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HPI stärkt Data Systems-Forschung mit neuem Professor

Matthias Weidlich kehrt ans Hasso-Plattner-Institut zurück

1. April 2026 um 08:41
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Prof. Dr. Matthias Weidlich übernimmt neues Fachgebiet für datengetriebene Informationssysteme am HPI und forscht zu komplexen Verfahrensabläufen.

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam verstärkt seine Forschungskapazitäten im Bereich datengetriebener Informationssysteme erheblich. Seit dem 1. April 2024 leitet Prof. Dr. Matthias Weidlich das neu geschaffene Fachgebiet "Data Systems" an der gemeinsamen Digital Engineering Fakultät mit der Universität Potsdam. Die Berufung markiert nicht nur einen strategischen Ausbau der Forschungsaktivitäten, sondern auch eine besondere Rückkehr für Weidlich, der bereits 2011 am HPI promovierte.

Expertise in datengetriebener Systemanalyse

Matthias Weidlich bringt umfassende Expertise im Bereich Datenmanagement und datengetriebener Analyse komplexer Systeme mit an das HPI. Zuletzt war er Professor am Institut für Informatik der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er seit 2018 den Lehrstuhl für Databases and Information Systems innehatte. Seine Laufbahn führte ihn zuvor als Juniorprofessor für Process-Driven Architectures an die HU Berlin sowie als Wissenschaftler an renommierte internationale Institutionen wie das Imperial College London und das Technion - Israel Institute of Technology.

Die Berufung Weidlichs unterstreicht die Bedeutung, die das HPI der Forschung zu datengetriebenen Informationssystemen beimisst. In einer zunehmend digitalisierten Welt, in der Datenmengen exponentiell wachsen, wird die Fähigkeit zur intelligenten Analyse und Interpretation dieser Daten zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Unternehmen und Organisationen.

Forschungsschwerpunkt: Komplexe Prozesse verstehen

Im Zentrum von Weidlichs Forschungsarbeit steht die datenbasierte Analyse des Verhaltens komplexer Systeme. Diese Systeme finden sich in verschiedensten Bereichen unseres täglichen Lebens und der Wirtschaft wieder. Behandlungsabläufe in Krankenhäusern, globale Warenströme und Lieferketten oder standardisierte Auswertungsmethoden wissenschaftlicher Experimente – all diese Prozesse können von seinen Forschungsergebnissen profitieren.

Besonders relevant ist diese Forschung für das österreichische Gesundheitswesen und die heimische Wirtschaft. Die Optimierung von Behandlungsabläufen kann nicht nur die Patientenversorgung verbessern, sondern auch Kosten reduzieren. In der Logistik können effizientere Lieferketten zu nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung beitragen – ein Aspekt, der gerade für österreichische Unternehmen mit internationaler Ausrichtung von großer Bedeutung ist.

Algorithmen für Echtzeit-Analysen

Prof. Weidlich entwickelt spezielle Algorithmen für die datengetriebene Analyse von Prozessen, die eine Beobachtung und Auswertung in Echtzeit ermöglichen. Diese Technologie ist besonders wertvoll für Branchen, in denen schnelle Entscheidungen über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können. In der Produktion können Anomalien sofort erkannt und behoben werden, bevor sie zu größeren Problemen führen.

"Vor zwei Jahrzehnten hat mich das inspirierende Umfeld am HPI zur Forschung über Prozesse und Daten gebracht. Mit meiner Rückkehr an das Institut möchte ich Studierende dazu ermutigen, Innovationen in der datengetriebenen Prozessanalyse und der Datenstromverarbeitung voranzutreiben und ihre Ideen in praxisrelevante Systeme und Anwendungen zu überführen", erklärt Prof. Weidlich seine Motivation.

Praktische Anwendungen im Fokus

Die Forschungsgruppe "Data Systems" unter Weidlichs Leitung konzentriert sich auf die algorithmischen Grundlagen und Infrastrukturen für die datengetriebene Analyse komplexer Systeme. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung von Methoden, die Anwender beim Entwurf von Datenanalysen unterstützen und praktische Prozessverbesserungen aus den gesammelten Daten ermöglichen.

Diese praxisorientierte Herangehensweise ist besonders für die österreichische Wirtschaft von Interesse. Mittelständische Unternehmen können von vereinfachten Tools zur Datenanalyse profitieren, ohne umfangreiche IT-Abteilungen aufbauen zu müssen. Die Forschungsergebnisse könnten dazu beitragen, dass auch kleinere Unternehmen von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Positionierung des neuen Fachgebiets an der gemeinsamen Digital Engineering Fakultät von HPI und Universität Potsdam ermöglicht interdisziplinäre Zusammenarbeit. Diese Struktur fördert den Austausch zwischen verschiedenen Fachbereichen und kann zu innovativen Lösungsansätzen führen, die über die reine Informatik hinausgehen.

Für österreichische Forschungseinrichtungen und Universitäten bietet die Entwicklung am HPI wertvolle Impulse. Die Zusammenarbeit in europäischen Forschungsprojekten könnte intensiviert werden, was den Wissenschaftsstandort Österreich stärken würde.

Zukunftsperspektiven der Data Systems-Forschung

Die Etablierung des neuen Fachgebiets "Data Systems" am HPI kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt. Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig effiziente Datenanalysen für das Management komplexer Systeme sind. Von der Nachverfolgung von Infektionsketten bis zur Optimierung von Impfkampagnen – überall spielten datengetriebene Analysen eine zentrale Rolle.

Künftige Forschungsprojekte unter Weidlichs Leitung könnten sich auch mit aktuellen Herausforderungen wie dem Klimawandel beschäftigen. Die Analyse von Umweltdaten und die Optimierung von Energiesystemen sind Bereiche, in denen datengetriebene Ansätze einen wichtigen Beitrag leisten können.

Ausbildung der nächsten Generation

Ein wichtiger Aspekt von Weidlichs Arbeit am HPI wird die Ausbildung von Studierenden sein. Die Vermittlung von Kompetenzen in der datengetriebenen Prozessanalyse und Datenstromverarbeitung bereitet die nächste Generation von Informatikern auf die Herausforderungen einer zunehmend datengetriebenen Wirtschaft vor.

Für österreichische Studierende und Nachwuchsforscher ergeben sich dadurch interessante Möglichkeiten für Kooperationen, Praktika oder Forschungsaufenthalte am HPI. Der internationale Ruf des Instituts und die Expertise von Prof. Weidlich können wertvolle Impulse für die eigene wissenschaftliche Laufbahn liefern.

Die Berufung von Matthias Weidlich ans HPI markiert einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung der Data Systems-Forschung in Deutschland und Europa. Seine Expertise und die Ressourcen des HPI schaffen optimale Voraussetzungen für innovative Forschungsprojekte, die sowohl wissenschaftlich als auch praktisch relevante Ergebnisse liefern können. Die Auswirkungen dieser Forschung werden sich voraussichtlich über verschiedene Wirtschaftssektoren und Lebensbereiche erstrecken und zur weiteren Digitalisierung der Gesellschaft beitragen.

Schlagworte

#Hasso-Plattner-Institut#Data Systems#Matthias Weidlich#Datenanalyse#Informatik

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