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4 Mio. Euro für energieautarke Bauernhöfe in Österreich

Neues Förderprogramm soll land- und forstwirtschaftliche Betriebe krisenfester und energieunabhängiger machen

25. März 2026 um 13:21
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Der Klima- und Energiefonds startet Förderung für nachhaltige Energielösungen auf österreichischen Höfen bis 2026.

Österreichs land- und forstwirtschaftliche Betriebe stehen vor einer großen Chance: Mit dem neuen Förderprogramm "Versorgungssicherheit im ländlichen Raum – Energieautarke Bauernhöfe" können sie ihre Energieunabhängigkeit deutlich steigern und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Der Klima- und Energiefonds stellt dafür insgesamt 4 Millionen Euro zur Verfügung, die aus den Mitteln des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz stammen.

Stärkung der Versorgungssicherheit im ländlichen Raum

Die Initiative zielt darauf ab, land- und forstwirtschaftliche Betriebe zukunftsfitter und krisenfester zu machen. "Unsere bäuerlichen Betriebe sind tragende Säulen der Versorgungssicherheit im ländlichen Raum", betont Landwirtschafts- und Klimaminister Norbert Totschnig. "Sie produzieren hochwertige Lebensmittel und nachhaltige Rohstoffe und haben auch das Potenzial, ihre Energieversorgung selbst in die Hand zu nehmen."

Das Programm setzt genau an diesem Punkt an: Es stärkt Höfe dabei, effizienter zu wirtschaften, mehr erneuerbare Energie – insbesondere im Wärmebereich – selbst zu erzeugen und moderne Speicher- sowie Resilienzlösungen zu nutzen. Dadurch werden die Betriebe unabhängiger von schwankenden Energiemärkten und können ihre Betriebskosten langfristig stabilisieren.

Modularer Aufbau des Förderprogramms

Das Förderungsprogramm ist modular strukturiert und unterstützt land- bzw. forstwirtschaftliche Betriebe mit entsprechender Betriebsnummer (LFBIS) in zwei verschiedenen Bereichen:

Modul 1: Gesamtenergiekonzept

Das erste Modul fördert die Erstellung eines betrieblichen Gesamtenergiekonzepts durch qualifizierte Energieberater. Ziel ist es, den Eigenversorgungsgrad sowie die Resilienz des land- oder forstwirtschaftlichen Betriebs zu erhöhen. Das Konzept wird auf Basis einer umfassenden Energieberatung erstellt und bildet die Grundlage für weitere Investitionsentscheidungen.

Modul 2: Kombinierte Investitionsmaßnahmen

Im zweiten Modul können verschiedene klima- und energierelevante Maßnahmenbündel in einem einzigen Förderungsantrag kombiniert werden. Dabei können Maßnahmen aus vier Bereichen miteinander verknüpft werden:

  • Energieeffizienz-Maßnahmen
  • Erneuerbare Energien
  • Betriebliche Mobilitätsmaßnahmen
  • Energiemanagement

Voraussetzung für Modul 2 ist ein bestehendes, maximal drei Jahre altes Gesamtenergiekonzept. Die Höhe der Förderung steigt mit der Anzahl der umgesetzten Maßnahmen aus dem Gesamtenergiekonzept und dem erreichten Eigenversorgungsgrad.

Ganzheitlicher Ansatz für nachhaltige Entwicklung

Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, erklärt die Philosophie hinter dem Programm: "Mit diesem Förderprogramm stärken wir gezielt die Zukunftsfähigkeit unserer land- und forstwirtschaftlichen Betriebe. Wir unterstützen Investitionen, die die Energieeigenversorgung ausbauen, den Energieeinsatz effizienter gestalten und die Resilienz der Höfe nachhaltig erhöhen."

Im Mittelpunkt stehen ganzheitliche Optimierungskonzepte, die die Unabhängigkeit der Betriebe weiter erhöhen und den fossilen Energieeinsatz dauerhaft senken. Dies trägt nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern macht die Betriebe auch wirtschaftlich widerstandsfähiger gegen externe Schocks wie Energiepreissteigerungen oder Lieferengpässe.

Konkrete Fördermaßnahmen und Ausnahmen

Das Programm fördert gezielt Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und unterstützt den Umstieg auf erneuerbare Wärmesysteme. Auch der Einsatz nachhaltiger Mobilität sowie die Umsetzung von Energiemanagementmaßnahmen werden gefördert. Landwirtschaftliche Betriebe können dadurch auf nachhaltige Energie umstellen und ihre Resilienz erhöhen.

Wichtig zu beachten ist, dass für Stromspeicher und Photovoltaik-Anlagen keine Förderung im Rahmen dieses Programms beantragt werden kann. Diese werden durch andere Förderschienen des Bundes und der Länder unterstützt.

Antragstellung und Fristen

Die Einreichung für beide Module muss vor der Umsetzung der Maßnahme erfolgen. Eine nachträgliche Förderung bereits durchgeführter Investitionen ist nicht möglich. Die Ausschreibung "Versorgungssicherheit im ländlichen Raum - Energieautarke Bauernhöfe" ist ab sofort bis 13. November 2026 (12:00 Uhr) geöffnet, solange Budgetmittel vorhanden sind.

Die Einreichung erfolgt ausschließlich online über die Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC) unter www.umweltfoerderung.at/betriebe/versorgungssicherheit-im-laendlichen-raum. Interessierte Betriebe sollten daher frühzeitig mit der Planung beginnen und sich über die genauen Förderkriterien informieren.

Unterstützung und Beratung

Für die erfolgreiche Teilnahme am Programm steht umfassende Unterstützung zur Verfügung. Alle Informationen zur Förderung, Registrierung und Antragstellung sind unter lw.klimafonds.gv.at abrufbar. Dort finden Interessierte auch eine umfassende Maßnahmenliste zum Förderprogramm und eine Liste qualifizierter Energieberater.

Zusätzlich bietet die KPC telefonische Beratung unter +43 (0) 1/31 6 31 – 713 sowie per E-Mail an [email protected] an. Diese Beratung hilft bei der Auswahl der passenden Fördermodule und unterstützt bei der korrekten Antragstellung.

Bedeutung für die österreichische Landwirtschaft

Die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe in Österreich sind für die regionale Wertschöpfung und die Versorgungssicherheit von zentraler Bedeutung. Mit gezielten Förderungen sollen diese Betriebe noch zukunftsfitter und energieunabhängiger werden, was nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile bringt.

Das Programm leistet einen wichtigen Beitrag zur österreichischen Energiewende und stärkt gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Land- und Forstwirtschaft. Durch die Erhöhung des Eigenversorgungsgrads im Energiebereich können Betriebe langfristig ihre Betriebskosten senken und ihre Planungssicherheit erhöhen.

Mit den 4 Millionen Euro Fördervolumen können zahlreiche Betriebe den Schritt in Richtung Energieautarkie wagen und damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Programm zeigt, wie ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Effizienz erfolgreich miteinander verbunden werden können.

Schlagworte

#Landwirtschaft#Energie#Förderung#Nachhaltigkeit#Klimaschutz

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