Österreichischer Technologiekonzern setzt auf Diversifizierung und Expansion in Zukunftsmärkte
Die SBO AG aus Ternitz meldet trotz herausfordernder Marktbedingungen solide Geschäftsergebnisse 2025 und treibt ihre Expansion in neue Technologiefelder voran.
Die österreichische SBO AG hat das Geschäftsjahr 2025 mit soliden Ergebnissen abgeschlossen, obwohl das Marktumfeld von anhaltenden Herausforderungen geprägt war. Der Technologiekonzern aus Ternitz konnte seinen Umsatz trotz schwieriger Rahmenbedingungen auf 455,3 Millionen Euro stabilisieren und setzt konsequent auf strategische Diversifizierung.
Mit einem Umsatz von 455,3 Millionen Euro verzeichnete SBO gegenüber dem Vorjahr (560,4 Millionen Euro) einen Rückgang von 18,8 Prozent. Trotz dieser Entwicklung konnte das Unternehmen eine EBITDA-Marge von 15,6 Prozent (71,0 Millionen Euro) und eine EBIT-Marge von 8,5 Prozent (38,5 Millionen Euro) erreichen.
Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 23,6 Millionen Euro, was einem Ergebnis je Aktie von 1,50 Euro entspricht. Basierend auf diesen Zahlen schlägt der Vorstand eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie vor, was einer Ausschüttungsquote von 50 Prozent entspricht.
Die Geschäftsentwicklung war maßgeblich durch ein herausforderndes Marktumfeld geprägt. Ein Überangebot am Ölmarkt, handelspolitische Unsicherheiten durch neue Zölle und niedrige Ölpreise führten zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung bei den Kunden. Diese Entwicklung wirkte sich besonders auf die Precision Technology-Division aus, während die Energy Equipment-Division stabiler blieb.
"Um die kurzfristigen Herausforderungen zu meistern, bleiben unsere operative Exzellenz, Kostendisziplin und das Management der Industriezyklen zentrale Erfolgsfaktoren", erklärt Klaus Mader, CEO von SBO. "Unser Fokus liegt klar auf der konsequenten Umsetzung unserer Strategie – wir investieren in Diversifizierung, Marktexpansion und Innovation, um langfristig Wert zu schaffen."
SBO hat 2025 wichtige Schritte zur Diversifizierung unternommen. Mit dem Erwerb von 3T Additive Manufacturing konnte das Unternehmen seine Position im 3D-Metalldruck deutlich stärken. Gleichzeitig expandierte SBO erfolgreich in Zukunftsmärkte wie Geothermie, Carbon Capture & Storage sowie Helium- und Lithium-Projekte.
Die internationale Expansion wurde ebenfalls vorangetrieben: Die Niederlassungen in Saudi-Arabien und Vietnam wurden ausgebaut, und in Houston wurde ein neues Reline- und Vertriebszentrum eröffnet. Durch eine NORSOK-Listing gelang zudem der Einstieg in den Subsea Flow-Control-Markt.
Die Precision Technology-Division verzeichnete einen deutlichen Umsatzrückgang auf 189,5 Millionen Euro (Vorjahr: 285,3 Millionen Euro). Die geringere Nachfrage resultierte aus der reduzierten Investitionstätigkeit der Kunden, die sich verstärkt auf Wartung und Reparatur bestehender Ausrüstung konzentrierten. Das EBITDA sank auf 30,6 Millionen Euro mit einer Marge von 16,1 Prozent.
Die Energy Equipment-Division entwickelte sich deutlich besser und erreichte einen Umsatz von 265,8 Millionen Euro. Bereinigt um Währungseffekte lag der Umsatz sogar ein Prozent über dem Vorjahresniveau. Neue Produkteinführungen, Marktanteilsgewinne in den USA und die geografische Expansion im Nahen Osten trugen zu dieser positiven Entwicklung bei. Das EBITDA stieg auf 45,8 Millionen Euro, was einer deutlich verbesserten Marge von 17,2 Prozent entspricht.
SBO verfügt weiterhin über eine solide Bilanzstruktur. Die Eigenkapitalquote lag zum Jahresende bei 47,2 Prozent, die liquiden Mittel beliefen sich auf 281,5 Millionen Euro. Der operative Cashflow erreichte 72,4 Millionen Euro, der freie Cashflow 25,5 Millionen Euro.
"Dank exzellenter Bilanzstruktur und hoher liquider Mittel setzen wir unsere Strategie gezielt entlang der vier Eckpfeiler Diversifizierung, Marktexpansion, Technologieführerschaft und operative Exzellenz um", betont CEO Mader.
SBO sieht sich gut positioniert für die kommenden Jahre. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur wird Öl und Gas auch 2050 noch etwa 47 bis 49 Prozent des globalen Energiemix ausmachen. Gleichzeitig entwickeln sich neue Wachstumsmärkte mit hoher Dynamik.
Die Geothermie-Branche soll zwischen 2025 und 2035 Investitionen von über 120 Milliarden US-Dollar anziehen. Bei Carbon Capture & Storage wird ein Anstieg der Bohraktivität von etwa 200 Wells 2025 auf über 1.000 Wells bis 2030 erwartet. Der Markt für Metal Additive Manufacturing Services soll von 1,5 Milliarden US-Dollar in 2025 auf 4,8 Milliarden US-Dollar bis 2030 wachsen.
Für 2026 erwartet SBO weiterhin ein anspruchsvolles Marktumfeld. Die Precision Technology-Division wird voraussichtlich im ersten Halbjahr noch mit verhaltenen Umsätzen zu kämpfen haben, bevor sich die Lage im zweiten Halbjahr verbessern sollte.
In der Energy Equipment-Division sieht das Management dagegen Wachstumschancen durch die fortschreitende Internationalisierung und die lokale Fertigung in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das neue Zentrum in Houston soll die Marktposition in den USA weiter stärken.
Die strategischen Prioritäten bleiben klar definiert: weiteres Wachstum in Next-Generation-Geothermie, CCS-, Lithium- und Helium-Projekten sowie Expansion in Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, Halbleiter und andere Industrien durch Advanced Additive Manufacturing.
Die SBO AG mit Hauptsitz in Ternitz ist führender Hersteller von hochlegierten, amagnetischen Stählen sowie hochpräzisen Komponenten und High-Tech-Equipment für den Energiesektor. Das Unternehmen ist weltweit in mehr als 20 Niederlassungen mit rund 1.500 Mitarbeitern tätig und notiert im ATX der Wiener Börse.