IG Infrarot Austria wählt Präsidium und verstärkt Position im Heizungsmarkt
Österreichische Infrarot-Interessensgemeinschaft startet mit neuem Präsidium Offensive für effiziente Heiztechnologie als Öl- und Gas-Alternative.
Die österreichische Heizungsbranche bekommt neue Impulse: Die IG Infrarot Austria hat ihr Präsidium einstimmig gewählt und startet eine Offensive zur Etablierung von Infrarotheizungen als effiziente Alternative zu fossilen Brennstoffen. Die Interessensgemeinschaft, die kürzlich als offizieller Netzwerkpartner in den Fachverband für Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) aufgenommen wurde, will innovative Heiztechnologien aus Österreich und Europa sichtbarer machen.
Zum Vorsitzenden wurde Günther Hraby ernannt, Geschäftsführer des österreichischen Qualitätsherstellers easyTherm GmbH. Hraby sieht die Infrarot-Technologie an einem entscheidenden Wendepunkt: "Haushalte brauchen Heizungslösungen, die schnell verfügbar, zuverlässig und leistbar sind – und genau hier zeigt Infrarot seine Stärke. Die Technologie ist ausgereift und bietet eine echte Alternative zu Öl und Gas."
Diese Einschätzung stützt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Eine Studie des renommierten Fraunhofer Instituts für Bauphysik (IBP) belegt beeindruckende Effizienzwerte: Ein mit Infrarotpaneelen beheiztes Gebäude benötigt demnach 32 Prozent weniger Endenergie als ein baugleiches Haus mit Gastherme – bei identischem Nutzungsverhalten. Diese Energieeinsparung macht die Technologie besonders interessant für Bestandsgebäude und Haushalte mit begrenztem Sanierungsbudget.
Als Vorsitzenden-Stellvertreter fungiert Thomas Milles, Head of Sales beim europäischen Infrarotspezialisten ERS Heatscreen. Er betont die praktischen Vorteile der Technologie: "Viele Menschen wollen raus aus Öl und Gas, aber ohne kostenintensive Sanierungen oder komplexe Technik. Infrarotheizungen ermöglichen einen einfachen Umstieg ohne Umwege."
Diese Aussage wird durch Forschungsergebnisse der Technischen Universität Dresden untermauert. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass moderne Infrarotheizungen in realistisch simulierten Bestandsgebäuden einen messbaren Beitrag zur thermischen Behaglichkeit leisten – und das ohne umfassende bauliche Maßnahmen. Für Verbraucher bedeutet dies: Der Wechsel von fossilen Brennstoffen zu elektrischen Infrarotsystemen kann oft ohne aufwändige Gebäudesanierung erfolgen.
Das neu gewählte Präsidium vereint die Kompetenz führender österreichischer Anbieter der Branche. Als Kassier wurde Thomas Reiter gewählt, Geschäftsführer von ETHERMA, einer traditionsreichen österreichischen Marke für elektrische Wärmesysteme. Die Funktion des Schriftführers übernahm Michael Ringbauer, Geschäftsführer der Redwell Manufaktur GmbH, einem österreichischen Premiumhersteller designorientierter Infrarotpaneele.
Die Rechnungsprüfung liegt bei Josef Schnöll, Geschäftsführer von ER-System Mechatronik GmbH, einem innovativen Technologieunternehmen aus dem Bereich elektrischer Heizanlagen. Diese Zusammensetzung spiegelt die Stärke des österreichischen Standorts in der Infrarot-Technologie wider und unterstreicht die regionale Wertschöpfung in diesem Bereich.
Mit der konstituierenden Sitzung startet für die IG Infrarot Austria ein intensiver Aufbauprozess. Die Organisation hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Im Mittelpunkt stehen eine faktenbasierte Kommunikation, klare Qualitätsstandards sowie der Dialog mit Politik, Wirtschaft und Konsumenten. Dies ist besonders wichtig, da der Heizungsmarkt derzeit von verschiedenen Technologien und teilweise widersprüchlichen Informationen geprägt ist.
Die Interessensgemeinschaft will Infrarotheizungen als effiziente, wartungsarme Lösung im österreichischen Heizungsmarkt etablieren und damit einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten. Dabei geht es nicht nur um den österreichischen Markt, sondern um eine europäische Perspektive, da die IG Infrarot Austria auch Mitglied bei der EIHA – der European Infrared Heating Association ist.
Die Bedeutung alternativer Heiztechnologien wird vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise und der Klimaziele der EU besonders deutlich. Während Wärmepumpen als eine Lösung gelten, sind sie nicht für alle Gebäudetypen und Budgets geeignet. Infrarotheizungen können hier eine wichtige Rolle spielen, da sie ohne komplexe Installation auskommen und auch in älteren Gebäuden effizient arbeiten können.
"Die Infrarot-Technologie ist erprobt, effizient und leistbar. Jetzt geht es darum, diese Alternative sichtbar zu machen und den Menschen echte Wahlfreiheit beim Ausstieg aus Öl und Gas zu ermöglichen", erklärt Vorsitzender Hraby. Besonders für Neubauten sieht er großes Potenzial: "Im Neubau ermöglicht die Technologie eine hochgradig energieautarke Bauweise."
Die IG Infrarot Austria vereint derzeit sechs Mitgliedsunternehmen, die alle wichtige Akteure im österreichischen und europäischen Markt sind. Neben den bereits genannten Unternehmen gehört auch WMT Thermosysteme GmbH zum Netzwerk. Diese Unternehmen entwickeln, fertigen oder vertreiben hochwertige Infrarottechnologien und tragen damit zur regionalen Wertschöpfung bei.
Die Aufnahme als Netzwerkpartner des FEEI stärkt die Position der Infrarot-Branche erheblich. Der Fachverband für Elektro- und Elektronikindustrie ist eine wichtige Stimme in der österreichischen Wirtschaftspolitik und kann der noch jungen Technologie zu mehr Gehör verhelfen.
Die Infrarot-Technologie steht vor interessanten Entwicklungen. In Kombination mit Photovoltaik-Anlagen können Infrarotheizungen zu besonders nachhaltigen und kosteneffizienten Heizsystemen werden. Auch die Integration in Smart-Home-Systeme eröffnet neue Möglichkeiten für optimiertes Heizen.
Für Verbraucher bedeutet dies konkret: Sie erhalten eine Alternative zu Gas- und Ölheizungen, die ohne große Umbaumaßnahmen installiert werden kann, wartungsarm ist und in Kombination mit erneuerbaren Energien eine klimaneutrale Heizlösung darstellt. Die wissenschaftlichen Belege für die Effizienz der Technologie werden dabei von unabhängigen Forschungseinrichtungen bestätigt.
Die IG Infrarot Austria will in den kommenden Jahren durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, technische Standards und politischen Dialog dazu beitragen, dass Infrarotheizungen als gleichwertige Alternative zu anderen Heizsystemen wahrgenommen werden. Damit könnte eine weitere Säule für die österreichische Energiewende etabliert werden.