75% der Wasserpegel zeigen niedrige Werte - Grundwasserstände sinken weiter
Der März 2026 brachte Österreich überdurchschnittliche Temperaturen und nur die Hälfte des üblichen Niederschlags. Besonders betroffen sind Kärnten, Oberösterreich, die Steiermark und Salzburg.
Wie das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) im Monatsbericht "Wasserhaushalt Österreich" mitteilt, war der März 2026 geprägt von überdurchschnittlichen Temperaturen und einem markanten Niederschlagsdefizit.
Die durchschnittliche Lufttemperatur lag im März um 1,5 °C über dem Mittel der Klima-Normalperiode 1991–2020. Gleichzeitig fiel im Österreichmittel mit rund 37 mm nur etwa die Hälfte des üblichen Monatsniederschlags.
Besonders ausgeprägt war die Trockenheit in Kärnten, Oberösterreich, der Steiermark und Salzburg.
In den vergangenen drei Monaten lag der Niederschlag um rund 19 % unter dem Durchschnitt, im Zwölfmonatsrückblick bei etwa 14 % darunter.
Trotz Neuschneefällen zum Monatsende entlang der Nordalpen blieben die Schneemengen in den höheren Lagen insgesamt unter dem langjährigen Mittel, sodass nur ein eingeschränkter Schneespeicher zur Verfügung steht.
Hydrologisch führten die trockenen Bedingungen zu deutlich reduzierten Abflüssen: Rund 75 % der Pegel wiesen im März niedrige Werte auf. Hochwasserereignisse wurden nicht beobachtet. Am Neusiedler See zeigte sich ein saisonal üblicher, jedoch nur schwach ausgeprägter Anstieg des Wasserstands.
Der Anteil an Messstellen mit niedrigen Grundwasserniveaus stieg bis Ende März auf rund 65 %, nachdem sich die Situation im Februar vorübergehend etwas entspannt hatte.
Laut Prognosen der GeoSphere Austria ist kurzfristig mit steigenden Temperaturen und vorübergehend trockenerem Wetter zu rechnen. Bis zur Monatsmitte sollten kühleres, unbeständiges Wetter mit regelmäßigen Niederschlägen folgen.
In der zweiten Aprilhälfte bleibt es überwiegend zu warm, gleichzeitig werden Niederschläge seltener. Anfang Mai wird es voraussichtlich weiterhin deutlich zu warm sein, bei wieder häufigeren Niederschlägen, die auch in der zweiten Maiwoche anhalten dürften.
Vor diesem Hintergrund ist in den kommenden Wochen weder mit einer wesentlichen Verschlechterung, noch mit einer spürbaren Verbesserung der Grundwassersituation zu rechnen. Die derzeit überwiegend niedrigen Niveaus dürften vorerst bestehen bleiben.
Umweltminister Norbert Totschnig: „Der März war deutlich zu trocken und hat vielerorts zu sinkenden Grundwasserständen geführt. Solche Entwicklungen sind im Jahresverlauf zwar nicht ungewöhnlich, doch die aktuellen Niederschlagsdefizite zeigen klar, dass wir weiterhin aufmerksam bleiben müssen. Besonders die Wintermonate spielen eine zentrale Rolle bei der Auffüllung unserer Wasserspeicher. Als Umweltministerium setzen wir daher auf eine konsequente Beobachtung und ein vorausschauendes Management, um Österreichs Wasserressourcen für die Zukunft zu sichern.“
Link: Monatsbericht März 2026