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Ein Jahr Gesundheitsplan 2040+: Vertrauen in parteiübergreifende Umsetzung

VPNÖ-Gesundheitssprecher Dinhobl setzt auf Zusammenarbeit zwischen ÖVP, FPÖ und SPÖ bei der Gesundheitsreform

25. März 2026 um 13:21
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Franz Dinhobl von der VPNÖ zeigt sich zuversichtlich bei der Umsetzung des niederösterreichischen Gesundheitsplans und appelliert an parteiübergreifende Zusammenarbeit.

Ein Jahr nach der Präsentation des niederösterreichischen Gesundheitsplans 2040+ zieht VPNÖ-Gesundheitssprecher Franz Dinhobl eine positive Zwischenbilanz. Der Landtagsabgeordnete betont sein Vertrauen sowohl in die mehr als 50 Fachleute, die das Konzept ausgearbeitet haben, als auch in die parteiübergreifende Umsetzung durch die Landesregierung.

Parteiübergreifende Zusammenarbeit im Fokus

"Ich habe Vertrauen in die Landesregierungsmitglieder von VPNÖ, FPÖ und SPÖ, die dieses Konzept nun Schritt für Schritt umsetzen", erklärt Dinhobl. Dabei appelliert er an alle Beteiligten, Parteitaktik beiseitezulassen und gemeinsam für das Gelingen des Gesundheitsplans zu arbeiten. Jedes Regierungsmitglied trage in seinem Teilbereich Verantwortung und sei gefordert, konstruktiv mitzuwirken.

Der Gesundheitsplan 2040+ stellt eine umfassende Reform des niederösterreichischen Gesundheitswesens dar. Das Konzept wurde von einem breiten Expertenteam entwickelt und soll das Gesundheitssystem langfristig stabilisieren und modernisieren. Die Umsetzung erfolgt schrittweise und betrifft verschiedene Bereiche von der Notfallversorgung bis hin zur Krankenhausstruktur.

Verständnis für lokale Sorgen

Dinhobl zeigt durchaus Verständnis für die Sorgen der Bevölkerung vor Ort, wenn es um Änderungen im gewohnten Gesundheitssystem geht. "Es liegt auf der Hand, dass keinem Verantwortungsträger das Schließen von Notarztstützpunkten oder von Kliniken Spaß macht. Jede Sorge vor Ort wegen Änderung ist verständlich", so der Gesundheitssprecher.

Gleichzeitig betont er jedoch die Notwendigkeit der geplanten Maßnahmen: "Wenn wir aber das große Ganze betrachten, sind die Schritte notwendig – denn sie machen das Gesundheitswesen für alle im Land zukunftsfit und halten es weiter erstklassig für kommende Generationen."

Kritik an parteitaktischen Manövern

Besonders kritisch äußert sich Dinhobl zu parteitaktischen Manövern, die die Umsetzung des Gesundheitsplans behindern könnten. "Parteitaktik hat hier nichts verloren. Denn damit verlangsamt sich die Vorbereitung und Umsetzung notwendiger Schritte", warnt er.

Direkt wendet sich Dinhobl an SPÖ-Klubobmann Weninger und empfiehlt ihm, auch seiner eigenen Landesrätin zu vertrauen. "Wenn er Sorgen bei der Umsetzung des Gesundheitsplans hat, sollte er diese direkt mit ihr besprechen, anstatt sie über Presseaussendungen zu verteilen", so Dinhobl.

Praktische Umsetzung am Beispiel Gmünd

Als konkretes Beispiel für die schrittweise Umsetzung des Gesundheitsplans führt Dinhobl die Gesundheitsklinik Gmünd an. Hier zeige sich, wie nach dem großen Rahmenplan nun Detailpläne folgen, die der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und dann umgesetzt werden.

"Nach der Vorstellung des Gesundheitsplans 2040+ als großer Rahmen sieht man jetzt etwa an der Gesundheitsklinik Gmünd, wie die Umsetzung Schritt für Schritt erfolgt", erklärt der Landtagsabgeordnete. Dieser Ansatz verdeutliche den großen Vorteil des Gesundheitsplans.

Erstmals langfristige Perspektive in Österreich

Dinhobl hebt hervor, dass der Gesundheitsplan 2040+ eine österreichweite Premiere darstelle: "Erstmals in Österreich gibt es einen großen, langfristig angekündigten Zukunftsausblick für das gesamte Gesundheitswesen und kein Stückwerk durch Maßnahmen in einzelnen Bereichen."

Diese ganzheitliche Herangehensweise unterscheide sich fundamental von bisherigen Reformansätzen, die oft nur einzelne Bereiche betrafen und keine langfristige Perspektive boten. Der Plan erstreckt sich über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten und soll dabei helfen, das niederösterreichische Gesundheitssystem nachhaltig zu modernisieren.

Herausforderungen der Demografischen Entwicklung

Der Gesundheitsplan 2040+ reagiert auf verschiedene Herausforderungen, denen das österreichische Gesundheitssystem gegenübersteht. Dazu gehören der demografische Wandel mit einer alternden Bevölkerung, der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen sowie die steigenden Kosten für medizinische Behandlungen und Technologien.

Durch eine strategische Neuausrichtung soll das System effizienter und gleichzeitig patientenfreundlicher gestaltet werden. Dies kann allerdings auch bedeuten, dass bestehende Strukturen verändert oder zusammengelegt werden müssen, was bei der Bevölkerung vor Ort naturgemäß auf Widerstand stoßen kann.

Transparenz und Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Ein wesentlicher Aspekt für den Erfolg des Gesundheitsplans liegt nach Dinhobl in der transparenten Kommunikation. Die Verantwortung der handelnden Personen sei es, "die Schritte vorzubereiten und gut zu erklären". Nur durch eine offene und verständliche Kommunikation könne das notwendige Vertrauen der Bevölkerung gewonnen werden.

Die schrittweise Umsetzung mit detaillierter Planung und öffentlicher Präsentation soll dabei helfen, Ängste abzubauen und die Vorteile der Reformen deutlich zu machen. Dieser Ansatz erfordert jedoch Geduld und kontinuierliche Aufklärungsarbeit von allen Beteiligten.

Zukunftsperspektive für das niederösterreichische Gesundheitswesen

Der Gesundheitsplan 2040+ stellt einen ambitionierten Versuch dar, das niederösterreichische Gesundheitswesen langfristig zu stabilisieren und zu verbessern. Die Herausforderung liegt nun in der konsequenten und parteiübergreifenden Umsetzung der geplanten Maßnahmen.

Dinhobl zeigt sich optimistisch, dass durch das Vertrauen in die Fachkompetenz der Planer und die Zusammenarbeit aller politischen Kräfte die gesteckten Ziele erreicht werden können. Der Erfolg wird letztendlich daran gemessen werden, ob es gelingt, ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem zu schaffen, das auch in 20 Jahren noch eine hochwertige Versorgung für alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher gewährleistet.

Schlagworte

#Gesundheitsplan 2040+#Niederösterreich#VPNÖ#Gesundheitspolitik#Franz Dinhobl

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