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Gerti Senger im ORF-Podcast: "Sex ist geheimnisvolles Thema"

Die 83-jährige Sexualtherapeutin spricht bei Nina Horowitz über Tabus und Aufklärung

18. März 2026 um 11:42
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Gerti Senger zu Gast im ORF-Podcast "Liebesg'schichten und Heiratssachen". Die Paartherapeutin über 50 Jahre Aufklärungsarbeit und persönliche Einblicke.

Die siebente Ausgabe des ORF-Podcasts "Liebesg'schichten und Heiratssachen" verspricht besonders aufschlussreich zu werden: Mit Gerti Senger ist Österreichs bekannteste Sexualtherapeutin zu Gast bei Moderatorin Nina Horowitz. Ab 21. März steht das Gespräch auf ORF Sound und allen gängigen Podcast-Plattformen zur Verfügung, die Videoversion wird am 24. März um 23:55 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON ausgestrahlt.

Gerti Senger, die mittlerweile 83 Jahre alt ist, blickt in dem Interview auf ein halbes Jahrhundert Aufklärungsarbeit zurück. "Sex ist ja immer noch ein sehr geheimnisvolles Thema. Es ist ja nicht so, dass man in einen Sexkurs gehen kann wie in einen Tanzkurs", erklärt die studierte Psychologin und Paartherapeutin im Gespräch mit Nina Horowitz.

Pionierin der Sexualaufklärung in Österreich

Sengers Karriere begann in einer Zeit, als Sexualität in Österreich noch stark tabuisiert war. "Das war vor einem halben Jahrhundert, dass ich begonnen habe, über ein Thema zu sprechen, das sehr tabuisiert wurde", erinnert sich die Wienerin. Besonders als Frau hatte sie es damals nicht leicht, sich in diesem Bereich durchzusetzen.

"Ich habe aber nicht aufgegeben. Dieser Gegenwind war Jahre lang da. Ich weiß auch nicht, warum ich da so eine dicke Haut hatte", erzählt Senger über die Anfangszeit ihrer Karriere. Jahre brauchte sie, um sich gegen konservative Stimmen durchzusetzen, die es überhaupt nicht schätzten, dass gerade eine Frau in Österreich so offen über Sexualität sprach.

Heute kann man rückblickend behaupten, dass Gerti Senger nicht weniger geleistet hat, als in Österreich die Sexualität zu enttabuisieren und mehrere Generationen aufzuklären. Die sich selbst als "arbeitssüchtig" bezeichnende Therapeutin ist auch als erfolgreiche Autorin tätig und hat unzählige Menschen sowohl als Paare als auch Einzelpersonen therapeutisch begleitet.

Zwischen Seriosität und Humor

Im Podcast zeigt sich Senger humorvoll, bleibt aber ihrer seriösen Herangehensweise treu. "Ich finde Sexwitze furchtbar. Und auch Kraftausdrücke. Und gerade, wenn das Thema der Erotik und Sexualität mit Schlüpfrigkeit verknüpft wird, das mag ich überhaupt nicht. So drüber zu reden, das würde ich nie machen", stellt die Expertin klar.

Auch Nina Horowitz teilt diese Einstellung und zitiert Ingeborg Bachmann: "Wer die Geheimnisse des Bettes verrät, hat die Liebe nicht verdient." Senger stimmt zu: "Das ist eine Intimität, über die man nicht tratscht."

Dennoch kommt der Humor im Podcast nicht zu kurz. Heiter wird es beispielsweise, wenn es um Reizwäsche geht, um Tipps für das erste Date oder um die Grenzen bei Erzählungen über Kamasutra-Stellungen.

Persönliche Einblicke und tiefe Gespräche

Das Interview bietet aber auch ernste und sehr persönliche Momente. Senger spricht offen darüber, wie sie nach dem Tod ihres Mannes weitermachte und gibt tiefe Einblicke in ihre nicht einfache Kindheit. Diese Passagen zeigen die besondere Nähe, die zwischen Gast und Gastgeberin im Gespräch entsteht.

"Und Liebe und Zwischenmenschliches sind ja genauso meine Themen wie Ihre. Eigentlich sind wir beide ja Kolleginnen", bringt es Gerti Senger im Gespräch mit Nina Horowitz auf den Punkt und verdeutlicht damit die gemeinsame Basis der beiden Frauen.

Ruf als Sexualexpertin

Niemand wird in Österreich so stark mit dem Thema Sexualität assoziiert wie Gerti Senger. "Eine Weile hat mich das auch gestört", gibt sie ehrlich zu. "Auf der anderen Seite habe ich dem ja auch sehr viel zu verdanken. Ich wäre ja nicht so bekannt geworden, wenn es nicht dieses Thema gewesen wäre. Wenn ich erzählt hätte, wie man Katzen frisiert oder wie man Vorhänge aufhängt, dann wäre das sicherlich nicht passiert."

Diese Selbstreflexion zeigt eine Frau, die sich ihres Einflusses und ihrer Verantwortung bewusst ist und die über Jahrzehnte hinweg dazu beigetragen hat, dass über Sexualität und Partnerschaft in Österreich offener gesprochen werden kann.

Thomas Sykora als nächster Gast

In der vorläufig letzten Folge von "Liebesg'schichten und Heiratssachen – Der Podcast" wird ab 28. März Ex-Skirennläufer und ORF-Skiexperte Thomas Sykora zu Gast sein. Die Videoversion ist dann am 31. März in ORF 1 und auf ORF ON zu sehen.

Bewerbungen für Jubiläumsstaffel

Parallel zur Podcast-Produktion arbeitet Nina Horowitz mit ihrem Team bereits an der 30. Jubiläumsstaffel der TV-Porträtreihe "Liebesg'schichten und Heiratssachen". Singles aus allen Bundesländern können sich noch immer für eine Teilnahme bewerben.

Interessierte können sich per E-Mail an [email protected] wenden, einen Brief an ORF, Kennwort "Liebesg'schichten", Hugo-Portisch-Gasse 1, 1136 Wien schicken oder telefonisch unter 0800 44 30 140 Kontakt aufnehmen.

Alle bisherigen Ausgaben des Podcasts sind weiterhin online verfügbar und bieten einen unterhaltsamen sowie informativen Einblick in die Welt der Liebe, Beziehungen und zwischenmenschlichen Verbindungen.

Schlagworte

#ORF#Gerti Senger#Podcast#Sexualtherapie#Nina Horowitz

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