kulturMATINEE porträtiert Brigitte Fassbaender und Simone Young
Am 8. März widmet der ORF zwei außergewöhnlichen Künstlerinnen besondere Aufmerksamkeit: Opernstar Fassbaender und Dirigentin Young.
Zum Internationalen Frauentag am 8. März setzt der ORF ein starkes Zeichen für weibliche Exzellenz in der klassischen Musik. Die "kulturMATINEE" ab 9.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON widmet sich zwei herausragenden Persönlichkeiten, die die internationale Musikszene nachhaltig geprägt haben: der legendären Opernsängerin Brigitte Fassbaender und der australischen Stardirigentin Simone Young.
Das erste Porträt gilt Brigitte Fassbaender, die anlässlich ihres 85. Geburtstags von Andreas Morell gewürdigt wird. Die Dokumentation "Brigitte Fassbaender – Ein Portrait der legendären Sängerin und Regisseurin" zeigt eine Ausnahmekünstlerin, deren Name in der Welt der Oper und des Liedgesangs unvergessen bleiben wird.
Fassbaenders unverwechselbares Timbre und ihre charismatische Bühnenpräsenz machten sie zu einem gefeierten Star auf den großen Opernbühnen weltweit. Besonders ihre außergewöhnliche Fähigkeit, jeder Rolle emotionale Tiefe zu verleihen, zeichnete ihre Karriere aus. Mit 55 Jahren wagte sie einen mutigen Schritt: Sie verabschiedete sich von der aktiven Gesangskarriere – nicht aus Erschöpfung, sondern um ihrer Kunst neue Wege zu eröffnen.
Der Übergang von der Sängerin zur Regisseurin und Intendantin gelang ihr in einer Zeit, als Frauen in diesen Positionen noch eine absolute Seltenheit waren. Fassbaender begegnete jeder neuen Herausforderung mit unermüdlicher Leidenschaft und einem kompromisslosen Streben nach Wahrhaftigkeit. In ihren Inszenierungen prüft sie jedes Werk auf seine heutige Relevanz und sucht stets nach der lebendigen Verbindung zwischen Text, Musik und Zeitgeist.
Im Probenraum schafft Fassbaender eine Atmosphäre der Offenheit und Inspiration, in der Kreativität gedeiht und Persönlichkeiten wachsen können. Für sie zählen die Lebendigkeit und Authentizität der Figuren mehr als technische Perfektion. Besonders am Herzen liegt ihr die Förderung des künstlerischen Nachwuchses – sie gab ihr Wissen weiter und prägte Generationen junger Sängerinnen und Sänger.
Auch abseits der Bühne ist die Künstlerin schöpferisch tätig geblieben. In ihrem Refugium im Chiemgau, umgeben von Bildern, Skulpturen und Fundstücken, findet sie in der Kunst einen Rückzugsort und eine lebenslange Quelle der Inspiration. Als Regisseurin und Festivalleiterin brachte sie eine beeindruckende Vielfalt auf die Bühne: Tragödien, Komödien, Musicals.
Um 10.00 Uhr folgt die Dokumentation "Die Dirigentin Simone Young. 'Nennt mich nicht Maestra'" von Janine Hosking, die der australischen Dirigentin zu ihrem 65. Geburtstag gewidmet ist. Young hat es mit Entschlossenheit und Taktstock an die Spitze der immer noch männerdominierten Dirigentenwelt geschafft.
Rund um den Globus eroberte sie die bedeutendsten Bühnen – von New York über London und Paris bis nach Berlin und Wien. Nach Jahrzehnten in der Champions League des internationalen Musikbetriebs hat sie den Trubel um ihren "Frauentitel" allerdings mittlerweile satt und möchte primär als Künstlerin wahrgenommen werden.
2022 kehrte Young mit großer Freude als erste Chefdirigentin des Sydney Symphony Orchestra in ihre Heimatstadt zurück. Ihre Karriere ist geprägt von bahnbrechenden Momenten: Als erste Frau gab sie bei der Wiener Staatsoper und den Wiener Philharmonikern den Takt an. Mit eisernem Willen war sie immer wieder diejenige, die als Erste gläserne Decken in der Männerbastion der Taktstockgiganten durchbrochen hat.
Obwohl ihr als Mädchen, das am Manly Beach in Sydney aufwuchs, dringlich von einer Dirigentenlaufbahn abgeraten worden war, verfolgte sie ihre Karriere am Pult mit Musikalität, Witz und Verve. Zahllose Preise markieren ihren Weg zum umjubelten Star der Opern- und Konzertwelt.
Das Filmporträt zeigt auch eine andere Seite der sonst so tatkräftigen Dirigentin. In der Corona-Zeit präsentiert sich Young zerbrechlich wie nachdenklich und führt das Publikum in ihr heimliches Refugium: einen Strickladen, in dem sie sich den wahren Herausforderungen ihres Daseins stellt. Diese persönlichen Einblicke verleihen dem Porträt eine besondere Tiefe und Authentizität.
Den Abschluss des von Clarissa Stadler präsentierten Vormittags bildet "Die Kulturwoche" um 10.50 Uhr. Diese informiert mit aktuellen Berichten und Tipps über das heimische Kulturgeschehen und rundet damit das vielfältige Programm der kulturMATINEE ab.
Die Programmgestaltung zum Weltfrauentag unterstreicht die Bedeutung weiblicher Vorbilder in der klassischen Musik. Beide porträtierten Künstlerinnen haben nicht nur durch ihre außergewöhnlichen Leistungen überzeugt, sondern auch Wege für nachfolgende Generationen geebnet. Ihre Geschichten zeigen, wie wichtig Durchhaltevermögen, Mut und künstlerische Integrität für eine erfolgreiche Karriere in traditionell männerdominierten Bereichen sind.
Für österreichische Zuschauerinnen und Zuschauer bietet die Sendung nicht nur erstklassige Unterhaltung, sondern auch Inspiration. Die Porträts verdeutlichen, dass künstlerische Exzellenz keine Geschlechtergrenzen kennt und dass Pionierarbeit oft mit persönlichen Opfern und großer Entschlossenheit verbunden ist.
Die kulturMATINEE ist sowohl über den traditionellen Fernsehempfang in ORF 2 als auch über die digitale Plattform ORF ON verfügbar, wodurch eine breite Zielgruppe erreicht wird. Diese Zugänglichkeit unterstreicht das Bestreben des ORF, qualitativ hochwertige Kulturprogramme einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen.