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Wiener Kinopremiere zeigt Wege zu nachhaltiger Wirtschaft

Dokumentation über Gemeinwohl-Ökonomie feiert am 22. März Premiere

12. März 2026 um 10:20
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Film porträtiert Unternehmen, die Profit und Nachhaltigkeit erfolgreich verbinden. Premiere im Filmhaus am Spittelberg mit Publikumsgespräch.

Wien wird am 22. März 2026 zum Schauplatz einer besonderen Filmpremiere: Die Dokumentation "Hoffnung für die Pioniere des Wandels" feiert ihre Wiener Erstaufführung im Filmhaus am Spittelberg. Der Film von Michael Mattig-Gerlach unter der Regie von Peter Jakobeit stellt eine zentrale Frage unserer Zeit: Kann Wirtschaft anders funktionieren?

Alternative Wirtschaftsmodelle im Fokus

In einer Zeit, in der traditionelle Wirtschaftssysteme zunehmend kritisch hinterfragt werden, präsentiert die Dokumentation konkrete Alternativen. Der Film porträtiert zehn mutige Unternehmen aus Baden-Württemberg, die bereits nach den Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) bilanzieren und dabei beweisen, dass soziale und ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichem Erfolg vereinbar sind.

Eines der prominenten Beispiele ist VAUDE, der bekannte Outdoor-Ausrüster, der mit seiner konsequenten Nachhaltigkeitsstrategie zeigt, wie Unternehmen Profit erzielen können, ohne dabei Mensch und Umwelt zu schädigen. Diese und andere Firmen demonstrieren, dass eine Wirtschaft möglich ist, die den Einklang mit natürlichen Ressourcen und sozialen Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellt, anstatt ausschließlich auf Gewinnmaximierung zu setzen.

Gemeinwohl-Ökonomie als Zukunftsmodell

Die Gemeinwohl-Ökonomie, die von Christian Felber entwickelt wurde, bietet einen systematischen Ansatz für nachhaltiges Wirtschaften. Unternehmen erstellen dabei neben der herkömmlichen Finanzbilanz auch eine Gemeinwohl-Bilanz, die misst, wie sehr ihre Aktivitäten zum Gemeinwohl beitragen. Kriterien sind unter anderem Menschenwürde, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und soziale Gerechtigkeit.

In Österreich gewinnt dieses Konzept zunehmend an Bedeutung. Bereits über 30 österreichische Unternehmen haben eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt, und mehrere Gemeinden experimentieren mit gemeinwohlorientierten Ansätzen in der Kommunalpolitik. Die Bewegung zeigt, dass es möglich ist, wirtschaftlichen Erfolg neu zu definieren - nicht nur durch finanzielle Kennzahlen, sondern durch den Beitrag zum gesellschaftlichen Wohlstand.

Praxisbeispiele aus der Wirtschaft

Der Film dokumentiert verschiedene Branchen und Unternehmensgrößen, von kleinen Familienbetrieben bis hin zu größeren Konzernen. Dabei wird deutlich, dass die Prinzipien der Gemeinwohl-Ökonomie in nahezu jedem Wirtschaftszweig anwendbar sind. Die porträtierten Unternehmen haben innovative Wege gefunden, um:

  • Faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen
  • Umweltfreundliche Produktionsprozesse zu entwickeln
  • Transparente Lieferketten aufzubauen
  • Regionale Wertschöpfung zu stärken
  • Demokratische Entscheidungsstrukturen zu implementieren

Diese Beispiele zeigen, dass nachhaltiges Wirtschaften nicht nur eine Utopie ist, sondern bereits heute erfolgreich praktiziert wird. Die Unternehmen berichten von positiven Effekten auf Mitarbeiterzufriedenheit, Kundenbindung und langfristige Geschäftsstabilität.

Publikumsgespräch mit Wiener Bezug

Im Anschluss an die Filmvorführung findet ein Publikumsgespräch statt, das den Bogen zur Wiener Wirtschaft spannt. Unter der Moderation von Barbara Andraschko diskutieren drei Experten über die Umsetzung nachhaltiger Wirtschaftspraktiken in der österreichischen Hauptstadt.

Zu den Gesprächsteilnehmern gehört neben Filmemacher Michael Mattig-Gerlach auch Alexandra Radl-Hanzal von UIV Urban Innovation Vienna, einer Tochtergesellschaft der Wien Holding. Sie wird Einblicke in städtische Innovationsprojekte geben und aufzeigen, wie Wien als Smart City nachhaltige Wirtschaftsmodelle fördert.

Sebastian Wilken von da-ka hausbetreuung vertritt die Perspektive eines lokalen Unternehmens, das bereits nach Gemeinwohl-Prinzipien arbeitet. Sein Betrieb zeigt, wie auch kleinere Wiener Firmen soziale und ökologische Verantwortung in ihren Geschäftsalltag integrieren können.

Wien als Vorreiter für nachhaltiges Wirtschaften

Die Hauptstadt hat in den vergangenen Jahren verschiedene Initiativen gestartet, um nachhaltiges Wirtschaften zu fördern. Von der Unterstützung von Social Entrepreneurs bis hin zu Programmen für Circular Economy - Wien positioniert sich als Innovationsstandort für alternative Wirtschaftsmodelle.

Die Stadt investiert dabei nicht nur in neue Technologien, sondern auch in die Bewusstseinsbildung. Veranstaltungen wie diese Filmpremiere sind Teil einer breiteren Strategie, um Unternehmen und Bürger für nachhaltige Wirtschaftsformen zu sensibilisieren und praktische Umsetzungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Bedeutung für die Zukunft

Der Film kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Ruf nach wirtschaftlichen Alternativen immer lauter wird. Klimawandel, soziale Ungleichheit und Ressourcenknappheit zwingen zum Umdenken. Die Dokumentation zeigt, dass der Wandel bereits begonnen hat und dass es konkrete, erprobte Modelle für eine nachhaltigere Zukunft gibt.

Für österreichische Unternehmen bietet der Film wertvolle Inspiration und praktische Ansätze. Er demonstriert, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Marketinginstrument ist, sondern ein fundamentaler Baustein für zukunftsfähige Geschäftsmodelle.

Veranstaltungsdetails

Die Premiere findet am Sonntag, 22. März 2026, um 13:00 Uhr im Filmhaus am Spittelberg statt. Das Kino in der Spittelberggasse 3 im 7. Wiener Gemeindebezirk ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Veranstaltung wird von der Gemeinwohl-Ökonomie Österreich organisiert, einer Organisation, die sich für die Verbreitung alternativer Wirtschaftsmodelle einsetzt.

Interessierte können sich über die Website des Filmhauses oder direkt bei der Gemeinwohl-Ökonomie Österreich informieren. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für nachhaltige Wirtschaftsformen interessieren - von Unternehmern über Studierende bis hin zu politischen Entscheidungsträgern.

Mit dieser Premiere setzt Wien ein Zeichen für eine Wirtschaft, die nicht nur Gewinne generiert, sondern auch zum Wohl der Gesellschaft und der Umwelt beiträgt. Der Film lädt dazu ein, bestehende Wirtschaftsparadigmen zu hinterfragen und neue Wege zu erkunden.

Schlagworte

#Gemeinwohl-Ökonomie#Nachhaltigkeit#Wien#Wirtschaft#Dokumentarfilm

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