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Wien baut neue Psychiatrie in Klinik Favoriten bis 2029

Spatenstich für moderne psychiatrische Versorgung mit 120 Betten

19. März 2026 um 12:20
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Der Wiener Gesundheitsverbund erweitert die psychiatrische Versorgung in der Klinik Favoriten erheblich und schafft erstmals 40 Betten für Kinder.

Mit dem Spatenstich für die neue Psychiatrie in der Klinik Favoriten hat der Wiener Gesundheitsverbund einen bedeutsamen Meilenstein im größten Modernisierungsprogramm seiner Geschichte gesetzt. Das ambitionierte Bauprojekt wird bis 2029 die psychiatrische Versorgung in Wien deutlich stärken und moderne Behandlungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen schaffen.

Verdreifachung der psychiatrischen Bettenkapazität

Der geplante Neubau wird die psychiatrische Versorgung am Standort Favoriten revolutionär erweitern. Während derzeit lediglich 44 Betten für psychiatrische Patienten zur Verfügung stehen, entstehen künftig insgesamt 120 moderne Behandlungsplätze. Diese Kapazitätserweiterung entspricht nahezu einer Verdreifachung des bisherigen Angebots und unterstreicht die wachsende Bedeutung der psychiatrischen Versorgung in der österreichischen Hauptstadt.

"Mit der neuen Psychiatrie in der Klinik Favoriten stärken wir die Gesundheitsversorgung in einer wachsenden Stadt und schaffen moderne Rahmenbedingungen für Patienten sowie Mitarbeiter", betonte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker bei der Spatenstich-Zeremonie. Der Wiener Gesundheitsverbund investiere damit gezielt in eine zukunftsfähige Infrastruktur, die den steigenden Anforderungen in der medizinischen Versorgung gerecht werde.

Erstmals Kinder- und Jugendpsychiatrie am Standort

Eine besondere Neuerung stellt die Einrichtung einer eigenständigen Kinder- und Jugendpsychiatrie dar. Mit 40 speziell für junge Patienten konzipierten Betten wird erstmals am Standort Favoriten eine spezialisierte Betreuung für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen angeboten. Die verbleibenden 80 Betten sind für die Erwachsenenpsychiatrie vorgesehen.

"Psychische Erkrankungen zählen zu den großen gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit", erklärte Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Generaldirektorin des Wiener Gesundheitsverbundes. Mit der neuen Psychiatrie werde die psychiatrische Versorgung in Wien nachhaltig gestärkt und moderne Strukturen für eine zeitgemäße Behandlung geschaffen. Aktuell erfolgen am Standort rund 1.000 stationäre Aufnahmen und etwa 3.500 Ambulanzkontakte pro Jahr.

Die Gesundheitssprecherin der Neos, Jing Hu, betonte die besondere Bedeutung des Ausbaus für Kinder und Jugendliche: "Ihr Bedarf ist in den letzten Jahren stark gestiegen, denn psychische Gesundheit entscheidet über Bildungswege und Zukunftschancen. Es braucht mehr Kapazitäten, schnellere Hilfe und niederschwelligen Zugang."

Architektur als therapeutisches Instrument

Das neue Psychiatriegebäude umfasst rund 20.500 Quadratmeter Netto-Grundrissfläche, verteilt auf sechs Ebenen. Die Bauarbeiten erfordern den Aushub von etwa 50.000 Kubikmetern Erdreich und den Abtransport von circa 9.000 Tonnen Abbruchmaterial. Besonderes Augenmerk wird dabei auf nachhaltiges Bauen gelegt – sämtliches Abbruchmaterial wird sortenrein entsorgt und der Kreislaufwirtschaft zugeführt.

"Moderne psychiatrische Architektur ist heute bewusst Teil des therapeutischen Konzepts", erläuterte Michael Lischent, Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsverbund Projektentwicklungs- und Baumanagement GmbH. Klare Strukturen, viel Tageslicht und gut gestaltete Außenräume schaffen Orientierung, reduzieren Stress und unterstützen den Genesungsprozess.

Das Gebäude wird neben den Stationen für die psychiatrische Behandlung auch Ambulanzen, Tageskliniken sowie vielfältige Therapie- und Aufenthaltsbereiche beherbergen. Großzügige Außenflächen, Dachterrassen, Bewegungs- und Begegnungsbereiche bieten zusätzlichen Raum für Therapie und Aktivitäten. Eine integrierte Heilstättenschule ermöglicht es jungen Patienten, während ihres Aufenthalts am schulischen Unterricht teilzunehmen.

Spezialisierte Behandlungskonzepte

Mit dem Neubau entsteht ein hochdifferenziertes Versorgungskonzept, das die Behandlung noch stärker auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patienten abstimmt. Die Erwachsenenpsychiatrie wird künftig vier spezialisierte Stationen mit jeweils 20 Betten umfassen:

  • Eine Transitionspsychiatrie für junge Erwachsene
  • Eine Erwachsenenpsychiatrie bis 65 Jahre
  • Eine Alterspsychiatrie
  • Eine Station für Akutpsychosomatik

"Die neue Struktur ermöglicht eine noch gezieltere Behandlung, weil Patienten je nach Alter, Krankheitsbild und Behandlungsbedarf auf spezialisierten Stationen betreut werden können", erklärte Kurt Stastka, Vorstand der Psychiatrischen Abteilung der Klinik Favoriten. Intensität und Dauer der Therapie können entsprechend angepasst werden.

Mitarbeitererfahrungen fließen in Planung ein

Ein besonderer Fokus lag bei der Planung auf der Einbindung der Mitarbeitererfahrungen. "Besonders wichtig war uns, dass viele Erfahrungen der Mitarbeiter in die Planung eingeflossen sind", betonte Stastka. Dadurch entstehen Strukturen, die sowohl für Patienten als auch für Mitarbeiter bestmögliche Rahmenbedingungen bieten.

Parallel zum Ausbau der Infrastruktur wächst auch das Personalteam erheblich. Während derzeit rund 60 Vollzeitäquivalente in der psychiatrischen Versorgung am Standort arbeiten, sollen es künftig dank einer Ausbildungs-Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien über 200 Vollzeitäquivalente sein.

Antwort auf wachsenden Behandlungsbedarf

Das Projekt ist eine direkte Antwort auf den kontinuierlich steigenden Bedarf an psychiatrischer Versorgung in Wien. Die Corona-Pandemie hat die Bedeutung der psychischen Gesundheit zusätzlich in den Fokus gerückt und gezeigt, wie wichtig ausreichende Behandlungskapazitäten sind. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist ein deutlicher Anstieg psychischer Erkrankungen zu verzeichnen.

Die neue Psychiatrie in der Klinik Favoriten fügt sich in das umfassende Modernisierungsprogramm des Wiener Gesundheitsverbundes ein, das darauf abzielt, die medizinische Infrastruktur der Stadt zukunftsfit zu gestalten. Mit der Fertigstellung bis 2029 wird Wien über eine der modernsten psychiatrischen Einrichtungen Österreichs verfügen, die sowohl architektonisch als auch therapeutisch neue Maßstäbe setzt.

Modernste Ausstattung für optimale Behandlung

Das neue Gebäude wird mit modernster medizinischer Ausstattung und innovativen Behandlungsmöglichkeiten ausgestattet. Die Räumlichkeiten sind speziell auf die Bedürfnisse psychiatrischer Patienten zugeschnitten und bieten ein heilungsförderndes Umfeld. Durch die Berücksichtigung neuester Erkenntnisse aus der Psychiatrie und Psychotherapie entstehen optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung.

Mit diesem Großprojekt unterstreicht Wien seine Vorreiterrolle in der psychiatrischen Versorgung und setzt ein wichtiges Zeichen für die Bedeutung der psychischen Gesundheit in der modernen Gesellschaft. Die Investition in die neue Psychiatrie ist gleichzeitig eine Investition in die Zukunft der Wiener Bevölkerung und deren Wohlbefinden.

Schlagworte

#Wiener Gesundheitsverbund#Psychiatrie#Klinik Favoriten#Gesundheitswesen#Neubau

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