Österreichischer Faserproduzent setzt auf Innovation und Kreislaufwirtschaft
Die Lenzing AG veröffentlicht ihren Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025.
Die oberösterreichische Lenzing AG hat ihren kombinierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2025 vorgelegt. Der Bericht steht unter dem Motto "Lead Transformation – Generate Impact".
Im Bericht nennt das Vorstandsteam der Lenzing Gruppe Mathias Breuer (CFO), Christian Skilich (CPO/CTO) und Georg Kasperkovitz (COO) das Jahr 2025 als herausfordernd. Das Unternehmen beschreibt, dass es sein Ergebnis verbessert, sein Profil geschärft und sich auf die Zukunft ausgerichtet hat.
Die Strategie des Unternehmens basiert auf vier Säulen: Premiumisierung, Exzellenz, Innovation und Nachhaltigkeit. Lenzing gibt an, mit gezielten Investitionen in diese Bereiche seine Position als Anbieter von cellulosebasierten Premiumfasern zu stärken.
Der Bericht nennt Erweiterungen im Produktportfolio: Das erweiterte LENZING™ Lyocell Fill Faserportfolio wird mit verbesserten Eigenschaften beschrieben. Eine neue Generation von VEOCEL™ Lyocellfasern wird in Zusammenhang mit Wischtüchern und als Alternative zu erdölbasierten Materialien genannt. TENCEL™ Lyocell‑HV100 Fasern werden im Bericht mit der Variocut‑Technologie für Denim erwähnt.
Der Bericht nennt eine Zusammenarbeit mit Edgewell, bei der in Nordamerika Hygieneprodukte mit VEOCEL™ Lyocellfasern auf den Markt gebracht wurden.
Im Bericht werden mehrere externe Nachhaltigkeitsratings genannt: die fünfte EcoVadis‑Platinbewertung in Folge, Platzierungen im Canopy Hot Button Report sowie das CDP‑"Triple A" für Klima, Wasser und Wälder und die "Low Risk" / ESG‑Leader‑Bewertung 2026 von Sustainalytics.
Lenzing berichtet, dass es wissenschaftlich fundierte Ziele verfolgt und in erneuerbare Energien investiert. Im Bericht wird der Bezug von 100 Prozent netzbasiertem erneuerbaren Strom für sieben Standorte weltweit sowie der Ausbau der Photovoltaikanlage am Standort Lenzing genannt.
Der Bericht erwähnt ein Pilot- und Innovationsprojekt mit Adidas und der Hochschule Niederrhein, bei dem ein Pullover in einem geschlossenen Kreislauf aus recycelten Lyocellfasern hergestellt wurde. Zudem wird das EU‑geförderte Projekt CELLFIL genannt, in dem an der Skalierung von Lyocell-Filamenten gearbeitet wird.
Im Bericht wird eine Investition von EUR 15 Mio. in die Erweiterung der Produktionskapazitäten von VEOCEL™ Viscostar Fasern genannt; Lenzing sieht dadurch eine Stärkung ihrer Position in der Vliesstoffindustrie, insbesondere für Damenhygieneanwendungen.
Der Bericht nennt eine Top‑3‑Nominierung für den "Matilda Award" für die Frauenförderung bei Lenzing sowie die Verleihung des Lenzing Young Scientist Award an Nachwuchsforscher:innen außerhalb des Unternehmens.
Für 2025 nennt die Lenzing Gruppe folgende Daten: Umsatz EUR 2,60 Mrd., Nennkapazität (Fasern) 1.110.000 Tonnen, Mitarbeiter/innen (Vollzeitäquivalente) 7.738.
Im Bericht beschreibt Lenzing sein Geschäftsmodell als über das eines klassischen Faserherstellers hinausgehend und betont die Entwicklung von Produkten entlang der Wertschöpfungskette sowie das Ziel, zu einer Kreislaufwirtschaft beizutragen. Die Marken TENCEL™, LENZING™ ECOVERO™, VEOCEL™, LENZING™ und REFIBRA™ werden im Bericht als Marken der Lenzing AG genannt.