Auszeichnung für qualitätsvolle Berichterstattung über psychische Gesundheit
Der Berufsverband Österreichischer Psycholog:innen prämiert journalistische Arbeiten zum Thema psychische Gesundheit im Alltag.
Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) hat die Ausschreibung für den BÖP-Journalist:innenpreis 2026 gestartet. Die Auszeichnung würdigt journalistische Arbeiten, die sich fundiert und verantwortungsvoll mit dem Thema "Psychische Gesundheit im Alltag – Belastungen, Krisen und Wege der Unterstützung" auseinandersetzen.
Die feierliche Preisverleihung findet am Samstag, den 3. Oktober 2026, im Rahmen des Tags der Psychologie im Wiener Rathaus statt. Diese Veranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Forum für den Austausch zwischen Psycholog:innen, Medienvertreter:innen und der Öffentlichkeit entwickelt.
"Journalist:innen leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, wie wir über psychische Gesundheit sprechen – und ob wir darüber sprechen", betont BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. "Qualitätsvolle Berichterstattung kann Verständnis schaffen, Vorurteile abbauen und deutlich machen, dass psychische Gesundheit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist."
Der BÖP-Journalist:innenpreis verfolgt das Ziel, Beiträge zu würdigen, die psychische Gesundheit aus der Tabuzone holen und gesellschaftliche Zusammenhänge sichtbar machen. Besonders im Fokus stehen journalistische Zugänge zu psychischen Belastungen im Alltag, zu persönlichen und gesellschaftlichen Krisen sowie zu Fragen der Unterstützung und Versorgung.
Die Bandbreite der möglichen Themen ist dabei bewusst breit gehalten. Eingereichte Arbeiten können sich beispielsweise mit Belastungen durch Arbeit, Familie und Care-Verantwortung beschäftigen. Auch soziale Ungleichheit, Gewalterfahrungen, Verlust oder Krankheit sind relevante Themenbereiche. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Zugang zu professioneller psychologischer Hilfe, ein Thema, das in Österreich nach wie vor von großer gesellschaftlicher Relevanz ist.
Eingereicht werden können Arbeiten aus verschiedenen Medienformaten. Dazu gehören Print-, Online-, Audio- und audiovisuelle Medien. Diese Offenheit für unterschiedliche journalistische Darstellungsformen spiegelt die Vielfalt der modernen Medienlandschaft wider und berücksichtigt, dass wichtige Themen über verschiedene Kanäle transportiert werden.
Die Flexibilität bei den Einreichungsformaten ermöglicht es sowohl etablierten Medienvertreter:innen als auch freien Journalist:innen, ihre Arbeiten zu präsentieren. Ob investigative Recherchen, persönliche Reportagen, wissenschaftlich fundierte Analysen oder multimediale Projekte – alle Formate haben die Chance auf eine Auszeichnung.
Die eingereichten Arbeiten werden von einer unabhängigen Jury aus den Bereichen Journalismus, Psychologie und Medien bewertet. Diese interdisziplinäre Zusammensetzung gewährleistet, dass sowohl die journalistische Qualität als auch die fachliche Korrektheit der Beiträge angemessen beurteilt werden können.
Bei der Bewertung stehen mehrere Kriterien im Vordergrund: Die journalistische Qualität bildet die Grundlage für eine mögliche Auszeichnung. Darüber hinaus wird großer Wert auf fachliche Sorgfalt gelegt, da es gerade bei psychologischen Themen wichtig ist, wissenschaftlich fundiert und korrekt zu berichten.
Die gesellschaftliche Relevanz der behandelten Themen spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Bewertung. Schließlich sollen die prämierten Arbeiten einen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs über psychische Gesundheit leisten. Ein besonders wichtiges Kriterium ist die sensible und verantwortungsvolle Darstellung psychischer Themen, da unsachgemäße Berichterstattung stigmatisierend wirken oder sogar schädlich sein kann.
Der BÖP dotiert die ersten drei Plätze mit attraktiven Preisgeldern. Der erste Platz ist mit 1.500 Euro dotiert, der zweite Platz mit 1.000 Euro und der dritte Platz mit 500 Euro. Diese Prämierung unterstreicht die Wertschätzung, die der Berufsverband qualitätsvoller journalistischer Arbeit entgegenbringt.
Die Preisgelder sollen nicht nur eine Anerkennung für geleistete Arbeit darstellen, sondern auch einen Anreiz für weitere fundierte Berichterstattung über psychische Gesundheit schaffen. In Zeiten, in denen freier Journalismus oft unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen arbeitet, können solche Auszeichnungen eine wichtige Unterstützung bedeuten.
Die Initiative des BÖP zeigt, wie wichtig dem Berufsverband die Zusammenarbeit mit den Medien ist. Psychische Gesundheit ist ein Thema, das alle Bevölkerungsschichten betrifft, aber nach wie vor mit Vorurteilen und Unwissen behaftet ist. Medien spielen eine Schlüsselrolle dabei, Aufklärung zu betreiben und ein realistisches Bild von psychischen Erkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten zu vermitteln.
Falsche oder oberflächliche Darstellungen können hingegen bestehende Stigmata verstärken und Betroffene davon abhalten, professionelle Hilfe zu suchen. Deshalb ist es dem BÖP ein wichtiges Anliegen, qualitätsvolle Berichterstattung zu fördern und auszuzeichnen.
Die österreichische Medienlandschaft hat in den vergangenen Jahren bereits beachtliche Fortschritte bei der Berichterstattung über psychische Gesundheit gemacht. Dennoch besteht weiterhin Bedarf an differenzierter und sachkundiger Aufklärung, insbesondere in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen, die psychische Belastungen verstärken können.
Interessierte Journalist:innen können ihre Arbeiten ab sofort per E-Mail an [email protected] einreichen. Der Einreichschluss ist am 19. Juli 2026 gesetzt, was den Einreicher:innen ausreichend Zeit für die Vorbereitung ihrer Beiträge gibt.
Bei der Einreichung sollten neben dem eigentlichen Beitrag auch Informationen über das Medium, in dem er erschienen ist, sowie das Erscheinungsdatum angegeben werden. Weitere Details zu den Einreichungsmodalitäten können direkt beim BÖP erfragt werden.
Der BÖP-Journalist:innenpreis fügt sich in eine breitere gesellschaftliche Bewegung ein, die psychische Gesundheit verstärkt in den Fokus rückt. Die COVID-19-Pandemie hat die Bedeutung psychischer Gesundheit noch deutlicher gemacht und gezeigt, wie wichtig es ist, über entsprechende Themen aufzuklären und Unterstützungsangebote bekannt zu machen.
Auch die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen – von wirtschaftlichen Unsicherheiten über Klimawandel bis hin zu politischen Spannungen – können psychische Belastungen verstärken. Umso wichtiger ist es, dass Medien über Bewältigungsstrategien, Unterstützungsangebote und die Normalität psychischer Probleme informieren.
Der Journalist:innenpreis des BÖP ist somit nicht nur eine Auszeichnung für vergangene Leistungen, sondern auch ein Aufruf für zukünftige qualitätsvolle Berichterstattung über eines der wichtigsten Gesundheitsthemen unserer Zeit.