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Frauen stärken Land- und Lebensmittelwirtschaft

AMA-Marketing setzt starkes Zeichen für weibliche Führung

5. März 2026 um 12:32
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Netzwerktreffen "Erfolg isst kein Zufall" bringt führende Entscheiderinnen der Branche zusammen und zeigt Wege zu mehr Sichtbarkeit auf.

Anlässlich des Internationalen Weltfrauentags setzt die AMA-Marketing ein deutliches Zeichen für weibliche Führungskräfte in der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Das Netzwerktreffen "Erfolg isst kein Zufall" am 25. Februar im PRISMA/SKYFORUM versammelte führende Entscheiderinnen entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit dem Ziel, Kompetenzen sichtbar zu machen und nachhaltige Allianzen zu bilden.

Strategische Allianz für mehr Sichtbarkeit

Die von AMA-Marketing gemeinsam mit LK Bäuerinnen Österreich, FemAgrar und der Wirtschaftskammer Österreich organisierte Veranstaltung unterstrich die zentrale Rolle von Frauen für eine zukunftsfitte und resiliente Branche. "Frauen prägen unsere Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette – in der Produktion, in Unternehmen, in Organisationen und im Handel", betont Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing.

Für die AMA-Marketing ist die Stärkung weiblicher Führungskräfte ein strategisches Anliegen. Mit der Initiative schaffe man eine Plattform, die Sichtbarkeit, Austausch und gegenseitige Stärkung ermögliche, so Mutenthaler-Sipek weiter.

Internationales Jahr der Bäuerin als Arbeitsauftrag

Irene Neumann-Hartberger, Bundesbäuerin und Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Österreich, sieht die Veranstaltung als wichtigen Baustein für das kommende Internationale Jahr der Bäuerin 2026. "Das ist ein Arbeitsauftrag: strukturelle Benachteiligungen abbauen, Rahmenbedingungen verbessern und die Leistungen von Frauen in der Land- und Lebensmittelwirtschaft sichtbar machen", erklärt die Nationalratsabgeordnete.

Daniela Morgenbesser, Obfrau FemAgrar und Abteilungsleiterin Agrarkommunikation der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, unterstreicht die Notwendigkeit der Vernetzung: "Nachhaltiger Erfolg entsteht, wenn Frauen Verantwortung übernehmen, strategische Allianzen bilden und ihr Wissen teilen."

Vielfalt als Stärke der Lebensmittelbranche

Bernadette Jandl, Bundesgeschäftsführerin Frau in der Wirtschaft, hebt die Vielfalt der Branche hervor: "Die Lebensmittelbranche ist eine der vielfältigsten unseres Landes: von der Landwirtschaft über die Verarbeitung und Qualitätssicherung bis hin zu Vermarktung, Handel und Kommunikation." Während manche Bereiche stark weiblich geprägt seien, bleiben Frauen in anderen noch immer die Ausnahme.

Die Expertise und Führungsstärke von Frauen entlang der gesamten Wertschöpfungskette sei unverzichtbar, betont Jandl: "Sie machen die Branche vielfältiger, resilienter und zukunftsfit. Sichtbarkeit ist dabei wichtig, in Entscheidungsfunktionen und in der ersten Reihe."

Mediale Darstellung: Zwischen Klischee und Kompetenz

Den inhaltlichen Auftakt der Veranstaltung machte die Journalistin, Podcasterin und Autorin Barbara Haas mit einer kritischen Analyse zur Darstellung von Frauen in den Medien. Ihr Befund ist ernüchternd: Frauen kommen in nur rund 25 Prozent der medialen Beiträge vor und werden dabei häufig klischeehaft inszeniert – entweder in der Fürsorgerolle, als überzeichnete Powerfrau oder als Schönheitsideal.

Besonders präsent seien Frauen in Berichten über Gesundheit, Ernährung und Care-Arbeit, meist in positiv konnotierten, aber traditionellen Rollenbildern. Haas verwies auch auf internationale Entwicklungen wie die "Tradwives"-Bewegung, die über soziale Medien klassische Rollenbilder neu propagiert. Ihr Appell: Frauen müssten sich stärker gegenseitig unterstützen, Netzwerke aktiv nutzen und gemeinsam Sichtbarkeit schaffen.

Weibliche Führung in der Praxis

Im Zentrum der Podiumsdiskussion stand die Frage, wie weibliche Führung die Land- und Lebensmittelwirtschaft verändert. Astrid Brunner, Bundesbäuerin Stellvertreterin von LK Bäuerinnen Österreich, präsentierte beeindruckende Zahlen: 36 Prozent der rund 132.000 Bäuerinnen in Österreich sind Betriebsführerinnen. Vertrauen in die eigene Kompetenz und früh übertragene Verantwortung seien dabei wesentliche Erfolgsfaktoren.

Erfolgsstrategien aus verschiedenen Branchen

Karoline Scheucher, Geschäftsführerin von Steirerfleisch, schilderte ihren Weg in einem männerdominierten Umfeld, in dem es entscheidend sei, sich klar zu positionieren. Johanna Prodinger, Geschäftsführerin der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich (NTÖ), sprach von der Bedeutung strategischer Allianzen: "Brücken bauen, Verbündete suchen und das Ziel nicht aus den Augen verlieren" sei essenziell im Umgang mit überwiegend männlichen Anspruchsgruppen.

Auch im Handel seien Mut und strategisches Netzwerken entscheidend, betonte Sabine Reisner, Leitung Fleischeinkauf HOFER. Frauen müssten Chancen aktiv ergreifen, Herausforderungen annehmen und gezielt Sparring-Partnerinnen suchen.

Impulse für mehr Selbstpositionierung

Manuela Lindlbauer, Gründerin der Lindlpower Group, plädierte für mehr Initiative und Selbstpositionierung. Sie forderte Frauen auf, die Komfortzone zu verlassen, Kompetenzen klar zu kommunizieren und strategisch Netzwerke aufzubauen. Hemmnisse wie falsche Bescheidenheit, Perfektionismus und fehlende Prioritätensetzung gelte es bewusst zu überwinden.

Persönliche Erfolgsfaktoren

Persönliche Karriere-Insights lieferten weitere erfolgreiche Führungskräfte:

  • Selma Illitz, Head of Sales Austria bei AGRANA Sales & Marketing GmbH
  • Natalie Harsdorf, Generaldirektorin der Bundeswettbewerbsbehörde
  • Lisa Zanker, Direktvermarkterin und Betriebsführerin von Jahner's Spanferkel
  • Julia Zotter, Geschäftsführerin Zotter Schokolade

Gemeinsame Erfolgsfaktoren kristallisierten sich heraus: Veränderungsbereitschaft, Optimismus und Freude an der eigenen Arbeit. Ebenso zentral seien klare Rollenaufteilungen im privaten Umfeld, bewusste Abgrenzung sowie die aktive Sorge um mentale und physische Gesundheit.

Mut trotz Unsicherheit

Sabine Kronberger, Journalistin, Moderatorin und Coach, skizzierte abschließend den "Weg zur weiblichen Präsenz". Sichtbarkeit bedeute, sich nicht kleiner zu machen als nötig. "Mut ist nicht die Abwesenheit von Unsicherheit. Mut ist Handeln trotz Unsicherheit", brachte sie es auf den Punkt.

Ausblick: Weibliche Führung als Zukunftsfaktor

Das Netzwerktreffen zeigte eindrucksvoll: Weibliche Führung entlang der gesamten Wertschöpfungskette steht für Perspektivenvielfalt, Dialogfähigkeit und unternehmerische Konsequenz. Sichtbarkeit ist dabei kein Selbstzweck, sondern Grundlage für Wirkung.

Die Initiative "Erfolg isst kein Zufall" macht deutlich, dass die österreichische Land- und Lebensmittelwirtschaft von der Expertise und dem Engagement ihrer weiblichen Führungskräfte profitiert. Mit gezielten Vernetzungsmaßnahmen und strategischen Allianzen sollen weitere Frauen ermutigt werden, Führungsverantwortung zu übernehmen und die Branche aktiv mitzugestalten.

Die Veranstaltung unterstreicht auch die Bedeutung des kommenden Internationalen Jahres der Bäuerin 2026, das strukturelle Verbesserungen und mehr Anerkennung für die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft bringen soll.

Schlagworte

#Frauen#Landwirtschaft#Lebensmittelwirtschaft#Führung#AMA-Marketing

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