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E-Control zieht Bilanz: Fünf Jahre Energiekrise gemeistert

Regulierungsbehörde bewältigte Pandemie und Ukraine-Krieg

17. März 2026 um 12:42
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Die E-Control blickt auf fünf turbulente Jahre zurück: Von Corona-bedingten Preiseinbrüchen bis zu Preissprüngen nach dem Ukraine-Krieg.

Nach fünf Jahren im Amt ziehen die Vorstände der Energie-Control Austria, Alfons Haber und Wolfgang Urbantschitsch, eine bewegte Bilanz. Urbantschitsch weist darauf hin, dass sein Vertrag nach zwei Funktionsperioden nicht noch einmal verlängert werden kann.

Zwei Krisen prägten den Energiemarkt

In den vergangenen fünf Jahren wirkten sich zunächst die Covid-Pandemie und ab Februar 2022 der russische Angriffskrieg auf die Ukraine auf den Energiemarkt aus. Urbantschitsch berichtet, dass erste Preisauswirkungen bereits Mitte 2021 zu beobachten waren, als strategisches Zurückhalten von russischen Gaslieferungen spürbare Effekte auf die Großhandelsmärkte hatte. Ende 2021 und insbesondere mit dem Beginn des Krieges im Februar 2022 stiegen die Preise kurzfristig stark an; die Spitze wurde im August 2022 erreicht.

Preisentwicklung bei Endkund:innen

Weil Lieferanten in der Krise zu höheren Preisen einkaufen mussten, wurden diese Extrakosten weitergegeben, was bei den Endkund:innen zu erheblichen Preissteigerungen führte. Laut dem Tarifkalkulator der E-Control kostete das günstigste Neukundenangebot für Strom im Herbst 2022 über 42 Cent/kWh und für Gas über 25 Cent/kWh für den Energieanteil. Bestandskundenverträge stiegen ab Anfang 2023 verzögert an und erreichten im April 2023 im Durchschnitt knapp 24 Cent/kWh für Strom und 12 Cent/kWh für Gas.

Staatliche Unterstützungsmaßnahmen

Um die Preisausschläge abzufedern, setzte die österreichische Regierung unter anderem Maßnahmen wie die Senkung der Energieabgaben und einen Stromkostenzuschuss um, der den Arbeitspreis bis zu einem Verbrauch von maximal 2.900 kWh mit bis zu 30 Cent/kWh unterstützte, so Urbantschitsch.

Marktstruktur und Angebot

Die Anzahl der österreichweit anbietenden Lieferanten und die Neukundenangebote verringerten sich deutlich während der Krisenjahre. Bei Strom gab es Anfang 2021 über 55 Anbieter mit Neukundenprodukten; Anfang 2022 waren noch rund 20 Anbieter im österreichweiten Wettbewerb, Ende 2022 sank die Zahl weiter auf unter 15. Im Gasbereich verringerte sich die Zahl der österreichweit aktiven Anbieter ebenfalls stark; Ende 2021 gab es etwa zehn, 2022 sank die Anzahl weiter auf drei. Zwischen 2021 und 2023 zogen sich insgesamt 14 Strom- und 11 Gaslieferanten vollständig aus dem Endkundengeschäft zurück.

Auch das Produktangebot nahm ab: 2021 standen österreichischen Kund:innen über 150 Strom- und fast 140 Gas-Neukundenangebote zur Auswahl; bis Mitte 2022 fiel das Angebot auf rund 20 bei Strom und 10 bei Gas. In den Folgejahren erholte sich das Stromproduktangebot teilweise, bei Gas standen Ende 2025 deutlich weniger Neukundenangebote zur Verfügung.

Beratungsstelle in der Krise

Die Beratungsstelle der E-Control verzeichnete einen starken Anstieg an Kontakten. 2023 wurden rund 42.700 Beratungskontakte abgewickelt; viele Haushalte und kleinere Gewerbe suchten Unterstützung bei Zahlungsschwierigkeiten oder Fragen zu Preiserhöhungen und deren rechtmäßiger Umsetzung.

Entwicklung 2024 und Ausblick

Ab 2024 zeigte sich bei der Beratungsstelle eine Beruhigung, und die Angebotslandschaft wirkte wieder attraktiver. Urbantschitsch weist jedoch auf anhaltende Unsicherheiten hin und betont, dass geopolitische Entwicklungen und die Transformation des Energiesystems weiterhin Einfluss auf Preise und Volatilität haben können.

Umstellung der Gasversorgung

Österreich war historisch ein Transitland für russisches Gas. Die Gasflusssituation in Europa änderte sich in den Folgejahren: Der Anteil russischer Pipelinegaslieferungen in die EU am Gesamtverbrauch ging laut OTS-Angaben deutlich zurück. Neue Lieferwege, darunter LNG-Importe, und verstärkte Importe aus anderen Regionen kompensierten ausgefallene russische Lieferungen nach Angaben der OTS.

Strategische Gasreserve und Maßnahmen

Im Frühjahr 2022 wurde in Österreich eine strategische Gasreserve eingeführt; insgesamt wurden damit 20 TWh eingelagert, um die Versorgungssicherheit, insbesondere für Haushalte und soziale Einrichtungen, zu stärken. Die E-Control entwickelte laut OTS einen "Maßnahmenrechner" als Simulationstool zur Abschätzung der Gasversorgungssicherheit. Mit 1. Jänner 2025 kam nach OTS-Angaben kein Gas mehr über die Ukraine nach Österreich, die Versorgung blieb jedoch durchgehend gesichert.

Netze und Investitionen

Die OTS stellt heraus, dass leistungsfähige Netze für Versorgungssicherheit und die Energiewende grundlegend sind. Die Investitionen in Stromverteil- und Übertragungsnetze haben sich zwischen 2020 und 2025 deutlich erhöht. Für den Zeitraum 2025 bis 2034 sind nach Auskunft der Netzbetreiber 19,7 Mrd. Euro für Verteilernetze und 9,8 Mrd. Euro für das Übertragungsnetz geplant, insgesamt 29,5 Mrd. Euro.

Der Ausbau erneuerbarer Energien wurde vorangetrieben: In den vergangenen fünf Jahren wurden zahlreiche PV-Anlagen ans Netz angeschlossen; laut OTS sind beinahe 8 GW PV und etwas über 1 GW Windkraft zugebaut worden. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Netzentgelte für Haushalte: Das durchschnittliche Netzentgelt wurde im OTS-Beispiel mit 5,44 Cent/kWh im Jahr 2020 und 9,28 Cent/kWh im Jahr 2025 angegeben.

Gasnetz und Verbrauchsentwicklung

Der Gasbereich befindet sich laut OTS in einer Phase der Konsolidierung und Neuausrichtung. Sinkende Absatzmengen wirken sich auf Netzkosten und Netzentgelte aus; OTS-Angaben nennen einen Anstieg des Österreich-Durchschnittspreises für einen Musterhaushalt von 1,6440 Cent/kWh im Jahr 2020 auf 2,3493 Cent/kWh im Jahr 2026.

Vorstand und Ausblick

Mit dem Ende der genannten Vorstandsperiode wird ein neues Vorstandsduo an der Spitze der E-Control stehen. Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz bringt der OTS zufolge neue Aufgaben und Kompetenzen für die Regulierungsbehörde, die nun umgesetzt werden müssen. Die E-Control betont ihre Rolle bei der Wahrung der Versorgungssicherheit und der Regulierung des Marktes.

Schlagworte

#E-Control#Energiekrise#Ukraine-Krieg#Gasversorgung#Strompreise#Energiewende

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