Seniorenbund erfreut über beschleunigte Lieferung nach Engpässen
Nach monatelangen Lieferengpässen kommen 250.000 zusätzliche Gürtelrose-Impfdosen früher als erwartet nach Österreich.
Nach monatelangen Lieferengpässen bei der Gürtelrose-Impfung gibt es endlich positive Nachrichten: Das Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass die nächste Lieferung von Herpes-Zoster-Impfstoffen früher als ursprünglich geplant eintreffen wird. Bis Anfang April werden schrittweise 250.000 zusätzliche Dosen für ganz Österreich bereitgestellt.
Seit vergangener Woche können niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie impfende Einrichtungen den begehrten Impfstoff wieder bestellen. Dies stellt eine deutliche Verbesserung der Versorgungslage dar, nachdem monatelang Lieferengpässe zu Frustrationen bei Patientinnen und Patienten geführt hatten.
"Das ist eine gute Nachricht für alle, die sich gegen Gürtelrose impfen lassen wollen", zeigt sich Seniorenbundpräsidentin Ingrid Korosec erfreut über diese Entwicklung. Der Seniorenbund hatte sich intensiv für eine bessere Verfügbarkeit des Impfstoffs eingesetzt.
Die Gürtelrose-Impfung ist seit November 2024 für Menschen über 60 Jahre und Risikogruppen kostenlos verfügbar. Diese Errungenschaft war das Ergebnis intensiver politischer Bemühungen. "Wir haben dafür gekämpft, dass die Impfung gegen Gürtelrose gratis ist. Das haben wir erreicht. Jetzt haben wir uns dafür eingesetzt, dass rasch wieder Impfstoff zur Verfügung steht", erklärt Korosec.
Das Interesse an der Immunisierung gegen Gürtelrose war deutlich größer als ursprünglich angenommen. Seit der Einführung der kostenlosen Impfung im November wurden bereits über 400.000 Dosen ausgeliefert und verimpft. Diese hohe Nachfrage führte jedoch zu den bekannten Versorgungsengpässen.
"Seniorinnen und Senioren waren aber verärgert, dass es zu wenig Impfstoff gegeben hat. Wenn eine Gratis-Impfung angekündigt wird, muss es auch den Impfstoff dafür geben", kritisiert die Seniorenbundpräsidentin die bisherige Situation.
Gürtelrose, medizinisch als Herpes Zoster bezeichnet, ist eine schmerzhafte Erkrankung, die durch das Varicella-Zoster-Virus verursacht wird - dasselbe Virus, das auch Windpocken auslöst. Nach einer Windpocken-Erkrankung verbleibt das Virus lebenslang im Körper und kann Jahre oder Jahrzehnte später als Gürtelrose reaktiviert werden.
Die Krankheit äußert sich typischerweise durch einen schmerzhaften, bläschenförmigen Hautausschlag, der meist gürtelförmig um den Körper verläuft. Besonders gefürchtet sind die oft sehr starken Schmerzen, die auch nach Abheilen des Ausschlags noch monatelang anhalten können - eine Komplikation, die als Post-Zoster-Neuralgie bekannt ist.
Das Risiko für eine Gürtelrose-Erkrankung steigt mit dem Alter deutlich an. Etwa jeder dritte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Gürtelrose. Bei Menschen über 50 Jahren ist das Risiko besonders hoch, und die Schwere der Erkrankung nimmt mit dem Alter zu.
Neben dem Alter gelten auch Personen mit geschwächtem Immunsystem als Risikogruppen. Dazu zählen Menschen mit chronischen Erkrankungen, Krebspatientinnen und -patienten sowie Personen, die immunsuppressive Medikamente einnehmen müssen.
Die Lieferengpässe bei Gürtelrose-Impfstoffen sind kein rein österreichisches Problem. Auch andere europäische Länder kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen. Der hohe Bedarf und die begrenzte Produktionskapazität der Hersteller führten europaweit zu Versorgungsengpässen.
Die frühzeitige Lieferung der 250.000 zusätzlichen Dosen nach Österreich zeigt jedoch, dass sich die Situation zu stabilisieren beginnt. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass sich die Versorgungslage in den kommenden Monaten weiter verbessern wird.
Die Gürtelrose-Impfung gilt als sehr effektiv in der Prävention der Erkrankung. Studien zeigen, dass der verfügbare Impfstoff das Risiko einer Gürtelrose-Erkrankung um etwa 90 Prozent reduzieren kann. Noch wichtiger: Die Impfung senkt auch das Risiko für die gefürchtete Post-Zoster-Neuralgie erheblich.
Gesundheitsexpertinnen und -experten empfehlen die Impfung insbesondere für Menschen über 60 Jahre, auch wenn sie bereits einmal an Gürtelrose erkrankt waren. Denn eine überstandene Erkrankung schützt nicht zuverlässig vor einer erneuten Infektion.
Die Einführung der kostenlosen Gürtelrose-Impfung und die nun verbesserte Verfügbarkeit des Impfstoffs werden als wichtiger Schritt in der österreichischen Präventionsmedizin gewertet. Durch die Kostenübernahme werden auch sozial schwächere Schichten erreicht, die sich die Impfung zuvor nicht leisten konnten.
Mit der schrittweisen Bereitstellung der 250.000 zusätzlichen Dosen bis Anfang April sollte sich die angespannte Versorgungslage deutlich entspannen. Interessierte Personen über 60 Jahre oder Angehörige von Risikogruppen können sich wieder bei ihren Hausärztinnen und Hausärzten über die kostenlose Impfung informieren und Termine vereinbaren.