Österreichischer Technologiekonzern setzt Entschuldungsstrategie fort
Der steirische Halbleiterkonzern ams OSRAM hat sein Unterhaltungs- und Industrielampengeschäft erfolgreich an Ushio Inc. verkauft.
Der österreichische Technologiekonzern ams OSRAM hat einen wichtigen Schritt in seiner Entschuldungsstrategie vollzogen: Das Unternehmen mit Hauptsitz in Premstätten bei Graz hat den Verkauf seines Geschäftsbereichs Entertainment-and-Industry-Lamps an den japanischen Konzern Ushio Inc. erfolgreich abgeschlossen. Der Transaktionswert beläuft sich auf 114 Millionen Euro.
Die Transaktion ist ein zentraler Baustein des im April 2025 vorgestellten Entschuldungsplans von ams OSRAM. "Der erfolgreiche Abschluss des Verkaufs unseres Unterhaltungs- und Industrielampengeschäfts an Ushio markiert einen weiteren wichtigen Meilenstein auf unserem Weg", erklärte Aldo Kamper, CEO von ams OSRAM. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, einen Verschuldungsgrad von unter 2 zu erreichen, gemessen als Verhältnis von Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA.
Die Strategie sieht vor, dass sich ams OSRAM künftig vollständig auf den Ausbau als weltweit führendes Unternehmen im Bereich Digital Photonics konzentriert. Durch den Verkauf nicht-strategischer Geschäftsbereiche soll die Bilanz entschuldet und die finanzielle Flexibilität des Unternehmens gestärkt werden.
Der Verkauf umfasst nicht nur die Produktlinien, sondern auch bedeutende operative Strukturen. Rund 500 Mitarbeitende wechseln im Rahmen der Transaktion zu Ushio Inc., ebenso wie Produktionsstandorte in Berlin. Darüber hinaus gehen auch Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie das zugehörige geistige Eigentum an den neuen Eigentümer über.
Ushio Inc. mit Hauptsitz in Tokio ist ein global agierender Spezialist für optische Technologien und damit ein passender strategischer Käufer für das Lampengeschäft. Das japanische Unternehmen kann die erworbenen Geschäftsbereiche in sein bestehendes Portfolio integrieren und weiterentwickeln.
Durch den Verkauf kann sich ams OSRAM stärker auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Das Unternehmen positioniert sich als Spezialist für Digital Photonics und verbindet dabei Ingenieurskunst mit modernster globaler Fertigung. Der Konzern bietet seinen Kunden ein breites Portfolio an digitalen Emitter- und Sensortechnologien.
Die Geschäftsstrategie von ams OSRAM basiert auf dem tiefen Verständnis des Potenzials von Licht. Seit 120 Jahren entwickelt das Unternehmen Innovationen für verschiedene Märkte – von der Automobilindustrie über die industrielle Fertigung bis hin zu Medizin- und Consumer-Elektronik.
Die rund 19.000 Mitarbeitenden von ams OSRAM arbeiten an wegweisenden Lösungen entlang gesellschaftlicher Megatrends. Dazu gehören intelligente Mobilität, Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Smart Health und Robotik. Das Innovationspotenzial des Unternehmens spiegelt sich in über 12.000 erteilten und angemeldeten Patenten wider.
Im Jahr 2025 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist als ams-OSRAM AG an der SIX Swiss Exchange notiert und hat neben dem Hauptsitz in Premstätten auch einen Co-Hauptsitz in München.
Der nun abgeschlossene Verkauf des Lampengeschäfts ist die erste von zwei wesentlichen Transaktionen, die ams OSRAM im Rahmen seines Entschuldungsplans angekündigt hatte. Die Ankündigung dieser ersten Transaktion erfolgte bereits am 29. Juli 2025, nun ist sie erfolgreich vollzogen worden.
Das Unternehmen verfolgt einen beschleunigten und umfassenden Entschuldungsplan, der durch mehrere komplementäre Maßnahmen unterstützt wird. Der Verkaufserlös von 114 Millionen Euro wurde zahlungsmittel- und schuldenfrei erzielt, was die positive Auswirkung auf die Bilanz von ams OSRAM maximiert.
Als einer der wichtigsten Technologiekonzerne Österreichs hat ams OSRAM eine bedeutende Rolle für den heimischen Wirtschaftsstandort. Mit dem Hauptsitz in der Steiermark ist das Unternehmen ein wichtiger Arbeitgeber und Innovationstreiber in der Region. Die strategische Neuausrichtung auf Digital Photonics soll die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns langfristig stärken.
Die erfolgreiche Transaktion zeigt auch die Attraktivität österreichischer Technologieunternehmen für internationale Investoren. Gleichzeitig demonstriert sie die Fähigkeit heimischer Konzerne, ihre Geschäftsmodelle strategisch weiterzuentwickeln und an veränderte Marktbedingungen anzupassen.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Verkaufs hat ams OSRAM einen wichtigen Meilenstein in seiner strategischen Neuausrichtung erreicht. Die Konzentration auf Digital Photonics und die Verbesserung der Kapitalstruktur sollen das Unternehmen für zukünftige Herausforderungen und Wachstumschancen positionieren.
Die Märkte für optische Technologien und Sensorsysteme bieten erhebliches Wachstumspotenzial, insbesondere in Bereichen wie autonomes Fahren, industrielle Automatisierung und Medizintechnik. Durch die Fokussierung auf diese zukunftsträchtigen Geschäftsfelder will ams OSRAM seine Position als Technologieführer weiter ausbauen.