Zurück
OTS-Meldunggeistige Landesverteidigung/Bundesheer/Bildungsdirektion/Tanner/Sicherheit

Bundesheer bildet Wiener Lehrkräfte in Landesverteidigung aus

Ausbildungsseminar soll Sicherheitsbewusstsein an Schulen stärken

15. März 2026 um 07:31
Teilen:

Von März bis Juni 2026 werden Wiener Lehrkräfte zu Ansprechpartnern für Wehr- und Sicherheitspolitik ausgebildet.

Das Bundesministerium für Landesverteidigung startet in Kooperation mit der Bildungsdirektion Wien ein umfassendes Ausbildungsprogramm für Lehrkräfte. Von 12. März bis 23. Juni 2026 sollen Pädagoginnen und Pädagogen zu kompetenten Ansprechpartnern für sicherheits- und verteidigungspolitische Themen ausgebildet werden.

Geistige Landesverteidigung im Fokus

Im Mittelpunkt des Ausbildungsseminars steht die Stärkung der Geistigen Landesverteidigung an Wiener Schulen. Das langfristige Ziel ist ambitioniert: An jeder Wiener Schule soll zumindest eine Lehrperson über fundiertes Wissen zu sicherheits- und verteidigungspolitischen Themen verfügen und dieses Wissen im schulischen Umfeld weitergeben können.

Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, da sicherheitspolitische Herausforderungen in Europa zunehmen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betonte die Bedeutung der Maßnahme: "Gerade in Zeiten wachsender sicherheitspolitischer Herausforderungen ist es entscheidend, jungen Menschen fundiertes Wissen über Staat, Demokratie und Landesverteidigung zu vermitteln. Lehrkräfte spielen dabei eine Schlüsselrolle."

Sechs Module für umfassende Ausbildung

Das Ausbildungsprogramm ist in sechs Module gegliedert, die verschiedene Aspekte der Geistigen Landesverteidigung abdecken. Die Themenpalette ist breit gefächert und orientiert sich an aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen:

  • Das geopolitische Umfeld Europas unter Berücksichtigung aktueller Krisenregionen
  • Aufgaben und Fähigkeiten des Bundesheeres sowie dessen Einbettung in die Umfassende Landesverteidigung
  • Internationale Organisationen und der Beitrag des neutralen Österreichs
  • Zivilschutz und Katastrophenmanagement
  • Radikalisierungsprävention am Beispiel Wiens und Niederösterreichs
  • Staats- und wehrpolitische Bildung sowie das Informationsoffizierswesen

Hochkarätige Ausbildungsstätten

Die Module finden abwechselnd an zwei renommierten Bildungseinrichtungen statt: der Landesverteidigungsakademie und der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Wien/Niederösterreich. Diese Kooperation gewährleistet sowohl die militärfachliche als auch die pädagogische Expertise in der Ausbildung.

Mit der Durchführung wurde die Kirchlich Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für menschenorientierte Führung und Wehrpolitik an der Landesverteidigungsakademie beauftragt. Das Interesse unter den Lehrkräften ist bereits jetzt groß, zahlreiche Pädagogen haben sich für das Ausbildungsangebot angemeldet.

Was ist Geistige Landesverteidigung?

Die Geistige Landesverteidigung bildet einen zentralen Pfeiler der Umfassenden Landesverteidigung Österreichs. Ihr primäres Ziel ist es, die ideellen Voraussetzungen für die Sicherheit des Staates zu stärken. Dabei geht es nicht um militärische Ausrüstung oder Taktiken, sondern um die Vermittlung fundamentaler demokratischer Werte.

Zu den Kernaufgaben gehört die Vermittlung von Grundwerten wie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für die Aufgaben der Landesverteidigung geschärft und die Bereitschaft gefördert werden, die staatlichen und gesellschaftlichen Lebensgrundlagen Österreichs zu sichern.

Bildungsauftrag in unsicheren Zeiten

In einer Zeit, in der Desinformation und Propaganda über soziale Medien verbreitet werden und autoritäre Regime demokratische Werte herausfordern, gewinnt die Geistige Landesverteidigung zusätzlich an Bedeutung. Schulen werden dabei zu wichtigen Bastionen der Demokratiebildung.

Die ausgebildeten Lehrkräfte sollen künftig nicht nur fachliches Wissen vermitteln, sondern auch kritisches Denken fördern und junge Menschen dabei unterstützen, Falschinformationen zu erkennen und demokratische Werte zu schätzen.

Erfolgreiche Vorbilder und Zukunftsperspektiven

Das Bundesheer verfügt bereits über Erfahrung in der sicherheitspolitischen Bildungsarbeit. Ein wichtiger Bestandteil ist der jährlich stattfindende "Tag der Schulen" im Oktober. Im vergangenen Jahr nutzten mehr als 6.000 Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, sich über Aufgaben und Leistungen des Bundesheeres zu informieren.

Dabei ging es nicht nur um militärische Aspekte, sondern auch um Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Bereich der Landesverteidigung sowie bei zivilen Unternehmen und Betrieben. Diese Veranstaltung zeigt, wie groß das Interesse junger Menschen an sicherheitspolitischen Themen ist, wenn sie altersgerecht und fundiert aufbereitet werden.

Nachhaltiger Bildungsansatz

Das neue Ausbildungsprogramm für Lehrkräfte verspricht eine noch nachhaltigere Wirkung. Während der "Tag der Schulen" ein jährliches Ereignis ist, werden die ausgebildeten Lehrkräfte das ganze Schuljahr über als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Sie können sicherheitspolitische Themen in verschiedene Unterrichtsfächer integrieren und bei aktuellen Ereignissen kompetent Einordnungen liefern.

Die Bildungsdirektion Wien unterstützt diese Initiative, da sie perfekt in das Konzept der politischen Bildung an österreichischen Schulen passt. Demokratiebewusstsein und kritisches Denken sind zentrale Bildungsziele, die durch das Programm gestärkt werden sollen.

Herausforderungen und Chancen

Die Initiative bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Einerseits können Lehrkräfte wichtiges Wissen erwerben und an ihre Schülerinnen und Schüler weitergeben. Andererseits muss sichergestellt werden, dass die Vermittlung ausgewogen und objektiv erfolgt.

Die Kooperation zwischen dem Bundesheer, der Bildungsdirektion und der Pädagogischen Hochschule soll gewährleisten, dass sowohl militärfachliche Kompetenz als auch pädagogische Expertise in die Ausbildung einfließen. So können komplexe sicherheitspolitische Themen altersgerecht und verständlich aufbereitet werden.

Internationale Perspektive

Österreich ist mit dieser Initiative nicht allein. Viele europäische Länder haben ähnliche Programme entwickelt, um das Bewusstsein für Sicherheitspolitik und demokratische Werte zu stärken. Die neutrale Position Österreichs bietet dabei besondere Möglichkeiten, verschiedene Perspektiven aufzuzeigen und zu einem ausgewogenen Verständnis internationaler Beziehungen beizutragen.

Das Ausbildungsseminar wird auch internationale Aspekte behandeln, wie die Rolle Österreichs in internationalen Organisationen und den Beitrag des neutralen Österreichs zur europäischen Sicherheit.

Ausblick auf die Umsetzung

Die Umsetzung des Programms wird von Experten begleitet und evaluiert. Ziel ist es, nach Abschluss der ersten Ausbildungsrunde zu bewerten, wie erfolgreich die Maßnahme war und ob sie auf andere Bundesländer ausgeweitet werden soll.

Das große Interesse der Lehrkräfte zeigt, dass ein Bedarf für solche Ausbildungsangebote besteht. Viele Pädagoginnen und Pädagogen wünschen sich mehr Kompetenz in sicherheitspolitischen Fragen, um ihren Schülerinnen und Schülern fundierte Antworten geben zu können.

Mit dem Ausbildungsseminar zur Stärkung der Geistigen Landesverteidigung setzt das Bundesheer einen wichtigen Schritt zur Demokratiebildung und zum Schutz der österreichischen Verfassungswerte. Die Initiative könnte als Modell für andere Bildungskooperationen dienen und langfristig zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen.

Schlagworte

#Bundesheer#Landesverteidigung#Bildung#Sicherheitspolitik#Wien

Weitere Meldungen

OTS
geistige Landesverteidigung

Bundesheer bildet Wiener Lehrer für Verteidigungspolitik aus

15. März 2026
Lesen
OTS
Niederösterreich

Landjugend Niederösterreich feiert Tag der Landjugend 2026

15. März 2026
Lesen
OTS
Wien

Literarisches Erbe: Kerschbaumers Widerstandswerk kommt nach Wien

15. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen