1.520 registrierte Vorfälle 2024 - SPÖ fordert konsequentes Handeln
Die Zahl antisemitischer Vorfälle hat sich seit 2019 fast verdreifacht. Politik reagiert mit neuer Strategie gegen Judenhass.
Österreich verzeichnet einen alarmierenden Anstieg antisemitischer Vorfälle. Mit 1.520 registrierten Fällen im Jahr 2024 hat sich die Zahl gegenüber 2019 mit 550 Fällen nahezu verdreifacht.
Sabine Schatz, SPÖ-Sprecherin für Erinnerungskultur, machte im Plenum des Nationalrats deutlich, dass der Anstieg bereits während der Corona-Pandemie begonnen habe und sich nach dem Terrorangriff der Hamas im Oktober 2023 noch einmal verschärft habe. "Diese Entwicklung ist alarmierend und verpflichtet uns zum Handeln. Gerade in einem Land wie Österreich trägt uns die Geschichte täglich ein klares 'Niemals wieder' auf", betonte die Abgeordnete.
Antisemitismus zeige sich heute auf vielen Ebenen, online, auf der Straße, in Beschimpfungen, Drohungen und auch in Gewalt. "Er kommt aus rechtsextremem, linksextremem oder islamistischem Extremismus oder ist tief in der österreichischen Gesellschaft verwurzelt", betont Schatz.
Die Weiterentwicklung der Strategie gegen Antisemitismus sei ein wichtiger Schritt. Es müsse genau geprüft werden, was wirkt und wo es noch Lücken gibt. "Allein die Tatsache, dass jüdische Einrichtungen auf polizeilichen Schutz angewiesen sind, ist ein klarer Handlungsauftrag", so die Abgeordnete.
Abschließend betonte Schatz: "'Niemals wieder' ist kein leeres Versprechen. Es ist ein Auftrag an uns alle. Wir stehen solidarisch an der Seite der jüdischen Gemeinde. Unser Ziel ist klar: Sicherheit, Respekt und ein selbstverständliches jüdisches Leben in Österreich."