Ombudsstelle Film & Fernsehen erweitert Präventionsangebote
Die Ombudsstelle verzeichnete 2025 stabil hohe Beratungszahlen und stellt neues Mitarbeiter*innenschutzkonzept vor.
Die #we_do! – Ombudsstelle Film & Fernsehen hat im Rahmen der Diagonale '26 ihren Jahresbericht 2025 präsentiert und ein neues, praxisnahes Mitarbeiter*innenschutzkonzept für die österreichische Film- und Fernsehbranche vorgestellt.
Im Jahr 2025 wandten sich 69 Personen an die Ombudsstelle, was zu insgesamt 140 Beratungskontakten führte. Die häufigsten Themen in den Beratungen sind Machtmissbrauch, sexuelle Belästigung, Diskriminierung, Ausbeutung und Mobbing.
"Die Zahlen zeigen, dass der Bedarf an Unterstützung auch ohne größere mediale Debatten stabil hoch bleibt", betont Daniel Sanin, der gemeinsam mit Alexandra Eitzinger für die #we_do! Beratung zuständig ist.
Organisatorisch markiert das Jahr 2025 einen wichtigen Schritt: Aus dem ursprünglichen Projekt der letzten sechs Jahre ist eine institutionell verankerte Ombudsstelle in Vereinsstruktur geworden. Heute arbeitet #we_do! mit einem interdisziplinären Berater*innen- und Trainer*innenteam, einem fachlichen Expert*innenbeirat sowie einem Vorstand.
#we_do! konnte das Angebot an Trainings- und Vernetzungsformaten erweitern und mit Emily Hanslik und Nina Krebs zwei Expertinnen für Trainings- und Sensibilisierungsformate gewinnen. Bis März 2026 wurden 35 Vertrauenspersonen ausgebildet.
"Ziel war und ist es dabei stets, aus den Erkenntnissen der Beratungen konkrete Empfehlungen und präventive und strukturelle Maßnahmen für die Branche abzuleiten", erklärt Beraterin Alexandra Eitzinger. "Diese finden sich jährlich systematisch aufbereitet in unseren Berichten wieder und sind ein zentrales Instrument unserer Präventionstätigkeiten."
#we_do! arbeitet nach den Prinzipien von "Protect and Prevent" und hat 2025 für die interne Arbeit einen Full Circle Approach des Gewaltschutzes entwickelt. Die Einzelfallberatung ist ein zentrales Element dieses Ansatzes; daneben stehen auch strukturelle und präventive Maßnahmen im Fokus, etwa Mindeststandards für Vertrauenspersonen und Schulungsangebote.
Mit dem Workbook Mitarbeiter*innenschutzkonzept stellt #we_do! ein praxisnahes Instrument für Organisationen und Produktionen zur Verfügung. Das Workbook steht kostenlos zum Download auf der Website bereit und enthält unter anderem eine Anleitung zur Erstellung von Schutzkonzepten, Reflexionsfragen, Mindeststandards, Empfehlungen sowie Entscheidungshilfen. Es erläutert außerdem den Zusammenhang zwischen Schutzstrukturen, organisationaler Verantwortung und rechtlichen Rahmenbedingungen wie dem Arbeitnehmer*innenschutzgesetz (ASchG) oder dem Gleichbehandlungsgesetz.
Ein interaktiver Selbst-Check auf der Website hilft Organisationen einzuschätzen, wo sie aktuell stehen und welche nächsten Schritte sinnvoll sein könnten.
Organisationen können zudem vertiefende Unterstützung im Rahmen unterschiedlicher Beratungsformate bei #we_do! in Anspruch nehmen.
"Schutz bedeutet Prävention!", sagt Sophie Rendl, #we_do!-Vorständin und Expertin in den Bereichen Gewaltschutz und Antidiskriminierung. "Wirksamer Mitarbeiter*innenschutz beginnt lange, bevor ein Vorfall passiert. Dazu gehören präventive Maßnahmen, klare Meldewege, transparente Verfahren und Unterstützung sowie Interventionspläne für betroffene Personen."
Alle Informationen sowie der Jahresbericht 2025 und das Workbook Mitarbeiter*innenschutzkonzept sind auf der Website www.ombudsstellefilm.com verfügbar.