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Polizei verstärkt Verkehrskontrollen zu Ostern 2025

Schwerpunktaktionen gegen Raser und Alkohollenker während der Feiertage

2. April 2026 um 09:32
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Nach 450 Verletzten im Vorjahr startet die Polizei verstärkte Verkehrskontrollen zu Ostern. Innenminister Karner appelliert an Rücksichtnahme.

Die österreichische Polizei verstärkt ihre Verkehrsüberwachung während der Osterfeiertage erheblich. Von der Karwoche bis einschließlich Dienstag nach Ostern werden landesweit Schwerpunktaktionen durchgeführt, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. Diese Maßnahme kommt nach einem beunruhigenden Vorjahr, in dem zu Ostern 450 Menschen verletzt und drei getötet wurden.

Innenminister warnt vor erhöhtem Verkehrsaufkommen

Innenminister Gerhard Karner betont die Wichtigkeit der verstärkten Kontrollen: "Gerade am Osterwochenende ist das Verkehrsaufkommen sehr hoch. Die 'Aktion Sicher' mit verstärkten Kontrollen in ganz Österreich leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit auf den Straßen." Der Minister appelliert gleichzeitig an alle Verkehrsteilnehmer, aufeinander Rücksicht zu nehmen und die Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten.

Interessant ist Karners Hinweis auf den wirtschaftlichen Aspekt: "Das ist nicht nur gut für die Sicherheit, sondern bei den aktuellen Spritpreisen auch für die Geldbörse." Damit spricht er ein Thema an, das viele österreichische Autofahrer derzeit beschäftigt.

Schwerpunkte der Polizeikontrollen

Die Polizistinnen und Polizisten richten ihr Augenmerk besonders auf mehrere kritische Bereiche der Verkehrssicherheit. An erster Stelle stehen die Überwachung der Geschwindigkeitsbeschränkungen und die Kontrolle von Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss. Diese beiden Faktoren gehören nach wie vor zu den Hauptursachen tödlicher Verkehrsunfälle in Österreich.

Darüber hinaus kontrolliert die Polizei die Einhaltung der Sicherheitsgurt- und Kindersicherungspflicht. Auch der Sicherheitsabstand beim Hintereinanderfahren und die Überwachung des Handyverbots ohne Freisprecheinrichtung stehen im Fokus der Beamten.

Bundespolizeidirektor Michael Takács erläutert die Ziele der verstärkten Kontrollen: "Ziele der verstärkten Polizeikontrollen sind die Schaffung eines Gefahrenbewusstseins, die Herbeiführung einer nachhaltigen Verhaltensänderung bei den Fahrzeuglenkern und der Schutz anderer Verkehrsteilnehmer vor rücksichtslosen Rasern, Dränglern, Alko- und Drogenlenkern."

Umfangreiche technische Ausstattung im Einsatz

Für die Osterkontrollaktion steht der Polizei eine beeindruckende technische Ausstattung zur Verfügung. Insgesamt kommen 2.500 Einsatzfahrzeuge und 400 Motorräder zum Einsatz. Zusätzlich werden 100 Zivilstreifenfahrzeuge mit Videonachfahreinrichtung eingesetzt, die besonders effektiv bei der Verfolgung von Verkehrssündern sind.

Die Geschwindigkeitsüberwachung erfolgt mit 430 stationären und mobilen punktuellen Geschwindigkeitsanlagen sowie zehn stationären Section-Control-Anlagen. Ergänzt wird dies durch 1.247 Lasergeschwindigkeitsmessgeräte und elf Abstandsmess-Systeme für die Kontrolle des Sicherheitsabstands.

Zur Überwachung von Alkohol- und Drogendelikten stehen 1.385 Alkomaten und 1.429 Alkohol-Vortestgeräte bereit. Für spezielle Kontrollen gibt es 86 Mopedprüfstände und 51 Rotlicht-Verkehrsüberwachungsanlagen, die sogenannten "Ampelradars".

Besondere Aufmerksamkeit für Motorradfahrer

Je nach Witterungsverhältnissen werden die Kontrollmaßnahmen auch beliebte Ausflugsstrecken von Motorradfahrerinnen und -fahrern umfassen. Dies ist besonders relevant, da viele Motorradfahrer die Osterfeiertage für ihre ersten ausgedehnten Touren der Saison nutzen.

Die Schwerpunkteinsätze finden in allen neun Bundesländern statt und umfassen sowohl die Transit- und Hauptverkehrsrouten als auch den Nahverkehr und das niederrangige Straßennetz. Damit soll eine flächendeckende Überwachung gewährleistet werden.

Alarmierende Unfallstatistiken der Vorjahre

Die Notwendigkeit verstärkter Kontrollen wird durch die Unfallstatistiken der vergangenen Jahre unterstrichen. Im vergangenen Jahr wurden am Osterwochenende, von Karfreitag bis einschließlich Ostermontag, bei 373 Verkehrsunfällen mit Personenschaden insgesamt 450 Menschen verletzt und drei getötet.

Ein Blick auf die Entwicklung der Todesfälle zu Ostern zeigt deutliche Schwankungen: 2024 kamen fünf Verkehrsteilnehmer ums Leben, 2023 war es einer. In den Jahren 2020 bis 2022 wurden jeweils vier Menschen tödlich verletzt, 2019 waren es acht.

Die bisher geringste Opferzahl seit Einführung der Statistik im Bundesministerium für Inneres im Jahr 1968 wurde mit jeweils einem Verkehrstoten in den Jahren 2013 und 2023 verzeichnet. Im krassen Gegensatz dazu steht das bisher schlimmste Jahr 1976, als am Osterwochenende 39 Menschen ihr Leben verloren. Auch 2004 war mit 17 Todesopfern ein besonders tragisches Jahr.

Ergebnisse der letztjährigen Kontrollen

Die Kontrollergebnisse von Ostern 2024 zeigen das Ausmaß der Verkehrsverstöße deutlich auf: 53.348 Fahrzeuglenkerinnen und -lenker wurden wegen Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit beanstandet. Dies entspricht einer erschreckend hohen Anzahl von Geschwindigkeitsübertretungen an nur vier Tagen.

Zusätzlich erstattete die Polizei 355 Anzeigen wegen Alkoholisierung, weitere 86 Drogenlenkern wurde sofort die Weiterfahrt untersagt. Insgesamt mussten 274 Fahrzeuglenkern der Führerschein vorläufig abgenommen werden.

Besonders schwerwiegende Fälle führten zur Beschlagnahme von fünf Kraftfahrzeugen infolge extrem hoher Geschwindigkeitsüberschreitungen durch die Bundespolizei.

Sicherheitstipps für die Osterfeiertage

Das Innenministerium hat konkrete Empfehlungen für sicheres Verhalten während der Osterfeiertage herausgegeben. Diese Grundregeln können entscheidend dazu beitragen, Unfälle und gefährliche Situationen zu vermeiden:

Ruhe bewahren und vorausschauend fahren

Hektik und Nervosität führen schnell zu Fahrfehlern und Konzentrationsstörungen. Besonders wichtig ist es, die Geschwindigkeit den jeweiligen Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen anzupassen. Dies gilt umso mehr angesichts der möglicherweise wechselhaften Wetterverhältnisse am Osterwochenende.

Eine vorausschauende und kontrollierte Fahrweise hilft dabei, Gefahren- und Risikosituationen rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Ausreichender Sicherheitsabstand und vorsichtiges Überholen ohne Risikobereitschaft sind weitere wichtige Faktoren.

Verkehrstüchtigkeit sicherstellen

Fahrten sollten nur in einem vollständig verkehrstüchtigen Zustand unternommen werden. Das bedeutet: kein Alkohol, keine Drogen, keine beeinträchtigenden Medikamente. Auch Müdigkeit wird oft unterschätzt – regelmäßige Pausen sind daher unerlässlich.

Besondere Vorsicht für Zweiradfahrer

Moped- und Motorradlenker sollten bei ihren ersten Ausfahrten der Saison besonders vorsichtig sein. Ein technischer Rundum-Check des Fahrzeugs, das Einschwingen in die Fahrsaison, Fahrsicherheitstrainings und vollständige Schutzausrüstung sind dabei von entscheidender Bedeutung.

Fazit: Gemeinsame Verantwortung für Verkehrssicherheit

Die verstärkten Polizeikontrollen zu Ostern sind ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen. Allerdings liegt die Verantwortung nicht allein bei den Behörden – jeder Verkehrsteilnehmer trägt durch sein Verhalten zur Sicherheit aller bei.

Die Zahlen der vergangenen Jahre zeigen sowohl das Potenzial für Verbesserungen als auch die Notwendigkeit kontinuierlicher Anstrengungen. Mit den richtigen Maßnahmen und dem Bewusstsein aller Beteiligten können die Osterfeiertage für alle zu einer sicheren und entspannten Zeit werden.

Schlagworte

#Verkehrssicherheit#Polizei#Ostern#Österreich#Verkehrskontrollen

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