Burgenland Energie führt bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung ein
Als erster Windpark Österreichs reduziert Andau die Lichtbelastung durch intelligente Beleuchtung bei höchster Luftfahrtsicherheit.
Ein Meilenstein für die Windenergie in Österreich: Der Windpark Andau im Burgenland beendet als erste Anlage des Landes das störende nächtliche Dauerblinken der Windräder. Die Burgenland Energie AG führt gemeinsam mit Austro Control die bedarfsgerechte Nachkennzeichnung (BNK) ein, die sowohl die Lichtbelastung für Anrainerinnen und Anrainer reduziert als auch höchste Sicherheitsstandards für die Luftfahrt gewährleistet.
Die bedarfsgerechte Nachkennzeichnung stellt einen technologischen Durchbruch dar. Anstatt der bisherigen permanenten roten Blinklichter werden die Windräder nur noch dann beleuchtet, wenn sich tatsächlich Luftfahrzeuge nähern. Ein intelligentes Radarsystem erkennt herannahende Flugzeuge und aktiviert die Warnleuchten automatisch. Sobald keine Gefahr mehr besteht, schaltet sich die Beleuchtung wieder ab.
Diese Innovation ist besonders für Anwohner von Windparks von großer Bedeutung. Das ständige Blinken der roten Lichter galt bisher als eine der Hauptbeschwerden gegen Windenergieanlagen. Die neue Technologie reduziert die nächtliche Lichtbelastung um bis zu 98 Prozent, ohne dabei Kompromisse bei der Flugsicherheit einzugehen.
Der Windpark Andau fungiert als Vorreiter für ganz Österreich. Die Erkenntnisse aus diesem Pilotprojekt sollen auf andere Windparks im Land übertragen werden. Damit könnte das Burgenland, das bereits jetzt Vorreiter bei erneuerbaren Energien ist, auch bei der umweltschonenden Gestaltung von Windenergieanlagen eine Führungsrolle übernehmen.
Die Umsetzung der BNK-Technologie erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen der Burgenland Energie AG und Austro Control, der österreichischen Flugsicherung. Beide Organisationen haben gemeinsam dafür gesorgt, dass die neue Technologie den strengen Sicherheitsanforderungen der Luftfahrt entspricht.
Das Projekt erhält breite politische Unterstützung. Bundesminister Peter Hanke vom Ministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner werden die offizielle Präsentation der neuen Technologie begleiten.
Die Veranstaltung findet am 25. März 2026 um 18:15 Uhr im Scheiblhofer THE RESORT in Andau statt. Neben der Präsentation der Technologie ist auch eine Live-Demonstration der bedarfsgerechten Nachkennzeichnung geplant, bei der die Gäste die Funktionsweise direkt erleben können.
Das Burgenland hat sich in den vergangenen Jahren als Vorreiter der Energiewende in Österreich etabliert. Das Bundesland erzeugt bereits mehr Ökostrom, als es selbst verbraucht, und exportiert überschüssige Energie in andere Regionen. Die Windenergie spielt dabei eine zentrale Rolle.
Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie, betont die Bedeutung des Projekts: "Mit der bedarfsgerechten Nachkennzeichnung zeigen wir, dass Windenergie und Lebensqualität der Menschen Hand in Hand gehen können. Diese Technologie ist ein wichtiger Schritt für die Akzeptanz der Windkraft in der Bevölkerung."
Die bedarfsgerechte Nachkennzeichnung basiert auf einem hochmodernen Transpondersystem, das kontinuierlich den Luftraum überwacht. Sobald ein Luftfahrzeug in einem definierten Radius erkannt wird, werden automatisch alle Windenergieanlagen in der entsprechenden Zone aktiviert. Die Reaktionszeit beträgt dabei nur wenige Sekunden.
Das System erfüllt alle internationalen Standards der Luftfahrtsicherheit und wurde von der Austro Control umfassend getestet. Philipp Piber, Geschäftsführer von Austro Control, bestätigt: "Die BNK-Technologie gewährleistet die gleiche Sicherheit wie die bisherige Dauerbeleuchtung, reduziert aber gleichzeitig die Belastung für die Anwohner erheblich."
Die Einführung der bedarfsgerechten Nachkennzeichnung könnte einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz von Windenergieprojekten leisten. Bisher war die nächtliche Beleuchtung oft ein Streitpunkt zwischen Betreibern und Anwohnern. Mit der neuen Technologie fällt dieses Argument weitgehend weg.
Experten gehen davon aus, dass die BNK-Technologie in Zukunft zum Standard bei neuen Windparks werden könnte. Auch bestehende Anlagen könnten schrittweise umgerüstet werden, sobald sich die Technologie bewährt hat und wirtschaftlich darstellbar ist.
Nach der erfolgreichen Implementierung in Andau plant die Burgenland Energie die schrittweise Ausweitung der BNK-Technologie auf weitere Windparks im Bundesland. Auch andere österreichische Energieunternehmen zeigen bereits Interesse an der innovativen Lösung.
Die Kosten für die Umrüstung sind zwar anfangs höher als bei herkömmlichen Beleuchtungssystemen, amortisieren sich aber durch geringere Wartungskosten und höhere Akzeptanz in der Bevölkerung. Zudem können Genehmigungsverfahren für neue Windparks beschleunigt werden, wenn von vornherein eine BNK-Anlage geplant ist.
Österreich reiht sich mit diesem Projekt in die Liste jener Länder ein, die bei der umweltschonenden Gestaltung von Windenergieanlagen vorangehen. In Deutschland und anderen europäischen Ländern sind ähnliche Systeme bereits im Einsatz und haben sich bewährt.
Die Erfahrungen aus dem Windpark Andau könnten auch für andere Länder interessant sein, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Das Projekt unterstreicht Österreichs Position als Innovationsführer im Bereich erneuerbarer Energien und nachhaltiger Technologien.