Zurück
OTS-MeldungFPÖ/Schuh/Migration/SPÖ/Politik

FPÖ fordert Volksbefragung zu Moschee-Plänen in Freistadt

Kontroverse um mögliches Bauprojekt mit Minarett

6. März 2026 um 11:10
📰 OTS Import
Teilen:

Harald Schuh kritisiert mangelnde Transparenz bei Moscheeplänen und fordert direkte Bürgerbeteiligung in der oberösterreichischen Stadt.

In Freistadt sorgt ein mögliches Moscheeprojekt für politische Kontroversen. Der freiheitliche Nationalratsabgeordnete und Stadtrat Harald Schuh übt scharfe Kritik an den diskutierten Plänen zur Errichtung einer Moschee mit Minarett in der oberösterreichischen Stadt und wirft dem SPÖ-Bürgermeister mangelnde Transparenz vor.

Kritik an intransparentem Vorgehen

Laut Medienberichten gibt es Überlegungen, gegenüber der Messehalle in Freistadt ein entsprechendes Bauprojekt zu realisieren. Schuh bemängelt, dass weder die Stadtpolitik noch die Bevölkerung offiziell über diese Pläne informiert wurden. "Wenn tatsächlich derartige Pläne existieren, dann ist es völlig inakzeptabel, dass darüber im Hinterzimmer entschieden werden soll", kritisierte der FPÖ-Politiker.

Besonders problematisch sieht Schuh die Rolle des Bürgermeisters, dem er vorwirft, Verhandlungsbereitschaft gegenüber dem Moscheeverein zu signalisieren. Der FPÖ-Vertreter bezeichnet dies als "Kniefall vor jener Community, der er 2021 seinen Wahlerfolg zu verdanken habe".

Forderung nach Volksbefragung

Als Konsequenz aus der aus FPÖ-Sicht mangelnden Transparenz fordert Schuh eine Volksbefragung nach § 38 der oberösterreichischen Gemeindeordnung. Damit soll sichergestellt werden, dass die Bevölkerung direkt zu dem Vorhaben Stellung nehmen kann.

"Die Bürgerinnen und Bürger werden dem Bürgermeister klar aufzeigen, wie ihre Meinung zu diesem Thema ist. Eine Entscheidung dieser Tragweite darf nicht über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen werden", betonte Schuh. Der Stadtrat lehnt eine neue Moschee samt Minarett aufgrund ihrer Symbolwirkung kategorisch ab.

Bedenken zu Integration und Migration

Schuh äußert auch grundsätzliche Bedenken zum Projekt: "Eine Moschee mit Minarett wäre ein weiteres Signal für Migranten, nach Freistadt zu kommen. Das wollen wir nicht, da es bereits jetzt akute Integrationsprobleme gibt." Diese Aussage spiegelt die migrationskritische Haltung der FPÖ wider.

Irritierend sei aus Sicht der Freiheitlichen auch, dass der Bürgermeister in seiner eigenen Partei Vertreter des Moscheevereins versammelt habe. "Gerade deshalb wäre maximale Offenheit gegenüber der Bevölkerung notwendig gewesen", so Schuhs Argumentation.

Politischer Kontext in Freistadt

Die Diskussion um das Moscheeprojekt fügt sich in den breiteren politischen Kontext von Freistadt ein. Die Stadt mit rund 7.500 Einwohnern liegt im Mühlviertel und hat wie viele österreichische Gemeinden mit Fragen der Integration und des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu kämpfen.

Die Forderung nach einer Volksbefragung zeigt das Bestreben der FPÖ, direktdemokratische Instrumente zu nutzen, um ihre politischen Ziele zu erreichen. Volksbefragungen auf Gemeindeebene sind in Österreich rechtlich möglich, haben jedoch nur beratenden Charakter.

Rechtliche Grundlagen für Volksbefragungen

Der von Schuh erwähnte § 38 der oberösterreichischen Gemeindeordnung ermöglicht es, bei wichtigen Angelegenheiten der Gemeinde eine Volksbefragung durchzuführen. Dabei können die Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung zu einem konkreten Vorhaben äußern, wobei das Ergebnis für die Gemeindepolitik nicht rechtlich bindend ist.

Für die Durchführung einer solchen Befragung sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, darunter ein entsprechender Gemeinderatsbeschluss oder ein Bürgerantrag mit einer bestimmten Anzahl von Unterstützungsunterschriften.

Reaktionen und weitere Entwicklung

Bislang sind keine offiziellen Reaktionen des Freistädter Bürgermeisters oder anderer Stadtpolitiker auf Schuhs Vorwürfe bekannt geworden. Auch von Seiten des erwähnten Moscheevereins gab es noch keine öffentlichen Stellungnahmen zu den diskutierten Bauplänen.

Die weitere Entwicklung in dieser Angelegenheit wird zeigen, ob es tatsächlich konkrete Pläne für eine Moschee gibt und wie die verschiedenen politischen Akteure in Freistadt mit dieser Frage umgehen werden. Die FPÖ hat mit ihrer Forderung nach einer Volksbefragung jedenfalls eine öffentliche Debatte zu dem Thema angestoßen.

Überregionale Bedeutung

Der Fall Freistadt reiht sich in eine Reihe ähnlicher Diskussionen in österreichischen Gemeinden ein, wo Moscheeprojekte regelmäßig zu kontroversen Debatten führen. Die FPÖ nutzt solche Themen traditionell, um ihre migrationskritische Politik zu profilieren und direktdemokratische Beteiligung zu fordern.

Gleichzeitig zeigt der Fall auch die Herausforderungen auf, mit denen Lokalpolitiker bei der Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen konfrontiert sind. Die Balance zwischen religiöser Vielfalt und gesellschaftlichem Konsens bleibt ein sensibles Thema in der österreichischen Kommunalpolitik.

Schlagworte

#FPÖ#Freistadt#Moschee#Volksbefragung#Migration#Integration#Kommunalpolitik

Weitere Meldungen

OTS
ÖVP

ÖVP-Politiker Lopatka warnt vor Kickls Energiepolitik: Rückkehr zu Russland-Abhängigkeit?

6. März 2026
Lesen
OTS
ÖVP

Strache kritisiert Kickls Arbeitsmoral: ÖVP sieht Bestätigung

6. März 2026
Lesen
OTS
FPÖ

Südtirol-Streit: Rom drängt Österreich aus, Wien schweigt

6. März 2026
Lesen
Alle Meldungen anzeigen