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CARE leistet lebensrettende Nothilfe in Gaza und Westbank

Humanitäre Organisation warnt vor katastrophaler Wasserversorgung

26. März 2026 um 08:01
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Trotz Waffenstillstand bleibt die humanitäre Lage in Gaza dramatisch. CARE unterstützt mit EU-Hilfe über 100.000 Menschen.

Während das Waffenstillstandsabkommen in Gaza der Bevölkerung eine dringend benötigte Atempause verschafft, bleibt die humanitäre Situation in der Region katastrophal. Die internationale Hilfsorganisation CARE Österreich warnt vor den anhaltend dramatischen Lebensbedingungen und setzt ihre lebensrettende Nothilfe fort.

Zerstörung und Vertreibung prägen den Alltag

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Über 80 Prozent der Gebäude im Gazastreifen sind zerstört oder schwer beschädigt. Zwei Drittel der Bevölkerung sind nach wie vor vertrieben und leben unter menschenunwürdigen Bedingungen. Familien, die in ihre Wohnorte zurückgekehrt sind, finden nur noch Trümmer vor – zerstörte Häuser, nicht funktionsfähige Schulen und Krankenhäuser.

"Familien hausen in überfüllten Notunterkünften, in Zelten oder in Gebäuden, die mehr Ruinen als Wohnhäusern gleichen – ohne Zugang zu Essen, sauberem Wasser oder funktionierender Sanitärversorgung, ohne Schutz vor Kälte und Wind, ohne ein Stück Privatsphäre", erklärt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich.

Winterwetter verschärft die Krise

Die vergangenen Wintermonate haben die ohnehin dramatische Situation weiter verschlechtert. Starkregen und Stürme überfluteten provisorische Zeltlager und richteten schwere Schäden an den notdürftigen Unterkünften an. Überlaufende Abwasserkanäle, fehlender Zugang zu sauberem Wasser und schlechte Hygienebedingungen führen zu einem drastischen Anstieg von Krankheitsfällen.

Die Geschichte von Aya aus dem Flüchtlingscamp Al-Maghazi in Zentral-Gaza verdeutlicht die prekären Lebensumstände: "Als der Regen kam, war unser Zelt komplett überflutet. Wir haben keine Toilette, kein Badezimmer. Unser Leben ist kein richtiges Leben."

Systematische Hilfe für Wasser und Hygiene

CARE und seine lokalen Partnerorganisationen konzentrieren sich auf die Bereitstellung lebensnotwendiger Grundversorgung. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ausbau der Sanitärversorgung durch mobile Toilettenanlagen, neu gebaute oder reparierte Latrinen sowie Systeme zur Abfallentsorgung.

Um nachhaltige Lösungen zu schaffen, bildet CARE lokale Wartungskomitees aus, die den laufenden Betrieb der Sanitäranlagen eigenständig sicherstellen können. Diese Herangehensweise gewährleistet, dass die Hilfsmaßnahmen nicht nur kurzfristig wirken, sondern längerfristig Bestand haben.

Trinkwasserversorgung im Fokus

In Gebieten, wo sauberes Trinkwasser kaum verfügbar ist, stellen CARE und seine Partner Wassertanks auf und installieren kompakte Entsalzungsanlagen in Sammelunterkünften. Parallel dazu werden Grundwasserbrunnen saniert sowie Wasserleitungsnetze verlegt und instandgehalten.

Diese Maßnahmen sind von entscheidender Bedeutung, da der Mangel an sauberem Wasser nicht nur lebensbedrohlich ist, sondern auch die Ausbreitung von Krankheiten begünstigt. In den überfüllten Notunterkünften können sich Infektionen besonders schnell ausbreiten.

Präventionsmaßnahmen und Grundversorgung

Neben der Bereitstellung von Infrastruktur setzt CARE auf Aufklärungs- und Präventionsarbeit. Bewohnerinnen und Bewohner überfüllter Unterkünfte werden über wichtige Hygienemaßnahmen informiert, um Krankheitsausbrüche einzudämmen. Gleichzeitig werden Hygienepakete mit lebensnotwendigen Artikeln verteilt.

Familien erhalten zudem Matratzen, Schlafmatten und Decken, um wenigstens ein Minimum an Komfort und Schutz vor der Witterung zu gewährleisten. Wo es die Sicherheitslage erlaubt, werden auch leichte Gebäudeschäden behoben, um zumindest einen grundlegenden Schutz vor Witterungseinflüssen zu bieten.

Internationale Unterstützung durch die EU

Das Hilfsprojekt wird durch die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union ermöglicht. CARE arbeitet dabei eng mit den Partnerorganisationen PARC und MA'AN zusammen. Insgesamt unterstützt das Projekt mehr als 100.000 Menschen in Gaza und der Westbank – rund die Hälfte davon sind Frauen und Mädchen.

Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der humanitären Krise und die Notwendigkeit kontinuierlicher internationaler Hilfe. Die Unterstützung der EU zeigt, dass die internationale Gemeinschaft die Verantwortung für die Zivilbevölkerung in der Region ernst nimmt.

Anhaltende Herausforderungen

Trotz des Waffenstillstands bleibt der Zugang für Hilfsorganisationen aufgrund der anhaltenden Eskalation im Nahen Osten schwierig. In Teilen des Gazastreifens kommt es immer wieder zu Angriffen und gewaltsamen Auseinandersetzungen. Überschwemmungen und Wetterextreme zwingen Menschen erneut zur Flucht und verschärfen die ohnehin prekäre Situation.

Diese Umstände erschweren die Arbeit der Hilfsorganisationen erheblich und machen eine koordinierte, nachhaltige Hilfe zu einer enormen Herausforderung. Dennoch setzen CARE und andere internationale Organisationen ihre Arbeit fort, um der notleidenden Bevölkerung zu helfen.

Humanitäres Mandat im Mittelpunkt

CARE Österreich betont, dass sich die Organisation ausschließlich am humanitären Mandat und den Menschenrechten orientiert. Die Organisation verurteilt dabei sowohl den brutalen Terrorangriff auf Israel vom 7. Oktober als auch jegliche Gewalt gegen Zivilbevölkerungen.

CARE begrüßt die Einstellung der Kampfhandlungen und fordert weiterhin die Einhaltung des humanitären Völkerrechts sowie den ungehinderten Zugang humanitärer Hilfe. Diese neutrale Haltung ermöglicht es der Organisation, in einem hochpolitisierten Umfeld lebensrettende Hilfe zu leisten.

Die Situation in Gaza und der Westbank bleibt eine der größten humanitären Krisen unserer Zeit. Während politische Lösungen gesucht werden, ist die kontinuierliche Unterstützung der Zivilbevölkerung durch Organisationen wie CARE von entscheidender Bedeutung für das Überleben tausender Familien.

Schlagworte

#Gaza#Nothilfe#CARE#EU#Humanitäre Hilfe#Westbank#Wasserversorgung

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