Initiative Therme Plus traf sich mit hochkarätigen Gästen in Bad Waltersdorf
Bei der Generalversammlung der Initiative Therme Plus betonten Staatssekretärin Zehetner und Österreich Werbung die wirtschaftliche Bedeutung der Thermen.
Die österreichische Thermenbranche hat prominenten politischen Rückenwind erhalten: Bei der zweiten Generalversammlung der Initiative Therme Plus im Heilthermen Resort Bad Waltersdorf unterstrich Staatssekretärin Mag. Elisabeth Zehetner die zentrale Rolle der Thermen für Wirtschaft und Tourismus. Gemeinsam mit hochkarätigen Gästen aus Politik und Wirtschaft diskutierten die Vertreter von 38 namhaften Thermenunternehmen über die Zukunft der Branche.
"Österreichs Thermen sind unverzichtbare Infrastruktur für den Tourismus und generieren eine jährliche Wertschöpfung von rund eineinhalb Milliarden Euro", betonte Staatssekretärin Zehetner bei ihrer Keynote. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit knapp 10 Millionen Eintritten pro Jahr sichern die österreichischen Thermen rund 17.700 Arbeitsplätze in den Regionen und beleben strukturschwächere Gebiete nachhaltig.
Die Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus hob besonders die doppelte Funktion der Thermen hervor: "Sie bieten der österreichischen Bevölkerung zudem ein niederschwelliges Angebot in der Prävention – zwischen Wellness und Gesundheit." Diese Positionierung zwischen Tourismus und Gesundheitsvorsorge macht die Thermenbranche zu einem einzigartigen Wirtschaftsfaktor.
Ein zentrales Thema der Diskussionsrunde war die Energieversorgung der Thermen. Staatssekretärin Zehetner ermutigte die Branche, weiter auf den Ausbau eigener, erneuerbarer Energiequellen zu setzen und sagte Erleichterungen bei der Selbstversorgung zu. Dies ist für die energieintensiven Thermenbetriebe von besonderer Bedeutung, da sie für ihre Pools, Saunen und Wellness-Bereiche erhebliche Mengen an Energie benötigen.
Vereinsobmann Klaus Hofmann von VAMED Vitality World begrüßte diese Zusage: "Weiterhin halten wir an unseren Kernanliegen fest und fordern Entlastung für unsere hohen Energiekosten, eine Mehrwertsteuersenkung analog zur Hotellerie sowie Unterstützung bei Ausbildungs- und Arbeitsmarktoffensiven."
Mag. Sandra Neukart, COO der Österreich Werbung, unterstrich in ihrem Beitrag die touristische Bedeutung der Thermen: "Die heimischen Thermen werten den Tourismusstandort Österreich enorm auf und beleben die Regionen – als wetterunabhängiges Ganzjahresangebot." Mit mehr als zwei Prozent aller jährlichen Nächtigungen in Österreich stellen die Thermenresorts einen beachtlichen Anteil am heimischen Tourismus dar.
Besonders hervorzuheben ist die internationale Ausstrahlung: "Die hohen Maßstäbe in puncto Servicequalität machen Österreich für heimische wie internationale Gäste besonders attraktiv", so Neukart. Diese Qualitätsorientierung positioniert die österreichischen Thermen im internationalen Wettbewerb als Premium-Anbieter.
Neben den politischen Vertretern kamen auch die Thermenunternehmer selbst zu Wort. Patrick Hochhauser von den Eurothermenresorts und Klaus Lemmerer von der Alpentherme Gastein, beide Stellvertreter des Obmanns, berichteten über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Branche.
Zusätzliche Expertise lieferten Dr. Oliver Fritz vom Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO und Mag. Martin Schaffer von mrp hotels mit ihren Keynotes zu Markttrends und Entwicklungen. Diese fundierten Ausblicke gaben den Teilnehmenden wertvolle Orientierung für strategische Entscheidungen.
Die Initiative Therme Plus hat seit ihrer Gründung im Sommer 2020 erheblich an Bedeutung gewonnen. Ursprünglich als Branchensprachrohr ins Leben gerufen, ist sie seit Januar 2025 ein eingetragener Verein. Diese Formalisierung unterstreicht das gewachsene Selbstbewusstsein und die zunehmende politische Relevanz der Branche.
"In den letzten Jahren ist uns als Initiative Therme Plus schon sehr viel gelungen und es ist schön, dass unsere Arbeit in Politik und Wirtschaft wahrgenommen wird", zeigte sich Obmann Hofmann stolz über die Entwicklung. Die Anerkennung durch hochrangige politische Vertreter bestätigt die erfolgreiche Lobbyarbeit des Vereins.
Trotz der positiven Bilanz stehen die österreichischen Thermen vor erheblichen Herausforderungen. Die hohen Energiekosten belasten die Betriebe, während gleichzeitig Fachkräftemangel und demografischer Wandel die Branche beschäftigen. Die geforderte Mehrwertsteuersenkung analog zur Hotellerie würde eine wichtige Entlastung bedeuten und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Die Ausbildungs- und Arbeitsmarktoffensiven, für die sich die Initiative einsetzt, sind angesichts des Fachkräftemangels von zentraler Bedeutung. Qualifiziertes Personal ist für die hohen Servicestandards der österreichischen Thermen unverzichtbar.
Die 38 Mitgliedsthermen der Initiative Therme Plus fungieren als wichtige Wirtschaftsmotoren in oft strukturschwächeren ländlichen Gebieten. Sie schaffen nicht nur direkte Arbeitsplätze, sondern beleben auch die regionale Zuliefererbranche und den lokalen Handel. Hotels, Restaurants und Geschäfte profitieren von den Thermengästen.
Diese regionale Wertschöpfung macht die Thermen zu einem wichtigen Instrument der Regionalpolitik. Sie tragen zur Dezentralisierung der österreichischen Wirtschaft bei und bieten attraktive Arbeitsplätze außerhalb der großen Städte.
Die Positionierung zwischen Wellness und Gesundheit eröffnet den österreichischen Thermen neue Marktchancen. Der demographische Wandel und das gestiegene Gesundheitsbewusstsein schaffen eine wachsende Nachfrage nach präventiven Gesundheitsangeboten.
Als "niederschwelliges Angebot in der Prävention" können Thermen eine wichtige Rolle im Gesundheitssystem spielen. Diese Entwicklung könnte langfristig auch neue Finanzierungsmodelle und Kooperationen mit Krankenkassen ermöglichen.
Der Fokus auf erneuerbare Energien entspricht nicht nur den politischen Vorgaben, sondern auch den Erwartungen umweltbewusster Gäste. Viele Thermen nutzen bereits Geothermie oder andere nachhaltige Energiequellen und positionieren sich als umweltfreundliche Anbieter.
Diese Nachhaltigkeitsstrategie wird zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil im internationalen Tourismusmarkt, wo Umweltaspekte eine immer größere Rolle bei der Destinationswahl spielen.