Österreichische Energieagentur verzeichnet drastische Preissprünge bei Gas, während Strompreise differenziert reagieren
Der Iran-Konflikt führt zu drastischen Preisanstiegen bei Gas um 52,5%, während sich Strompreise unterschiedlich entwickeln.
Die jüngsten Daten der Österreichischen Energieagentur für April 2026 zeigen ein differenziertes Bild: Während die Gaspreise im Monatsvergleich um 52,5 Prozent anstiegen, entwickelten sich die Strompreise uneinheitlich je nach Betrachtungszeitraum.
Die Angebotsverknappung infolge der Blockade der Straße von Hormus sowie die Zerstörung von Erdöl- und Erdgas-Produktionsanlagen haben im März 2026 kurzfristig zu drastischen Preissteigerungen an den internationalen Großhandelsmärkten für Erdöl und Erdgas geführt. Die Internationale Energieagentur spricht in diesem Zusammenhang mit Blick auf die Rohölversorgung von der schwersten Energiekrise der letzten Jahrzehnte. Die Preise für Gas und Strom an den europäischen Märkten haben allerdings (noch) nicht das Preisniveau der Energiepreiskrisen 2022 und 2023 erreicht.
Monat
Der Gaspreisindex auf Monatsbasis (ÖGPI Monat) steigt im April 2026 gegenüber dem Vormonat um 52,5 %. Im Vergleich zum April 2025 liegt der Index um 22,9 % höher. Der Index liegt bei einem Wert von 53,43 EUR/MWh.
Quartal
Der Gaspreisindex auf Quartalsbasis (ÖGPI Quartal) steigt im 2. Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 16,6 %. Im Vergleich zum 2. Quartal des Vorjahres 2025 liegt der Index um 21,0 % niedriger. Der Index liegt bei einem Wert von 38,41 EUR/MWh.
Saison
Der Gaspreisindex auf Saisonbasis (ÖGPI Saison) fällt in der Sommersaison 2026 gegenüber der Wintersaison 2026 um 8,9 %. Im Vergleich zur Sommersaison 2025 liegt der Index um 24,6 % niedriger. Der Index liegt bei einem Wert von 34,72 EUR/MWh.
Jahr
Der Gaspreisindex auf Jahresbasis (ÖGPI Jahr) steigt im April 2026 gegenüber dem Jänner 2026 um 2,1 %. Im Vergleich zum Jahreswert des April 2025 liegt der Index um 22,8 % niedriger. Der Index liegt bei einem Wert von 34,75 EUR/MWh.
Monat
Der Strompreisindex auf Monatsbasis (ÖSPI Monat) sinkt im April 2026 gegenüber dem Vormonat um 6,3 %. Im Vergleich zum April 2025 liegt der Index um 14,6 % höher. Der Index liegt bei einem Wert von 91,09 EUR/MWh.
Der Spitzenlastpreis liegt dabei um 16,4 % unter dem Niveau des Grundlastpreises.
Quartal
Der Strompreisindex auf Quartalsbasis (ÖSPI Quartal) sinkt im 2. Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 36,8 %. Im Vergleich zum 2. Quartal 2025 liegt der Index um 6,1 % niedriger. Der Index liegt bei einem Wert von 73,21 EUR/MWh.
Der Spitzenlastpreis liegt dabei um 27,1 % unter dem Grundlastpreis.
Jahr
Der Strompreisindex auf Jahresbasis (ÖSPI Jahr) steigt im April 2026 gegenüber dem Jänner 2026 um 2,6 %. Im Vergleich zum April 2025 liegt der Index um 4,0 % niedriger. Der Index liegt bei einem Wert von 96,39 EUR/MWh.
Der Spitzenlastpreis liegt dabei um 4,2 % über dem Grundlastpreis.
Indizes mit kurzen Handelszeiträumen wie der monatliche Index bilden die Entwicklung der vergangenen vier Wochen ab und spiegeln somit die jüngsten Preissteigerungen unmittelbar wider. Indizes mit längerfristigen Betrachtungszeiträumen glätten kurzfristige Schwankungen; diese längerfristigen Indizes befanden sich grundsätzlich noch in einem sinkenden Trend, der aus der Energiepreiskrise infolge des Russland-Ukraine-Konflikts 2022 resultierte.
Aus heutiger Sicht lässt sich noch nicht mit Gewissheit sagen, wie lange die Angebotsverknappung anhalten wird. Es erscheint möglich, dass die Kampfhandlungen und die Blockade bestehen bleiben und somit auch die Ursachen der Verknappung und die daraus resultierenden Preiseffekte fortbestehen.
Die Entwicklungen der beiden Indizes als Grafiken sowie alle Informationen zur Methodik und zum Haftungsausschluss finden Sie auf der Website der Österreichischen Energieagentur. Die Zeitreihen zu den neuen Indizes für Strom und Gas sind auf der Webseite der Österreichischen Energieagentur zum Download zu finden.