vida-Gewerkschaft kämpft vor KV-Verhandlungen für bessere Arbeitsbedingungen
Während der österreichische Tourismus rekordverdächtige Zahlen schreibt, bleiben die Arbeitsbedingungen problematisch.
Pünktlich zum Osterwochenende zeichnet sich in Österreich eine besonders starke Auslastung in Tourismusregionen ab. Die Kombination aus Ferienbeginn und guten Schneebedingungen sorgt für hohe Buchungszahlen in vielen Wintersportgebieten. Doch während sich die Branche über volle Betten freut, leisten die Beschäftigten in Hotellerie und Gastronomie einmal mehr die entscheidende Arbeit im Hintergrund.
„Gerade zu Ostern zeigt sich besonders deutlich, worauf der Tourismus wirklich aufbaut: auf den Einsatz der Beschäftigten. Sie sorgen dafür, dass Gäste ihr Essen bekommen, Zimmer bereitstehen und der Betrieb rund läuft – oft unter enormem Zeitdruck“, sagt Eva Eberhart, Fachbereichsvorsitzende Tourismus in der Gewerkschaft vida und Chefverhandlerin für den Kollektivvertrag Hotellerie und Gastronomie. „Wenn die Auslastung steigt, steigt auch die Belastung. Viele Kolleg:innen arbeiten bis zu 48 Stunden pro Woche, oft ohne ausreichend planbare Freizeit“, so Eberhart.
Die wirtschaftlich erfreuliche Entwicklung im Tourismus spiegelt sich nach wie vor nicht ausreichend in den Einkommen der Beschäftigten wider. Trotz steigender Nächtigungszahlen und guter Buchungslage zählt die Branche mit knapp über 2000 Euro brutto Mindestlohn weiterhin zu den Niedriglohnsektoren. „Es kann nicht sein, dass der Tourismus boomt, aber die Beschäftigten kaum davon profitieren. Wer den Betrieb am Laufen hält, muss auch fair bezahlt werden. Alles andere ist auf Dauer weder gerecht noch wirtschaftlich sinnvoll“, betont Eberhart.
Die Gewerkschaft vida warnt davor, die Belastungsgrenzen der Beschäftigten weiter auszureizen. Schlechte Arbeitsbedingungen, lange Arbeitszeiten und fehlende Planbarkeit führen dazu, dass immer mehr Fachkräfte die Branche verlassen.
„Ein erfolgreiches Osterwochenende darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es strukturelle Probleme gibt. Gute Arbeitsbedingungen sind kein Bonus, sondern Voraussetzung dafür, dass der Tourismus langfristig funktioniert“, so Eberhart. Mit Blick auf die kommende Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag in Hotellerie und Gastronomie am 7. April bekräftigt die Gewerkschaft vida ihre zentralen Forderungen:
„Die Beschäftigten sind das Rückgrat der Branche. Wenn der Tourismus weiter wachsen soll, dann braucht es endlich bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne. Jetzt sind die Arbeitgeber gefordert, Verantwortung zu übernehmen“, stellt Eberhart klar.