Mozarthaus Vienna und Jüdisches Museum Wien setzen am 8. März starke Zeichen für weibliche Perspektiven
Zwei Wien Holding-Museen würdigen am Internationalen Frauentag 2026 bedeutende Frauen der Geschichte mit speziellen thematischen Führungen.
Am 8. März 2026 rücken das Mozarthaus Vienna und das Jüdische Museum Wien anlässlich des Internationalen Frauentags Frauen in den Mittelpunkt ihrer Vermittlungsarbeit. Die beiden Wien Holding-Museen laden mit thematischen Sonderführungen dazu ein, weibliche Perspektiven in Geschichte, Gesellschaft und Musik neu zu entdecken und zu würdigen.
Das Mozarthaus Vienna widmet sich in einer besonderen Führung den Frauen im Leben Wolfgang Amadé Mozarts und dem gesellschaftlichen Frauenbild des 18. Jahrhunderts. Unter dem Titel "Mozart und die Frauen – Seine Wegbegleiterinnen und das Frauenbild der Zeit" beleuchtet die Führung, wie jede Wegbegleiterin Mozarts künstlerische Entwicklung auf ihre eigene Weise prägte.
Die Veranstaltung geht jedoch über persönliche Beziehungen hinaus und analysiert die sozialen Normen der Mozartzeit. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, welche Vorstellungen von Weiblichkeit aus dem 18. Jahrhundert bis heute nachwirken. Diese historische Einordnung macht die Führung zu einem wertvollen Beitrag zur Geschlechtergeschichte und Musikwissenschaft.
Das Mozarthaus bietet zwei Termine an: Um 17:30 Uhr findet eine englischsprachige Führung statt, die 3 Euro zusätzlich zum regulären Museumseintritt kostet. Um 19:00 Uhr folgt eine deutschsprachige Führung für 5 Euro zuzüglich Eintritt, die exklusiv nach den regulären Öffnungszeiten stattfindet. Beide Führungen dauern etwa 60 Minuten.
Das Jüdische Museum Wien setzt am Weltfrauentag ein besonderes Zeichen: Alle Frauen erhalten am 8. März 2026 freien Eintritt. Um 16:00 Uhr lädt das Museum in der Dorotheergasse zu einem kostenlosen Rundgang unter dem Titel "Frauensache(n)" ein.
Diese Führung stellt Frauen im jüdischen Wien in den Mittelpunkt – von berühmten Netzwerkerinnen bis hin zu bislang wenig bekannten Persönlichkeiten. Der Rundgang verbindet geschickt die Dauerausstellung "Unsere Stadt!" mit der aktuellen Wechselausstellung "Schwarze Juden, Weiße Juden? Über Hautfarben und Vorurteile".
Besonders wertvoll ist der Ansatz, sichtbar zu machen, wie Frauen gesellschaftliches und politisches Terrain erkämpften und bis heute prägen. Die Führung zeigt damit nicht nur historische Entwicklungen auf, sondern stellt auch Bezüge zur Gegenwart her.
Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos, jedoch ist die Anzahl der Plätze begrenzt. Interessierte können sich per E-Mail an [email protected] anmelden.
Die beiden Veranstaltungen zeigen eindrucksvoll, wie die Wien Holding ihre kulturelle Verantwortung wahrnimmt. Als städtische Holding betreibt sie mehrere bedeutende Museen in Wien und setzt dabei immer wieder Akzente zu gesellschaftlich relevanten Themen.
Der Internationale Frauentag bietet eine ideale Gelegenheit, um auf die oft übersehenen Beiträge von Frauen zur Kultur- und Gesellschaftsgeschichte aufmerksam zu machen. Beide Museen nutzen ihre Sammlungen und Ausstellungen, um neue Perspektiven zu eröffnen und historische Narrative zu erweitern.
Die thematischen Führungen fügen sich in eine breitere Bewegung ein, die darauf abzielt, weibliche Perspektiven in der Kulturvermittlung stärker zu berücksichtigen. Viele Wiener Kulturinstitutionen haben in den vergangenen Jahren Programme entwickelt, die gezielt Frauen in der Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft würdigen.
Das Mozarthaus Vienna trägt mit seiner Führung dazu bei, das Bild des Komponisten zu erweitern und die sozialen Kontexte seiner Zeit besser verständlich zu machen. Mozart wird oft als einsames Genie dargestellt, doch die Realität zeigt ein komplexes Netzwerk von Beziehungen, in denen Frauen eine zentrale Rolle spielten.
Das Jüdische Museum Wien wiederum leistet wichtige Arbeit in der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte Wiens. Die Fokussierung auf Frauen macht deutlich, wie vielschichtig und reich diese Geschichte ist – und wie viele Geschichten noch erzählt werden müssen.
Für die Führung im Mozarthaus Vienna sind keine Voranmeldungen erforderlich. Interessierte können sich direkt vor Ort einfinden. Das Museum befindet sich in der Domgasse 5 im 1. Wiener Gemeindebezirk, in dem Haus, in dem Mozart von 1784 bis 1787 lebte.
Für die Führung im Jüdischen Museum Wien ist hingegen eine Anmeldung erforderlich. Das Museum in der Dorotheergasse 11 ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Kombination aus freiem Eintritt für Frauen und kostenloser Führung macht das Angebot besonders attraktiv.
Die Wien Holding plant regelmäßig thematische Schwerpunkte in ihren Museen. Der Internationale Frauentag 2026 könnte der Auftakt für eine verstärkte Auseinandersetzung mit Genderthemen in der Wiener Museumslandschaft sein.
Beide Museen haben angekündigt, auch in Zukunft besondere Akzente zu setzen und ihre Sammlungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Dies entspricht dem modernen Verständnis von Museumsarbeit, die nicht nur sammelt und bewahrt, sondern auch aktiv zur gesellschaftlichen Diskussion beiträgt.
Die Veranstaltungen am 8. März 2026 sind somit nicht nur kulturelle Events, sondern auch wichtige Beiträge zur Geschlechtergerechtigkeit und zur Sichtbarmachung weiblicher Leistungen in der Geschichte. Sie laden dazu ein, vertraute Narrative zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entdecken.