Petra Steger warnt vor struktureller Energieknappheit durch zerstörte Infrastruktur
Die freiheitliche EU-Abgeordnete Petra Steger übt scharfe Kritik an der europäischen Energiepolitik und warnt vor den Folgen zerstörter Gasinfrastruktur.
Die freiheitliche EU-Abgeordnete Petra Steger hat anlässlich des aktuellen EU-Gipfels in Brüssel scharfe Kritik an der Energie- und Außenpolitik der Europäischen Union geübt. Im Zentrum ihrer Kritik stehen die Auswirkungen militärischer Angriffe auf kritische Energieinfrastruktur und die gleichzeitige Verschärfung der europäischen Energiekrise durch politische Entscheidungen.
Nach Angaben von Steger wurden bei Angriffen auf die Industrieanlagen in Ras Laffan in Katar erhebliche Schäden verursacht. Die Anlage stehe für rund ein Fünftel der globalen LNG-Produktion. "Hier geht es nicht um kurzfristige Marktreaktionen, hier wird reale Infrastruktur zerstört, deren Wiederaufbau Monate, wenn nicht Jahre dauern wird", erklärte Steger.
Auch das iranische South-Pars-Gasfeld wurde laut OTS-Angaben in diesem Zusammenhang als Ziel militärischer Angriffe genannt. Nach Stegers Einschätzung führt dies zu einer "strukturellen Verknappung des globalen Energieangebots" mit Folgen für die Versorgungssicherheit.
Besonders kritisch sieht Steger die parallele Schwächung der eigenen europäischen Energieversorgung. Sie nannte den Streit mit Ungarn rund um die Druschba-Pipeline als Beispiel dafür, wie Brüssel aus ihrer Sicht funktionierende Versorgungswege gefährde. Die Debatte um den 90-Milliarden-Euro-Kredit für die Ukraine und der Konflikt mit Ungarn offenbarten nach Steger "die zunehmende Entkopplung der Brüsseler Politik von der energiepolitischen Realität".
Neben den externen Faktoren kritisiert Steger auch die interne Energiepolitik der EU. Sie nannte Kohleausstieg, Blockade neuer Förderprojekte und ein dysfunktionales Strommarktdesign als treibende Faktoren, die nach ihrer Darstellung die Preise zusätzlich nach oben treiben.
Steger forderte laut OTS, dass die EU "jetzt schnell handeln" müsse und sprach sich dafür aus, russisches Öl und Gas wieder zum Einkauf zuzulassen. Ohne diese Maßnahme sehe sie die Gefahr einer weiteren Verschärfung der Energiekrise.
Steger warnte davor, dass die Kombination aus globalem Angebotsschock und europäischer Fehlsteuerung zu wirtschaftlichen Problemen führen könne. "Die Kombination aus globalem Angebotsschock und europäischer Fehlsteuerung führt direkt in die Deindustrialisierung. Unternehmen wandern ab, Wertschöpfung geht verloren und die Bürger zahlen die Rechnung", so Steger.