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Wolford meldet Umsatzrückgang von 14% im Geschäftsjahr 2025

Österreichische Luxusstrumpfhosen-Marke kämpft mit Herausforderungen

16. März 2026 um 12:31
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Die Wolford AG verzeichnete einen Umsatz von 76 Millionen Euro, was einem Rückgang von 14% entspricht. Besonders der Einzelhandel litt unter Belastungen.

Die österreichische Luxusstrumpfhosen-Marke Wolford AG hat ihre Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht und muss dabei einen deutlichen Umsatzrückgang vermelden. Das in Bregenz ansässige Unternehmen erzielte Einnahmen in Höhe von 76 Millionen Euro, was einem Rückgang von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, als noch 88 Millionen Euro erwirtschaftet wurden.

Schwieriges erstes Halbjahr prägte Gesamtergebnis

Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2025 war stark von den Nachwirkungen vorheriger Herausforderungen und einer anhaltenden Übergangsphase geprägt. Makroökonomische Unsicherheiten und logistische Störungen belasteten insbesondere die erste Jahreshälfte erheblich. Nach Unternehmensangaben waren diese Faktoren für 78 Prozent der Abweichung zum Vorjahr verantwortlich.

Allerdings zeigte sich im zweiten Halbjahr 2025 eine progressive Verbesserung der Geschäftslage. Besonders das vierte Quartal profitierte von der gestärkten Finanzposition des Unternehmens, die durch eine bedeutende Kapitalerhöhung erreicht wurde. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Wolford die schwierigste Phase der Restrukturierung möglicherweise überwunden hat.

Alle Regionen verzeichneten Rückgänge

Die regionale Aufschlüsselung der Geschäftsentwicklung zeigt, dass alle wichtigen Märkte von den Herausforderungen betroffen waren. In der EMEA-Region (Europa, Naher Osten und Afrika) ging der Umsatz um 12 Prozent zurück. Noch stärker war der Einbruch in Greater China mit minus 18 Prozent sowie in Nordamerika mit einem Rückgang von 19 Prozent.

Diese weltweite Entwicklung spiegelt sowohl die globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten als auch spezifische Herausforderungen im Luxussegment wider. Besonders in China, einem wichtigen Wachstumsmarkt für Luxusmarken, haben sich die Bedingungen in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert.

Einzelhandel unter besonderem Druck

Bei der Betrachtung der verschiedenen Vertriebskanäle zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Retail- und Outlet-Kanäle verzeichneten mit minus 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr den stärksten Rückgang. Dieser drastische Einbruch war hauptsächlich auf die Schließung unrentabler Geschäfte zurückzuführen – eine Maßnahme, die Teil der laufenden Restrukturierungsstrategie des Unternehmens ist.

Interessant ist jedoch, dass das vergleichbare Geschäftsnetz, also die Filialen, die sowohl 2024 als auch 2025 geöffnet waren, Zeichen der Erholung zeigte. Hier konnte Wolford ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich verzeichnen, was darauf hindeutet, dass die verbliebenen Standorte profitabler arbeiten.

Der Online-Kanal litt ebenfalls unter den allgemeinen Marktbedingungen und verzeichnete einen Rückgang von 15 Prozent. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, da der E-Commerce in den vergangenen Jahren oft als Wachstumsmotor für Modemarken fungierte.

Großhandel als Lichtblick

Einen positiven Ausreißer stellte der Großhandelsbereich dar, der mit einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr wuchs. Diese Entwicklung könnte darauf hindeuten, dass Wolford seine Präsenz bei Handelspartnern erfolgreich ausbauen konnte und dass die Marke trotz der Herausforderungen im direkten Verkauf weiterhin Nachfrage bei Einzelhändlern findet.

Das Wachstum im Großhandel kompensierte teilweise die Verluste in anderen Kanälen und zeigt, dass Wolfords Strategie der Diversifizierung der Vertriebswege durchaus Früchte trägt.

75-jähriges Jubiläum und Markenrevitalisierung

Trotz der geschäftlichen Herausforderungen feierte Wolford im Jahr 2025 sein 75-jähriges Bestehen. Das Unternehmen nutzte diesen Meilenstein für eine Markenkampagne, die auf emotionale Ansprache setzte und darauf abzielte, die Bindung zur globalen Zielgruppe zu stärken.

Diese Kampagne war Teil der größeren Bemühungen zur Markenrevitalisierung, die Wolford bereits seit einiger Zeit vorantreibt. Die traditionsreiche österreichische Marke, die für hochwertige Strumpfhosen und Bodywear bekannt ist, steht vor der Herausforderung, ihre Relevanz in einem sich wandelnden Modemarkt zu behaupten.

Strategischer Ausblick für 2026

Für das laufende Jahr 2026 hat Wolford klare strategische Prioritäten definiert. Im Mittelpunkt steht die Umsetzung der neuen Produktstrategie, die darauf abzielt, das Sortiment zu modernisieren und an aktuelle Marktbedürfnisse anzupassen.

Gleichzeitig will das Unternehmen sein Go-to-Market-Modell stärken, um effizienter am Markt agieren zu können. Diese Maßnahmen sollen die bereits eingeleitete Markenrevitalisierung weiter vorantreiben und Wolford wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad führen.

Finanzielle Stabilisierung als Grundlage

Die erwähnte Kapitalerhöhung, die bereits positive Auswirkungen im vierten Quartal 2025 zeigte, hat Wolford eine solidere finanzielle Basis verschafft. Diese verbesserte Liquiditätssituation ist entscheidend für die Umsetzung der strategischen Initiativen und gibt dem Management mehr Spielraum für Investitionen in die Zukunft des Unternehmens.

Die Tatsache, dass die veröffentlichten Zahlen ungeprüft sind, ist bei Quartalsergebnissen üblich und schmälert nicht die Aussagekraft der grundlegenden Trends. Die endgültigen, geprüften Jahresabschlusszahlen werden voraussichtlich in den kommenden Wochen veröffentlicht.

Wolford, als börsennotiertes Unternehmen an verschiedenen deutschen Börsen sowie der Wiener Börse gelistet, steht unter genauer Beobachtung von Investoren und Analysten. Die Geschäftsentwicklung 2025 zeigt, dass das Unternehmen zwar noch mit erheblichen Herausforderungen kämpft, aber bereits erste Anzeichen einer Stabilisierung erkennbar sind.

Schlagworte

#Wolford#Geschäftszahlen#Umsatzrückgang#Österreich#Luxusmode

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