Tierschutzombudsstelle warnt vor Nachwuchs-Boom und Fensterstürzen
Warme Temperaturen lösen Paarungszeit aus. Bis zu 15 Katzen täglich nach Fensterstürzen behandelt. Kastration ist gesetzlich vorgeschrieben.
Die ersten warmen Frühlingstage bringen nicht nur für Menschen gute Laune, sondern setzen auch bei Katzen natürliche Instinkte in Gang. Die milden Temperaturen sorgen bereits jetzt für Paarungsstimmung bei den Vierbeinern – und damit für erhöhte Risiken, vor denen die Tierschutzombudsstelle Wien eindringlich warnt.
„Viele unterschätzen, wie schnell sich Katzen vermehren können. Wer seine Katze ins Freie lässt, ist gesetzlich verpflichtet, sie kastrieren zu lassen. Ausnahmen gibt es nur für Zuchttiere“, erklärt Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien.
Auch in Wien leben Streunerkatzen, deren Population durch unkastrierte Freigänger weiter anwächst. Katzen können bis zu drei Würfe pro Jahr bekommen und ihre Jungtiere werden bereits mit vier bis sechs Monaten geschlechtsreif. Aus nur einem Katzenpaar können so innerhalb von zwei Jahren bis zu 66 Nachkommen entstehen.
Mit dem Frühling steigt zudem das Risiko für Wohnungskatzen deutlich: In den warmen Monaten werden in Wien bis zu 15 Katzen täglich nach Fensterstürzen tierärztlich behandelt. „Die Gefahr wird oft unterschätzt. Stürze aus Fenstern oder von Balkonen führen häufig zu schweren Verletzungen, die nicht immer sofort erkennbar sind“, so Persy. Besonders riskant sind auch gekippte Fenster, in denen sich Katzen einklemmen und schwer verletzen können.
Zur Absturzsicherung sollten Volieren-Draht oder ein drahtverstärktes Netz (Katzennetz) zum Einsatz kommen. Achtung: Ein Fliegengitter allein ist keine ausreichende Sicherung, da es von Katzen leicht beschädigt werden kann!
Die Tierschutzombudsstelle erinnert außerdem an die klare gesetzliche Regelung: Freigänger-Katzen müssen kastriert werden - und Fenster sowie Balkone sind bei entsprechender Absturzgefahr mit geeigneten Vorrichtungen zu sichern. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 3.750 Euro, im Wiederholungsfall sogar bis zu 7.500 Euro.
„Kastration und gesicherte Fenster & Balkone sind einfache und zentrale Maßnahmen, mit denen Katzenhalter*innen Tierleid verhindern können“, betont Persy. „Gerade jetzt im Frühling ist es wichtig, rechtzeitig vorzusorgen.“