Zwölf gynäkologische Kassenarztstellen in Oberösterreich unbesetzt
771.102 Frauen leben in OÖ, doch gynäkologische Kassenordinationen werden immer seltener. AK fordert rasche Verbesserungen im Gesundheitssystem.
Oberösterreich hat ein Problem: Mit 771.102 Frauen ist mehr als die Hälfte der Menschen in Oberösterreich weiblich. Die Arbeiterkammer Oberösterreich schlägt Alarm und fordert von Land und Österreichischer Gesundheitskasse (ÖGK) rasche Verbesserungen.
Mit Stichtag 1. Jänner 2026 waren in Oberösterreich zwölf gynäkologische Kassenarztstellen unbesetzt. In fast allen Bezirken des Bundeslandes herrscht ein akuter Mangel an Kassenpraxen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Die OTS nennt zudem, dass die Zahl der Wahlordinationen steigt.
"Lange Wartezeiten und fehlende Kassenordinationen sind ein grundlegendes Problem im Gesundheitssystem. Frauen spüren die Folgen besonders deutlich, etwa wenn es um die gynäkologische Versorgung geht. Gesundheit darf weder vom Wohnort noch vom Einkommen abhängen", sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Eine Befragung des Instituts für empirische Sozialforschung (IFES) zur Gesundheitsversorgung in Oberösterreich zeigt: 29 Prozent der Frauen sind mit dem Gesundheitssystem unzufrieden, bei den Männern sind es 25 Prozent. Seit der letzten Erhebung ist die Unzufriedenheit bei Frauen um 7 Prozentpunkte gestiegen, bei Männern um 5 Prozentpunkte.
Für viele oberösterreichische Frauen ist der Weg zur nächsten gynäkologischen Kassenpraxis oft weit und schwer bewältigbar. Besonders betroffen sind Frauen ohne eigenes Fahrzeug oder mit Betreuungspflichten.
Viele Frauen müssen auf teure Wahl- und Privatärzt:innen ausweichen. Laut IFES-Befragung geben 56 Prozent der weiblichen AK-Mitglieder an, dort schneller einen Termin bekommen zu haben. Für 46 Prozent ist die erwartete Qualität der Behandlung ein Grund, eine Wahl- oder Privatordination aufzusuchen. 32 Prozent begründen ihre Entscheidung damit, keinen Termin in einer Kassenordination erhalten zu haben und 25 Prozent haben keine entsprechende Kassenordination in ihrer Umgebung gefunden.
Die OTS stellt klar, dass diese Zahlen spürbare finanzielle Mehrbelastungen für Frauen bedeuten. "Es kann nicht sein, dass Frauen für eine notwendige gynäkologische Versorgung immer öfter privat zahlen müssen. Wer schwanger oder krank ist oder Vorsorge braucht, muss rasch und ohne zusätzliche Kosten medizinische Leistungen bekommen", betont Präsident Stangl.
Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert rasche Verbesserungen durch das Land Oberösterreich und die Österreichische Gesundheitskasse: