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FPÖ fordert Aufklärung bei Geldwäsche-Vorwürfen

Schnedlitz verlangt behördliches Einschreiten nach gestoppten Geldtransportern

7. März 2026 um 14:31
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Nach gestoppten Geldtransportern in Ungarn mit Millionen-Beträgen fordert die FPÖ von österreichischen Behörden sofortiges Handeln.

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) fordert nach den jüngsten Ereignissen rund um gestoppte Geldtransporter in Ungarn ein sofortiges Einschreiten der österreichischen Behörden. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz äußerte sich besorgt über mögliche Verschleierungsversuche und verlangt Aufklärung in dem Fall, der internationale Dimensionen angenommen hat.

Millionenschwere Transporte aus Österreich gestoppt

Am 5. März 2026 stoppten ungarische Anti-Terror-Einheiten zwei gepanzerte Geldtransporter bei Budapest. Die Fahrzeuge kamen aus Österreich und waren laut Angaben auf dem Weg in die Ukraine. Der Inhalt war beträchtlich: 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilogramm Gold wurden sichergestellt. Sieben ukrainische Staatsbürger wurden festgenommen, darunter nach ungarischen Angaben ein ehemaliger General des ukrainischen Geheimdienstes.

Die ungarische Steuer- und Zollbehörde (NAV) eröffnete ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche. Besonders brisant: Laut Ungarns Außenminister Péter Szijjártó seien allein seit Januar 2026 insgesamt rund 900 Millionen US-Dollar, 420 Millionen Euro und 146 Kilogramm Gold auf dem Landweg durch Ungarn transportiert worden – alle von Österreich kommend.

FPÖ sieht Handlungsbedarf für österreichische Behörden

"Das sind unfassbare Summen, die laut derzeitigem Vorwurf auch über österreichischen Boden abgewickelt wurden", erklärte Schnedlitz. "Wir reden hier nicht über einen Bagatellfall, sondern über Transporte in einer Größenordnung, die selbst in einer Kriegswirtschaft jedes denkbare Maß sprengen." Fast 1,4 Milliarden Euro an physischem Bargeld und Gold in gut acht Wochen über die Landstraße transportiert – das werfe Fragen auf.

Die FPÖ fordert nun, dass sämtliche österreichische Behörden unverzüglich aktiv werden sollen: von der Finanzmarktaufsicht (FMA) über die Finanz bis hin zur Justiz oder der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). "Wenn unsere Behörden stattdessen jetzt ins Wochenende gehen, während vielleicht Geldtransporter unter Geldwäscheverdacht weiterhin offen durch Österreich rollen, dann gute Nacht, Österreich", so Schnedlitz.

Vorwürfe gegen Raiffeisen Bank International

Besonders kritisch sieht die FPÖ das Verhalten der Raiffeisen Bank International (RBI) im Zusammenhang mit diesem Fall. Schnedlitz wirft der Bank vor, zunächst versucht zu haben, jede Beteiligung an den Transporten zu leugnen.

Widersprüchliche Aussagen sorgen für Verwirrung

Nach Angaben der FPÖ soll ein Sprecher der Raiffeisen Bank gegenüber der internationalen Nachrichtenagentur AFP erklärt haben, der Konzern sei "nicht von dem Vorfall betroffen" und lehnte weitere Kommentare ab. Diese Aussage wurde von zahlreichen internationalen Medien übernommen.

Dieser "Versuch des Leugnens eines jeden Zusammenhangs" sei jedoch schnell aufgeflogen, so Schnedlitz. Wenig später bestätigten die ukrainische Oschadbank, die ukrainische Nationalbank und der ukrainische Außenminister unabhängig voneinander die Raiffeisen Bank International als Vertragspartner des Transports.

Nachträgliche Korrekturen werfen Fragen auf

"Erst als die Ukraine selbst die Raiffeisen geoutet hat, hat diese offenbar ihre Strategie geändert und ihre Beteiligung eingestanden", kritisiert Schnedlitz. Besonders problematisch sieht er, dass die ursprünglich falsche Behauptung nachträglich aus mehreren Medienberichten "herausredigiert" wurde.

"Die erste Botschaft der RBI war klar: Wir haben damit nichts zu tun. Die große Frage lautet: Gab es hier einen Versuch, im Zusammenhang mit diesem Finanzkrimi eigene Spuren zu verwischen und eine Beteiligung komplett zu leugnen?", fragt Schnedlitz. Er spricht von einer "doppelten Verschleierung".

Forderung nach Transparenz und Aufklärung

Die FPÖ stellt mehrere Fragen, die ihrer Ansicht nach dringend beantwortet werden müssen:

  • Wie kam es zu Bargeldtransporten in Milliardenhöhe mit physischem Gold über österreichische Straßen?
  • Warum erfolgte zunächst eine Leugnung der Beteiligung durch die RBI?
  • Wer war für die nachträgliche Korrektur der Medienberichte verantwortlich?
  • Woher stammen die enormen Geld- und Goldmengen?

"Warum sitzen Vertreter von fremden Mächten inklusive Millionen Bargeld und Gold in Transportern, die über unsere Straßen rollen?", fragt Schnedlitz. "Schnellstmögliche Transparenz und Klarheit ist für alle Beteiligten nun das Gebot der Stunde."

RBI als "Händler für Banknoten"

Die aktuelle Rechtfertigung der RBI, man sei ein ganz normaler "Händler für Banknoten", hält Schnedlitz für problematisch. Zwar sei dies "auf dem Papier natürlich ein echtes Geschäftsfeld für Banken", doch würden sich viele Fragen stellen: "Wie passt der ‚Handel mit Banknoten' etwa mit dem Gold und mit den dubiosen Begleitpersonen im Geldtransporter zusammen?"

Betonung der Unschuldsvermutung

Trotz der scharfen Kritik betont FPÖ-Generalsekretär Schnedlitz explizit, dass für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung gelte. Die Forderungen nach Aufklärung und behördlichem Einschreiten seien "im Sinne aller Beteiligten" und dienten dem Schutz des Finanzplatzes Österreich.

"Hat man nicht die Sorge, dass solche Zufälle und diese Art von Kommunikation den Anschein von fehlender Transparenz und Bereitschaft zur Aufklärung erzeugen?", fragt Schnedlitz. Er bittet sowohl die Behörden als auch die betroffene Bank um Klarheit "im Sinne der Allgemeinheit und des Finanzplatzes Österreich".

Verdunkelungsgefahr ausschließen

Die FPÖ warnt vor möglichen weiteren Verschleierungsversuchen. "Es ist nur lebensnah, dass – sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten – nun eventuell versucht wird, auch auf österreichischem Boden Sachverhalte zu verschleiern oder weitere Sachwerte zeitnah zu transportieren", so Schnedlitz.

Deshalb sei es "das Gebot der Stunde", dass die österreichischen Behörden klar und konkret gegen eine mögliche Verdunkelungsgefahr oder mögliche Tatbegehungsgefahr einschreiten. Die Dimension des Falls – mit Transporten im Milliardenwert – mache ein sofortiges Handeln unumgänglich.

Der Fall zeigt die Komplexität internationaler Finanzgeschäfte in Krisenzeiten und wirft grundsätzliche Fragen über die Kontrolle grenzüberschreitender Geldtransporte auf. Die geforderte Aufklärung durch die österreichischen Behörden wird zeigen müssen, inwieweit österreichische Institutionen in diese Angelegenheit verwickelt sind und welche regulatorischen Maßnahmen eventuell notwendig sind.

Schlagworte

#FPÖ#Geldwäsche#Ungarn#Raiffeisen#Ukraine

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