Wien investiert in moderne Arbeitsplätze für Stadtgärten-Mitarbeiter
Im 3. Bezirk entsteht bis 2027 eine ökologische Unterkunft für 68 Stadtgärtner. Nachhaltigkeit und erneuerbare Energie im Fokus.
Die Wiener Stadtgärten bekommen ein neues Zuhause: Im Schweizergarten im 3. Bezirk haben kürzlich die Bauarbeiten für eine moderne Gärtner*innenunterkunft begonnen. Das nachhaltig geplante Gebäude soll ab Jänner 2027 Platz für 68 Mitarbeiter*innen bieten und neue Maßstäbe in Sachen Umweltfreundlichkeit setzen.
Das neue Gebäude mit einer Grundfläche von rund 584 Quadratmetern wird in Holzfertigteilbauweise errichtet und als Niedrigenergiegebäude konzipiert. Mit einem bemerkenswert niedrigen Heizwärmebedarf von nur 28,8 kWh/m²a unterschreitet es deutlich die gesetzlichen Anforderungen und zeigt, wie modernes Bauen in Wien aussehen kann.
"Die neue Unterkunft der Wiener Stadtgärten ist ein Fenster in eine klimafreundliche Zukunft. Hier wird umweltschonende Bauweise mit umliegenden Grünflächen und sauberer Energie vereint", erklärt Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Das Projekt soll als Vorbild für weitere städtische Bauvorhaben dienen und den Weg zum geplanten Gasausstieg der Stadt Wien unterstützen.
Das Energiekonzept der neuen Unterkunft basiert vollständig auf erneuerbaren Energien. Wärmepumpen sorgen sowohl für die Heizung als auch für die Warmwasserversorgung. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt sauberen Strom direkt vor Ort und trägt zur Energieautarkie des Gebäudes bei.
Besonders zukunftsweisend ist die geplante Ladeinfrastruktur: Wallboxen werden das Laden von Elektrofahrzeugen ermöglichen und die fortschreitende Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks unterstützen. Diese Maßnahme zeigt, wie Wien konsequent auf emissionsfreie Mobilität setzt.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der passiven Kühlung des Gebäudes. Sowohl die Fassade als auch das Dach werden begrünt, was nicht nur zur Temperaturregulierung beiträgt, sondern auch das Mikroklima in der Umgebung verbessert. Diese Maßnahmen reduzieren den Energiebedarf für Klimatisierung erheblich und schaffen gleichzeitig zusätzliche Grünflächen in der Stadt.
"Ein besonderes Anliegen dabei war mir neben der Funktionalität und Nachhaltigkeit die Versorgung mit erneuerbarer Energie sowie die passive Kühlung durch Dach- und Fassadenbegrünung", betont Stadtgartendirektor Karl Hawliczek.
Trotz des Neubaus bleibt der charakteristische Baumbestand des Schweizergartens vollständig erhalten. Diese Entscheidung unterstreicht Wiens Bekenntnis zum Erhalt bestehender Grünstrukturen und zeigt, dass Entwicklung und Naturschutz Hand in Hand gehen können.
Bezirksvorsteher Erich Hohenberger freut sich über diese nachhaltige Herangehensweise: "Es freut mich, dass bei der Errichtung der bestehende Baumbestand erhalten bleibt – damit wird der Charakter des Schweizergartens bewahrt und gleichzeitig ein zukunftsorientiertes Projekt umgesetzt."
Die neue Unterkunft ist mehr als nur ein Bauwerk – sie ist eine Investition in die Menschen, die täglich für die Pflege der Wiener Grünräume sorgen. Die 68 Arbeitsplätze werden in einem modernen, gesunden Arbeitsumfeld entstehen, das den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht.
Die Wiener Stadtgärtner*innen leisten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Lebensqualität in der Stadt. Mit dem Klimawandel steigen auch die Anforderungen an die Grünraumpflege. Extreme Wetterereignisse, längere Trockenperioden und neue Schädlinge erfordern innovative Ansätze und gut ausgebildete Fachkräfte.
Bei der Materialauswahl stehen Langlebigkeit und Umweltverträglichkeit im Vordergrund. Die verwendeten Baustoffe sollen nicht nur während der Errichtung, sondern über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes hinweg einen minimalen ökologischen Fußabdruck hinterlassen.
Diese ganzheitliche Betrachtung der Nachhaltigkeit zeigt Wiens Engagement für echten Klimaschutz, der weit über symbolische Gesten hinausgeht und konkrete, messbare Verbesserungen bringt.
Der Schweizergarten selbst ist mit seinen 115.000 Quadratmetern eine der bedeutendsten Parkanlagen Wiens. Die zahlreichen exotischen Bäume und der einzigartige Alpenpflanzengarten machen ihn zu einem besonderen Erholungsraum für die Wiener*innen und Besucher*innen der Stadt.
Große Teiche mit kunstvollen Felspartien und Fontänen prägen das romantische Bild der Anlage. Für Familien bietet der Park vielfältige Möglichkeiten: Spielplätze mit Schaukeln und Rutschen, Sand- und Wasserspielbereiche sowie ein Trampolin sorgen für Abwechslung. Fitnessgeräte und Ballspielplätze laden zu sportlicher Betätigung ein.
Die neue Gärtner*innenunterkunft ist Teil von Wiens umfassendem Klimaschutzprogramm. Die Stadt verfolgt das ambitionierte Ziel, bis 2040 klimaneutral zu werden. Dazu gehören der schrittweise Ausstieg aus fossilen Energieträgern, die Ausweitung der Grünräume und die Förderung nachhaltiger Bauweisen.
Mit Projekten wie diesem setzt Wien internationale Standards und zeigt, wie Städte aktiv zum Klimaschutz beitragen können. Die Kombination aus innovativer Technik, ökologischer Bauweise und sozialer Verantwortung macht das Projekt zu einem Leuchtturm für nachhaltige Stadtentwicklung.
Die Erfahrungen aus diesem Bauprojekt werden in zukünftige städtische Bauvorhaben einfließen. Wien plant, die hier erprobten Technologien und Konzepte stadtweit auszuweiten und so den gesamten städtischen Gebäudebestand schrittweise zu dekarbonisieren.
Die Eröffnung der neuen Gärtner*innenunterkunft ist für Jänner 2027 geplant. Bis dahin werden die Bauarbeiten kontinuierlich voranschreiten, wobei auch während der Bauphase auf minimale Beeinträchtigungen für Parkbesucher*innen und Anrainer*innen geachtet wird.