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OTS-MeldungVolkskundemuseum Wien, Brunnenpassage/Anhang/Bild/Kunst & Kultur/Theater/Museen

Interaktive Performance MEMORY, SPEAK! in Wien

Drei Bühnen, ein Experiment: Wie Erinnerung heute funktioniert

7. April 2026 um 10:22
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Eine einzigartige Performance über Erinnerungskultur kommt am 11. und 12. April in die Brunnenpassage Wien.

In der Wiener Brunnenpassage wird am 11. und 12. April ein außergewöhnliches kulturelles Experiment stattfinden: Die Performance "MEMORY, SPEAK!" lädt das Publikum zu einer interaktiven Reise durch verschiedene Formen des Erinnerns ein. Das innovative Format verbindet zeitgenössische Kunst mit gesellschaftsrelevanten Themen und macht die Besucher zu aktiven Teilnehmern eines kollektiven Echtzeitexperiments.

Drei Bühnen, drei Perspektiven auf das Erinnern

Das Besondere an "MEMORY, SPEAK!" liegt in seinem multimedialen Ansatz: Drei parallel stattfindende Bühnengeschehen ermöglichen es dem Publikum, mit Kopfhörern zwischen verschiedenen Erzählungen zu wechseln und so eine ganz individuelle Erfahrung zu machen.

Anna Jermolaewas Langzeitdokumentation

Auf der ersten Bühne findet ein Live-Casting der renommierten Künstlerin Anna Jermolaewa statt. Elf Kandidaten werden vor den Augen des Publikums interviewt, wobei sich die spannende Frage stellt: Wer wird für eine zehnjährige filmische Begleitung ausgewählt? Dieses Format macht den Auswahlprozess künstlerischer Arbeit transparent und zeigt, wie persönliche Geschichten zu Teil größerer kultureller Narrative werden.

The Black Caribbean Radio: Vergessene Stimmen

Sarah Lewis Capellari und Anton Kats widmen sich auf der zweiten Bühne einem düsteren Kapitel der Geschichte: dem Massaker von 1937 in der Dominikanischen Republik. Ihre poetologische und musikalische Spurensuche macht vergessene Stimmen wieder hörbar und zeigt, wie Kunst historische Traumata aufarbeiten kann. "The Black Caribbean Radio" verbindet dabei politisches Bewusstsein mit künstlerischer Sensibilität.

Kasala Kontinuum: Kongolesische Erinnerungskultur

Das Künstlerduo Mukenge/Schellhammer präsentiert mit "Kasala Kontinuum" eine Video-Performance, die die kongolesische Kunstszene in Kinshasa feiert. Dabei greifen sie auf die traditionelle Erinnerungspraxis "Kasala" zurück – Lobgedichte, die bei Familienfesten in der Demokratischen Republik Kongo praktiziert werden. Diese Re-Inszenierung zeigt, wie traditionelle Formen des Erinnerns in zeitgenössische Kunstpraxis übersetzt werden können.

Ein Experiment der besonderen Art

"MEMORY, SPEAK!" ist mehr als nur eine Kunstperformance – es ist ein gesellschaftliches Experiment, das Fragen zur gegenwärtigen Erinnerungskultur aufwirft. Wie gehen wir heute mit Erinnerungen um? Welche Geschichten werden erzählt und welche vergessen? Wie beeinflusst Technologie unsere Art zu erinnern?

Die interaktive Struktur der Performance spiegelt dabei moderne Mediennutzung wider: Genau wie beim Zappen zwischen Fernsehkanälen oder beim Scrollen durch Social Media können die Besucher zwischen verschiedenen Narrativen wechseln. Doch im Gegensatz zu passivem Medienkonsum werden sie hier zu aktiven Teilnehmern des Geschehens.

Internationale Zusammenarbeit mit lokaler Verankerung

Das Projekt entsteht durch eine bemerkenswerte Kooperation zwischen Science Communications Research, der Mobile Akademie Berlin, dem Volkskundemuseum Wien und der Initiative "Erinnern in Zukunft" der Brunnenpassage. Diese internationale Zusammenarbeit zeigt, wie grenzüberschreitende kulturelle Projekte entstehen und gleichzeitig lokale Bezüge schaffen können.

Die Förderung durch die Stadt Wien Kultur unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die Wiener Kulturlandschaft. Die Brunnenpassage selbst, ein wichtiger Ort für zeitgenössische Kunst und kulturelle Experimente in Wien, bietet den idealen Rahmen für diese innovative Performance.

Praktische Informationen für Interessierte

Die Performance findet an zwei Tagen statt: Am Samstag, 11. April, von 15:30 bis 18:30 Uhr und von 19:30 bis 22:30 Uhr, sowie am Sonntag, 12. April, von 15:30 bis 18:30 Uhr und von 19:30 bis 21:30 Uhr. Der Veranstaltungsort ist die Brunnenpassage in der Brunnengasse 71 am Yppenplatz im 16. Wiener Gemeindebezirk.

Besonders bemerkenswert ist das "Pay as you can"-Prinzip beim Eintritt, das kulturelle Teilhabe unabhängig von finanziellen Möglichkeiten ermöglicht. Die Performance wird in deutscher und englischer Sprache mit Simultanübersetzung angeboten, was die internationale Ausrichtung des Projekts unterstreicht.

Bedeutung für die österreichische Kulturlandschaft

"MEMORY, SPEAK!" steht exemplarisch für eine neue Generation kultureller Veranstaltungen, die klassische Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft und gesellschaftlicher Reflexion aufheben. Das Projekt zeigt, wie zeitgenössische Kunst globale Themen aufgreifen und gleichzeitig lokale Relevanz entwickeln kann.

Für Wien als Kulturstadt bedeutet solch ein Projekt eine Bereicherung der bereits vielfältigen Museumslandschaft. Es demonstriert, wie traditionelle Institutionen wie das Volkskundemuseum mit innovativen Formaten neue Zielgruppen erreichen und gesellschaftliche Diskurse anstoßen können.

Die Performance wirft auch wichtige Fragen zur Zukunft des kulturellen Gedächtnisses auf: In einer Zeit, in der digitale Medien unsere Erinnerungskultur prägen, zeigt "MEMORY, SPEAK!" alternative Wege auf, wie kollektives Erinnern funktionieren kann. Durch die Verbindung von Live-Performance, technischen Hilfsmitteln und partizipativer Struktur entsteht ein neues Format kultureller Vermittlung.

Interessierte können sich über bit.ly/memoryspeak anmelden und Teil dieses außergewöhnlichen Experiments werden, das Erinnerung nicht nur thematisiert, sondern erlebbar macht.

Schlagworte

#Performance#Erinnerungskultur#Wien#Brunnenpassage#Zeitgenössische Kunst

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