Unternehmen wirft Sender unsachliche Berichterstattung vor und kündigt rechtliche Schritte an
HYLA Germany wehrt sich gegen einen RTL-Beitrag über ihre Wasserstaubsauger und kritisiert die Testmethoden als ungeeignet für ihr Produkt.
Die HYLA Germany GmbH geht scharf mit einem aktuellen RTL-Beitrag über ihre Wasserstaubsauger ins Gericht. Das Unternehmen wirft dem Sender vor, unsachlich und voreingenommen berichtet zu haben, und kündigt juristische Schritte gegen die "vielen unrichtigen Aussagen" an.
"Viel Meinung, viele Fehler, wenig Fakten", fasst Jan Pfeiffer, Geschäftsführer von HYLA Germany, seine Kritik an dem RTL-Beitrag zusammen. Besonders ärgert ihn, dass der Sender erst eine Woche vor der Ausstrahlung Fragen an das Unternehmen richtete, obwohl bereits wochenlang an dem Beitrag gearbeitet worden war.
"Im Beitrag wird viel vermutet, gedacht und behauptet, aber uns gefragt hat niemand", so Pfeiffer weiter. Aus den verspätet gestellten Fragen sei bereits erkennbar gewesen, "dass man das Produkt schlecht machen wollte". Das Unternehmen sieht darin einen Verstoß gegen journalistische Standards und bereitet rechtliche Schritte vor.
Besonders kritisiert HYLA Germany die vom RTL beauftragten Labortests. Das Prüflabor hatte verschiedene Staubsauger und den HYLA EST Wasserstaubsauger getestet und dabei angebliche Schwächen des Wasserstaubsaugers festgestellt.
Nach Ansicht von HYLA Germany sind die verwendeten Testmethoden jedoch ungeeignet für Wasserstaubsauger. Die aktuelle Norm für Staubsaugertests sieht vor, dass auch feiner mineralischer Staub aufgesaugt und gefiltert werden muss. "Der kommt aber im Hausstaub nicht vor, Hausstaub ist organischer Staub", erklärt Geschäftsführer Pfeiffer.
Das Unternehmen weist darauf hin, dass der HYLA-Wasserstaubsauger technisch bedingt nicht für das Aufsaugen und Filtern von mineralischen Stäuben geeignet ist. "Darauf wird in der Gebrauchsanleitung ausdrücklich hingewiesen", betont Pfeiffer. Wer Baustaub aufsaugen wolle, solle sich "einen billigen Industriestaubsauger im Baumarkt kaufen".
"Diese Testmethode passt zu traditionellen Staubsaugern, aber nicht zu einem Wasserstaubsauger mit Separator", kritisiert der Geschäftsführer. Er zeigt sich verwundert darüber, "dass Testingenieure ein Gerät testen, ohne die Gebrauchsanleitung des Geräts zu lesen".
Ein weiterer Streitpunkt ist der Einsatz versteckter Kameras durch RTL. Ein Journalist des Senders hatte bei einer Schulung neuer Vertriebspartner in der HYLA-Firmenzentrale mit versteckter Kamera gefilmt.
"Das hätte er auch öffentlich machen können", so Pfeiffer. "Über die Hälfte der Teilnehmer lässt die ganze Zeit die Handykamera laufen." Noch mehr ärgert den Geschäftsführer jedoch, dass der anwesende Journalist seine Chance nicht nutzte: "Der Journalist war bei uns im Haus. Im Beitrag spekuliert er über verschiedene Fragen. Die hätte er doch gleich in der Schulung stellen können. Er hätte noch nicht einmal zugeben müssen, dass er Journalist ist."
HYLA Germany GmbH vermarktet in Deutschland und Österreich das Luft- und Raumreinigungssystem von HYLA d.o.o./HYLA International. Das Unternehmen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken: Seit der Gründung im Jahr 1989 hat sich HYLA nach eigenen Angaben eine Position unter den Marktführern in über 80 Ländern erarbeitet.
Weltweit sind über 15.000 Vertriebspartner und Mitarbeiter für das Unternehmen aktiv. Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit stehen Marketing, Vertrieb und Service sowie der enge Kontakt zu Kunden und Partnern.
Mit der Ankündigung rechtlicher Schritte eskaliert der Konflikt zwischen HYLA Germany und RTL. Das Unternehmen sieht sich durch den Beitrag in seiner Reputation beschädigt und will sich dagegen zur Wehr setzen.
Der Fall wirft Fragen über journalistische Standards und die angemessene Berichterstattung über Unternehmen auf. Während RTL seine Berichterstattung vermutlich als investigativen Journalismus im Verbraucherinteresse verstehen wird, sieht HYLA Germany darin eine unsachliche Rufschädigung.
Ob und wie sich der Sender zu den Vorwürfen äußern wird, bleibt abzuwarten. Die angekündigten rechtlichen Schritte könnten das Thema noch längere Zeit beschäftigen und möglicherweise Präzedenzcharakter für ähnliche Fälle haben.
Der Konflikt zeigt exemplarisch die Spannungsfelder zwischen Verbraucherschutz, journalistischer Berichterstattung und Unternehmensinteressen auf. Während kritische Medienberichte wichtig für den Verbraucherschutz sind, müssen sie gleichzeitig den Grundsätzen sachlicher und ausgewogener Berichterstattung entsprechen.
Für Verbraucher, die sich für Wasserstaubsauger interessieren, unterstreicht der Fall die Wichtigkeit, sich aus verschiedenen Quellen zu informieren und Produkteigenschaften sowie Anwendungsbereiche genau zu verstehen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.