flexiblen Betrieb kann Lenzing kostengünstige erneuerbare Energie wirtschaftlich optimal nutzen. Gleichzeitig können Brennstoffe – einschließlich fossiler Energieträger – ersetzt und CO₂-Emissionen effektiv reduziert werden.
Das Projekt wurde durch eine enge Kooperation zwischen Lenzing und VERBUND realisiert. Lenzing übernahm die technische Planung, den Bau und die vollständige Integration der Anlage in das Energie- und Wärmemanagementsystem des Standorts. VERBUND brachte seine Expertise in den Bereichen Infrastruktur, Energievermarktung und Marktoperationen ein, integriert die Anlage in Österreichs Ausgleichsenergiemarkt und sorgt für deren optimalen Einsatz innerhalb des Stromsystems.
"Unsere Partnerschaft mit Lenzing zeigt deutlich das Potenzial auf, das in der engen Zusammenarbeit zwischen Industrie und Energiewirtschaft liegt. Durch die Integration der Power-to-Heat-Anlage in den Ausgleichsenergiemarkt werden industrielle Prozesse zu einem aktiven Teil eines flexiblen Energiesystems. Lösungen wie diese sind essentiell, um erneuerbare Energie optimal zu nutzen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit nachhaltig zu stärken", betont Michael Strugl, Vorstandsvorsitzender der VERBUND AG.
VERBUND setzt bereits seit mehreren Jahren Projekte für erneuerbare Energien am Lenzing-Standort um, einschließlich Photovoltaik-Anlagen und Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Damit unterstützt das Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz zur industriellen Dekarbonisierung.
Die 14-MW-Anlage leistet einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität in Österreich. Sie kann überschüssige erneuerbare Energie aufnehmen, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt, und trägt so zur besseren Integration von Wind- und Solarenergie in das Stromsystem bei. Dies ist besonders wichtig, da der Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich voranschreitet und das Stromnetz zunehmend volatilen Einspeisungen ausgesetzt ist.
Mit der Inbetriebnahme der 14-MW-Power-to-Heat-Anlage erschließt Lenzing zusätzliche Potenziale für eine klimafreundliche, zukunftsorientierte Produktion. Die neue Installation erhöht die Flexibilität im Energieeinsatz, stärkt das Wärmemanagement und ermöglicht eine effiziente Nutzung erneuerbarer Energie.
Die Anlage macht einen bedeutenden Beitrag zur industriellen Wärmewende und zur langfristigen Umsetzung klimaneutraler Produktionswege. Durch die Umwandlung von erneuerbarem Strom in Prozesswärme kann Lenzing seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen weiter reduzieren und gleichzeitig die Betriebskosten optimieren.
Die Kombination aus Klimaschutz, Kosteneffizienz und Systemstabilität setzt einen technologischen Standard für die moderne industrielle Energieversorgung. Das Projekt zeigt, wie Industrieunternehmen aktiv zur Energiewende beitragen können, während sie gleichzeitig ihre wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Die Lenzing Group steht für die verantwortliche Produktion von Spezial- und Premium-Fasern auf Basis regenerierter Cellulose. Als Innovationsführer ist Lenzing Partner globaler Textil- und Vliesstoffhersteller und treibt viele neue technologische Entwicklungen voran. Die hochwertigen Fasern der Lenzing Group sind Rohstoff für eine breite Palette von Textilapplikationen.
Das Geschäftsmodell der Lenzing Group geht weit über das eines traditionellen Faserproduzenten hinaus. Gemeinsam mit Kunden und Partnern entwickelt Lenzing innovative Produkte entlang der Wertschöpfungskette. Der Konzern strebt eine effiziente Nutzung und Verarbeitung aller Rohstoffe an und bietet Lösungen für den Übergang der Textilindustrie von der derzeitigen linearen Wirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft.
VERBUND ist Österreichs führendes Energieunternehmen und einer der größten Wasserkraftproduzenten Europas. Der Konzern erzeugt rund 95 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien, hauptsächlich aus Wasserkraft. VERBUND handelt Strom in 12 Ländern und erzielte 2025 mit etwa 4.400 Mitarbeitern ein Konzernergebnis von rund 1.489 Millionen Euro und ein EBITDA von 2.737 Millionen Euro.
Mit seinen Tochtergesellschaften und Partnern ist VERBUND in der Stromerzeugung, der Übertragung sowie im internationalen Handel und Vertrieb tätig. VERBUND ist seit 1988 an der Wiener Börse notiert, wobei 51 Prozent des Aktienkapitals von der Republik Österreich gehalten werden.
Das Projekt zwischen Lenzing und VERBUND demonstriert das Potenzial von Power-to-Heat-Technologien für die industrielle Dekarbonisierung. Es zeigt, wie Unternehmen durch innovative Energielösungen gleichzeitig ihre Klimaziele erreichen und zur Stabilität des Stromsystems beitragen können. Ähnliche Projekte könnten künftig eine wichtige Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien in industrielle Prozesse spielen und den Weg zu einer klimaneutralen Industrie ebnen.