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Salman Rushdie im ORF III Exklusivinterview am 26. März

Weltberühmter Autor spricht über Messerattentat und sein neues Buch

25. März 2026 um 12:11
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Der britisch-indische Literatur-Nobelpreisträger gibt beim Festival „Literatur im Nebel

Am Donnerstag, dem 26. März 2026, zeigt ORF III um 19.40 Uhr ein außergewöhnliches Künstlergespräch: Der weltberühmte britisch-indische Schriftsteller Salman Rushdie gibt im Rahmen des Festivals "Literatur im Nebel" in Heidenreichstein seltene Einblicke in sein Leben nach dem brutalen Messerattentat von 2022.

Exklusives Interview nach jahrelangem Schweigen

ORF-III-Kulturprogrammchef Peter Fässlacher führte das Exklusivinterview mit dem 77-jährigen Literaten im niederösterreichischen Heidenreichstein. Das Gespräch, das im Rahmen von "Kultur Heute" ausgestrahlt wird und auch auf ORF ON verfügbar ist, dreht sich hauptsächlich um Rushdies neuestes Werk "Knife. Gedanken nach einem Mordversuch".

In diesem Buch verarbeitet der vielfach preisgekrönte Autor erstmals öffentlich seine traumatischen Erfahrungen des Anschlags vom August 2022. Dabei reflektiert er nicht nur über die körperlichen Folgen – seit dem Attentat ist er auf einem Auge blind –, sondern auch über die psychischen Auswirkungen auf sein Leben und seine schriftstellerische Arbeit.

Rückkehr nach 20 Jahren

Besonders bemerkenswert ist Rushdies Rückkehr zum Festival "Literatur im Nebel". Bereits vor rund 20 Jahren war der Literatur-Superstar zu Gast in Heidenreichstein. Seine erneute Teilnahme nach den dramatischen Ereignissen der letzten Jahre verleiht der Veranstaltung eine besondere Bedeutung.

Im Gespräch mit Peter Fässlacher spricht Rushdie offen über seinen Umgang mit dem brutalen Angriff, der sein Leben für immer veränderte. Der Autor, der bereits Jahrzehnte unter der Bedrohung durch eine Fatwa lebte, musste erneut erfahren, welche realen Gefahren mit seiner schriftstellerischen Arbeit verbunden sind.

Jahrzehntelanger Kampf um Meinungsfreiheit

Salman Rushdies Geschichte ist untrennbar mit dem Kampf um Kunst- und Meinungsfreiheit verbunden. Nach der Veröffentlichung seines Romans "Die Satanischen Verse" im Jahr 1988 rief Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Khomeini in einer Fatwa zur Tötung des Schriftstellers auf.

Diese Todesdrohung zwang Rushdie fast ein Jahrzehnt lang unter Personenschutz zu leben. Erst 1998 verzichtete er freiwillig auf den Schutz und kehrte zu einem normaleren Leben zurück. Seine Erfahrungen während dieser Zeit des Versteckens hielt er 2012 in seinem autobiografischen Werk "Joseph Anton" fest – benannt nach seinem Decknamen, der sich aus den Vornamen seiner literarischen Vorbilder Joseph Conrad und Anton Tschechow zusammensetzte.

Das Attentat von 2022

Trotz der scheinbaren Normalisierung seines Lebens holte die Vergangenheit Rushdie 2022 brutal ein. Bei einer Lesung in Chautauqua, New York, stürmte ein Angreifer auf die Bühne und stach mehrfach auf den Autor ein. Die schweren Verletzungen führten dazu, dass Rushdie das Augenlicht auf einem Auge verlor und seine Gesundheit nachhaltig beeinträchtigt wurde.

Der Anschlag schockierte die internationale Literaturwelt und rückte erneut die Bedrohungen in den Fokus, denen sich Schriftsteller und Intellektuelle ausgesetzt sehen, die kontroverse oder religionskritische Werke verfassen.

Literarische Verarbeitung des Traumas

Mit "Knife" wagt Rushdie den mutigen Schritt, seine traumatischen Erfahrungen literarisch zu verarbeiten. Das Buch gilt als sein persönlichstes Werk und zeigt, wie der Autor mit den körperlichen und seelischen Folgen des Attentats umgeht.

Im ORF III Künstlergespräch gibt Rushdie Einblicke in seinen Schreibprozess und erklärt, wie die Erfahrung des Anschlags seine Sicht auf das Leben und die Literatur verändert hat. Dabei thematisiert er auch die fortdauernde Bedeutung von Kunst- und Meinungsfreiheit in einer Zeit, in der diese Grundrechte weltweit unter Druck stehen.

Bedeutung für die österreichische Kulturlandschaft

Das Interview mit Salman Rushdie unterstreicht die Bedeutung des ORF III als wichtige Plattform für hochkarätige Kulturgespräche in Österreich. Peter Fässlacher, der als einer der profiliertesten Kulturjournalisten des Landes gilt, führt regelmäßig Gespräche mit internationalen Künstlern und Intellektuellen.

Das Festival "Literatur im Nebel" in Heidenreichstein hat sich über die Jahre zu einem wichtigen literarischen Ereignis in Österreich entwickelt. Die Teilnahme so prominenter Autoren wie Rushdie verleiht dem niederösterreichischen Festival internationale Ausstrahlung.

Internationale Resonanz

Rushdies Bereitschaft, nach dem Attentat wieder öffentlich aufzutreten und über seine Erfahrungen zu sprechen, wird international als starkes Zeichen für die Verteidigung der Meinungsfreiheit gewertet. Sein Mut, trotz der anhaltenden Bedrohungen weiterhin als Autor und öffentliche Figur tätig zu sein, inspiriert Schriftsteller und Intellektuelle weltweit.

Das ORF III Künstlergespräch bietet österreichischen Zuschauern die seltene Gelegenheit, einen der bedeutendsten lebenden Schriftsteller in einem intimen Gesprächsformat zu erleben. Rushdies Reflexionen über Kunst, Freiheit und Widerstand sind gerade in Zeiten politischer Polarisierung von besonderer Relevanz.

Ausblick auf weitere Projekte

Im Gespräch mit Peter Fässlacher wird Rushdie auch über seine aktuellen schriftstellerischen Projekte sprechen. Trotz der schweren Verletzungen setzt der Autor seine literarische Arbeit fort und plant weitere Veröffentlichungen.

Die Ausstrahlung des Künstlergesprächs am 26. März 2026 um 19.40 Uhr auf ORF III sowie die Verfügbarkeit auf ORF ON ermöglichen es einem breiten Publikum, an diesem außergewöhnlichen Gespräch teilzuhaben. Für Literaturinteressierte und alle, die sich für Fragen der Meinungsfreiheit interessieren, ist dies ein nicht zu verpassendes Ereignis.

Das Interview dokumentiert nicht nur die persönliche Widerstandskraft eines außergewöhnlichen Schriftstellers, sondern auch die fortdauernde Bedeutung der Literatur als Ort des kritischen Denkens und der freien Meinungsäußerung.

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