Wiener Abfallwirtschaft bietet Einblicke in Kompostwerk, Deponie und Müllverbrennung
Von April bis Oktober können Wiener*innen wieder kostenlos hinter die Kulissen der städtischen Abfallwirtschaft blicken.
Die Wiener Abfallwirtschaft zählt zu den modernsten der Welt und lockt jährlich zahlreiche Fachdelegationen aus dem Ausland an. Doch nicht nur internationale Experten interessieren sich für das Vorzeigemodell der Stadt Wien – auch die Bürger*innen selbst wollen wissen, was mit ihrem Müll passiert. Ab April erfüllt die MA 48 diesen Wunsch wieder und öffnet ihre Türen für kostenlose Besichtigungen.
Das Besichtigungsangebot der MA 48 umfasst drei zentrale Bereiche der Wiener Abfallwirtschaft. Im Kompostwerk Lobau können Interessierte verfolgen, wie aus den Inhalten der braunen Biotonne hochwertiger Kompost entsteht. Die Anlage gilt als größtes Kompostwerk Europas und verarbeitet jährlich rund 100.000 Tonnen organische Abfälle aus Wiener Haushalten.
Bei der Besichtigung der Deponie Rautenweg erfahren Besucher*innen, wie moderne Deponietechnik funktioniert und warum die Anlage bereits vollständig begrünt ist. Die Rundfahrt zeigt eindrucksvoll, wie umweltgerechte Abfallbehandlung in der Praxis aussieht und welche strengen Standards dabei eingehalten werden.
Ein besonderes Highlight stellt die Führung durch die Müllverbrennungsanlage Pfaffenau dar. Hier können Gäste einen Blick in den imposanten Müllbunker werfen und sich über die hochmoderne Rauchgasreinigungsanlage informieren. Die Anlage verarbeitet jährlich etwa 250.000 Tonnen Restmüll und erzeugt dabei Energie für rund 60.000 Haushalte.
"Wien hat eine gut funktionierende Abfallwirtschaft. Sauberkeit und ein gutes Abfallmanagement sind wichtige Grundlagen für die hohe Lebensqualität in unserer Stadt", erklärt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Er sieht in den Besichtigungen eine wichtige Möglichkeit für die Bevölkerung: "Es ist spannend und interessant, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und dabei Neues zu entdecken!"
Tatsächlich gilt die Wiener Abfallwirtschaft international als Vorzeigemodell. Das zeigt sich nicht nur an den regelmäßigen Besuchen von Fachdelegationen aus aller Welt, sondern auch an konkreten Zahlen: Wien erreicht eine Recyclingquote von über 60 Prozent und hat die Restmüllmenge pro Kopf in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich reduziert.
Die Besuchssaison 2024 startet am 10. April und läuft bis Oktober. Die Führungen sind kostenlos und richten sich an Gruppen von 5 bis 25 Personen. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich, da die Plätze begrenzt sind.
Interessierte finden alle wichtigen Informationen zu Terminen und Anmeldungsmodalitäten auf der Website der Stadt Wien unter wien.gv.at/umwelt/ma48/beratung/besichtigungen-aba.html. Dort können auch spezielle Wünsche für Gruppenführungen angemeldet werden.
Die kostenlosen Besichtigungen sind Teil des Bildungsauftrags der MA 48. "Wir wollen den Wiener*innen zeigen, wie moderne Abfallwirtschaft funktioniert und warum Mülltrennung so wichtig ist", erklärt eine Sprecherin der MA 48. "Nur wer versteht, was mit dem Abfall passiert, kann bewusste Entscheidungen treffen."
Bei allen Führungen steht das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Die Besucher*innen erfahren, wie Wien es schafft, aus Abfall Ressourcen zu gewinnen – sei es durch Kompostierung, Energieerzeugung oder Recycling. Diese Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Baustein der Wiener Klimastrategie.
Besonders interessant ist dabei der Einblick in die technischen Innovationen: Von der automatischen Sortierung verschiedener Materialien bis hin zur hochmodernen Filterung von Abgasen zeigen die Anlagen, wie Umweltschutz und Effizienz miteinander verbunden werden können.
Das Interesse an den Besichtigungen ist traditionell groß. Viele Wiener*innen nutzen die Gelegenheit, um sich ein eigenes Bild von der städtischen Abfallwirtschaft zu machen. Besonders Familien mit Kindern schätzen die lehrreichen Führungen, die komplexe Umweltthemen anschaulich vermitteln.
Die MA 48 plant, das Angebot auch in Zukunft weiterzuführen und eventuell sogar zu erweitern. "Das große Interesse zeigt uns, dass die Wiener*innen sehr umweltbewusst sind und verstehen wollen, wie sie selbst zu einer sauberen Stadt beitragen können", so die Einschätzung der Verantwortlichen.
Wer eine der kostenlosen Führungen besuchen möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden. Erfahrungsgemäß sind die Termine schnell ausgebucht, besonders die Besichtigungen der Müllverbrennungsanlage Pfaffenau erfreuen sich großer Beliebtheit.
Die Führungen dauern in der Regel zwischen eineinhalb und zwei Stunden und sind für alle Altersgruppen geeignet. Aus Sicherheitsgründen müssen alle Teilnehmer*innen festes Schuhwerk tragen und bekommen bei Bedarf Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt.